rot, Brauner

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22:03 Uhr – „shrewd“ heißt also so viel wie „gewitzt“ oder „scharfsinnig“. Schon wieder was gelernt – und jetzt kann ich auch das komplette Etikett übersetzen und weiß, was für ein Bier das Irish Red Ale von The Crafty Brewing Company ist: Ein gewitztes, altmodisches, irisches Red Ale, süß und hopfig. Gerade auf diese Kombination bin ich sehr gespannt.

Der halbe Liter irisches Bier steckt in einer braunen Glasflasche mit leicht bauchigem Hals. Das Etikett ist dunkelrot mit großen, weißen Buchstaben. Außerdem ist dort ein weißer Schnurrbart zu sehen, der links schon schön gezwirbelt ist, rechts gerade von Daumen und Zeigefinger einer Hand gezwirbelt wird.

Ich hatte jetzt irgendwie erwartet, dass ein leicht rötliches Getränk aus der Flasche ins Glas läuft, dem ist aber nicht so. Das Red Ale ist ziemlich schwarz, hat die Farbe von Kaffee und einen cremefarbenen, feinporigen Schaum. Wenn man es direkt vors Licht hält, kann man mit viel gutem Willen einen Ansatz von Kupfertönen erkennen. Schon beim Einschenken schießt direkt der süße Geruch von Karamalz in die Nase. Dazu ein Hauch von gerösteten Kaffeebohnen. Ich bin gespannt.

Ich bin direkt schon wieder verwundert. Das Irish Red Ale ist sehr dünn, weder die dunkle Farbe noch der starke Geruch finden beim ersten Schluck ihr Pendant. Das sorgt immerhin dafür, dass es a) für ein dunkles Bier ein regelrechter Durstlöscher ist und man b) ein paar andere Aromen entdecken kann. Zum Beispiel macht es sich da eine ganze Hand voll Getreide im Mund bequem. Mit den leichten Röstaromen im Abgang erinnert mich das tatsächlich an Getreidekaffee oder an irgendeinen sehr gesunden Keks aus dem Bioladen. Zu diesem Schwerpunkt gesellt sich dann auch wirklich die auf dem Etikett angekündigte Hopfigkeit, ohne für besondere Herbe zu sorgen. Das rundet das 4,1 Prozent starke Bier aber ganz ordentlich ab. Was ich oben noch als guten Durstlöscher beschrieben habe, wird im letzten Drittel und mit steigender Trinktemperatur leider etwas zäh.

Insgesamt hatte ich heute zum Wochenabschluss ein Bier im Glas, das ich bei der Auswahl der Flasche ganz anders eingeschätzt habe. Ziemlich gewitzt.

Urban Beergardening III

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10:14 Uhr – In diesen Tagen ist viel zu tun, ich komme kaum mehr zum Biertrinken. Geschweige denn zum Schreiben. Die wenigen Ruhepausen verbringe ich, wenn es das Wetter einigermaßen zulässt, im Biergarten auf meinem Balkon. Der Hopfen entwickelt sich prächtig. Die ersten Triebe werden in den nächsten Tagen an der Decke anstoßen und somit die Maximalhöhe von rund drei Metern erreichen. Untenrum werden die Pflanzen immer buschiger und es kommen immer mehr zarte Triebe dazu. Drückt mir die Daumen, dass Callista und Polaris von Schädlingen verschont werden.

Hopfengarten

Die Gerste habe ich am letzten Aprilwochenende in Blumenkästen ausgesät, etwas mit Erde bedeckt und abgewartet. Trotz dem kalten Klima haben schon nach wenigen Tagen die ersten grünen Spitzen aus dem Boden geguckt. Und den Pflänzchen gefällt es offensichtlich ziemlich gut bei mir, denn inzwischen habe ich ein richtiges kleines Gerstenfeld. Gut 15 cm sind die viele Pflanzen inzwischen groß und sie gedeihen fröhlich und anspruchslos weiter. Mal schauen, ob das doch sehr eingeschränkte Erdreich das Wachstum irgendwann einbremst und ich dann Bonsaigerste habe. Das wäre ja auch nicht schlimm, Hauptsache es gibt was zu ernten.

Gerstenfeld

Neben den Bierzutaten gedeihen inzwischen auch etliche Chilipflanzen der verschiedensten Sorten, Salbei, Rosmarin, Basilikum (der gedeiht so mittelmäßig), Pflücksalat, Olivenkraut, Koriander, Pfefferminze und marokkanische Minze in meinem Biergarten. Damit Hopfen und Gerste gute Gesellschaft haben.

Hopfentorpedo

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21:27 Uhr – Für das Fernweh am Sonntagabend nach einen fleißigen aber trüben Maiwochenende gibt es jetzt noch ein Bierchen aus Kalifornien: Das Torpedo Extra IPA der Sierra Nevada Brewing. Das kleine, bauchige Fläschchen gefällt mir mal wieder sehr gut. Auf dem waldgrünen Etikett ist ein kleiner Hopfengarten zu sehen, im Hintergrund geht die hügelige, leicht bewaldete Landschaft in ein Gebirge mit verschneiten Gipfeln über. Außerdem erzählt uns das Etikett, dass dieses Bier 65 IBU und Aromen von Zitrusfrüchten, Kiefer und Kräutern hat. Kaum vorstellbar, dass in dieser Flasche kein ganz hervorragendes Bier steckt.

Das Torpedo ist kupfer- bis bernsteinfarben, der großporige Schaum ist cremefarben und hält sich ziemlich lange. Es riecht sehr hopfig, in der Tat etwas harzig nach Wald mit einem Hauch von Zitrusfrüchten. Da ist aber auch eine stark alkoholische Note. Vielleicht lassen sich hier schon die 7,2 Prozent Alkohol erschnuppern.

Das Extra IPA bleibt seinem Waldaroma treu, beim ersten Schluck drängen sich aber direkt verschieden Kräuter in den Vordergrund. Von sonnigen Zitrusfrüchten ist allerdings keine Spur. Ich fühle mich vielmehr an einen kalten Gebirgsbach versetzt, der sich durch einen Nadelwald schlängelt und an dessen Ufer dunkelgrüne Kräuter gedeihen. Diese sehr gute Würzigkeit verschleiert fast etwas, dass diese Hopfenbombe auch eine ordentliche Herbe hat, die aber sehr gut passt. Vor allem im Nachgeschmack bleibt dieses bittere Gefühl lange auf dem Gaumen liegen. Trotz der Herbe ist das kalifornische IPA sehr sanft und weich, und deshalb auch recht süffig. Nach einiger Zeit machen die Kräuteraromen dann doch Platz für etwas Frucht, interessanterweise erkenne ich ansatzweise den Geschmack von Multivitaminsaft – natürlich ohne jegliche Süße. Hinten auf der Zunge kann man einen Hauch von Steinobst und Trockenfrüchten erahnen.

Auch wenn es etwas anders schmeckt als erwartet – ein ganz tolles IPA, das ich hiermit gerne weiterempfehle!

Flüssige Mehlspeise

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18:53 Uhr – Die Brewbaker Handwerksbrauerei in Berlin ist gar nicht so einfach zu finden. Zwar wirbt die Brauerei damit, dass man jederzeit vorbeikommen und gucken kann, dazu muss man Brewbaker im Hintergebäude eines Getränkehändlers im Wedding aber erst mal finden. Dann war der Besuch auch ein bisschen skurril, weil sich wohl die Geschäftsführer zerstritten haben und derjenige, der da war, die Brauerei verlässt und wo anders mit einer anderen Brauerei weitermacht. Entsprechend wenig euphorisch hat er die Brauerei gezeigt und Fragen beantwortet. Naja. Eingekauft habe ich trotzdem ein bisschen.

Zum Beispiel das Berliner Hell. Wie alle Biere von Brewbaker ein Bio-Bier. Das gelblich gehaltene Etikett zeigt im Hintergrund eine Holzstruktur. Im Vordergrund dominiert ein dunkelgelber Streifen, auf den in großen weißen Buchstaben der Name des 4,8 Prozent starken Getränks steht. Außerdem ist das Brauereilogo in Stempeloptik zu sehen und ein historisches Foto der Oberbaumbrücke.

Im Glas ist das Hell überraschend dunkelgold, fast schon mit einem Stich von Bernstein. Der grobporige Schaum nimmt relativ schnell ab. Die Kohlensäure perlt mit auffallend großen Bläschen. Der Geruch ist recht malzig, irgendwie ein bisschen nach säuerlichem Teig.

Der erste Schluck lässt mich das Gesicht verziehen. Brotig bis mehlig-trocken, sofort kommt eine Bitterkeit ganz ohne Hopfenaroma. Zurück bleibt der Geschmack von rohen Kartoffeln. Nach dem halben Glas habe ich mich an all die negativen Punkte gewöhnt und bin auf der Suche nach anderen Geschmackseindrücken. Da kommt aber nichts mehr. Schade. Kein gutes Bier.

Was fürs Ojo

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21:10 Uhr – Ein letztes flüssiges Mitbringsel aus dem Mexiko-Urlaub im letzten Hebst: Ein Craft Beer von der Yucatan-Halbinsel, ein Pale Ale gebraut von der Cervecería Tulum. Etwas verwirrend ist ja, dass die Brauerei nach dem Städtchen Tulum benannt ist, ihren Sitz aber in Cancun hat. Das ist mir aber auch gerade eben erst aufgefallen. Die für uns Europäer ungewöhnlichen 355 Milliliter stecken in einer braunen Einwegglasflasche, auf der ein glänzend-verspiegeltes, petrolfarbenes Etikett klebt. In weißer Schrift steht lediglich der Name der Brauerei drauf, darüber fliegt ein gestrichzeichneter, nicht besonders hübscher, Vogel. Durch das verspiegelte Hochglanzetikett mit dem klaren Motiv sieht das sehr, sehr edel aus.

Um es kurz zu machen: Im Glas eines der schönsten Biere, die ich jemals gesehen habe. Es besticht mit einem trüben Dunkelgold mit leichtem Kupferstich, hat eine lebendige Kohlensäure und einen festen, langlebigen, alpinaweißen Schaum. Ein Traum! Es verströmt einen nicht besonders intensiven Geruch von frischer Herbe.

Geschmacklich zeigt das Pale Ale aus Mexiko zunächst eine sanfte Herbe mit leichter Süße. Vor allem fällt aber auf, dass es recht trocken und brotig mit einer starken Hefenote daherkommt. Das ist überraschend, da ich irgendwie ein spritziges Strandbier voller karibischer Aromen erwartet habe. Die Realität ist trotz leichter 4,7 Prozent Alkohol ein relativ schweres Getränk. Auch nach mehreren Schlücken zeigt sich kein besonders auffallendes Aroma. Es ist ein wunderschönes und recht ordentliches Bier – aber leider nicht mehr.

Katerfrühstück ohne Vanille

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19:05 Uhr – Das Katerfrühstück von Schoppebräu ist vermutlich die teuerste Flasche Bier, die ich jemals gekauft habe. Ich erinnere mich nicht mehr genau, aber so um die fünf Euro dürfte der Drittelliter gekostet haben. Der Preis wird damit erklärt, dass 200 Vanilleschoten von Hand in das Bier geschabt wurden. Wie viel davon in dieser Flasche gelandet ist, weiß man nicht. Auf jeden Fall ist das Katerfrühstück ein Imperial Vanilla Stout mit beachtlichen 12 Prozent Alkohol.

Auf dem grauen Etikett ist die Zeichnung eines Katzenkopfes zu sehen, vielleicht auch nur das Skelett davon. Darüber und am Flaschenhals fällt das schwarz-rot-gelbe Logo der Brauerei auf. Warum das Bier Katerfrühstück heißt, weiß ich nicht. Vielleicht, weil nach dem Fläschchen der Tag sowieso gelaufen ist. Aber man kann es ja auch teilen, was ich in diesem Fall tatsächlich auch mal mache.

Im Glas ist es wie erwartet tiefschwarz, der wenige Schaum verschwindet sofort. Es riecht ziemlich schwer, hat starke Röstaromen, die an Kaffee und Schokolade erinnern. Auch einen Hauch von Lakritz kann man erschnuppern. Aber Vanille? Naja, mit dem Wissen, das welche drin sein muss und mit etwas Fantasie und Wohlwollen, kann man vielleicht auch einen Hauch von Vanille erahnen.

Der erste Schluck Katerfrühstück schmeckt nach kaltem, leicht süßlichem Kaffee mit Kohlensäure – oder wie eine Mischung von Kaffee und Mineralwasser. Vielleicht stammt der Name des Bieres auch von diesem ersten Eindruck. Je wärmer das Bier wird, desto mehr kommen Aromen von Schokolade und Toffifee raus, was das ganze durchaus zu einem schmackhaften Erlebnis macht. Keine Spur ist da allerdings von der groß angekündigten und teuer bezahlten Vanille. Im Angang ist das Imperial Stout sehr schwer, hat einen alkoholischen Geschmack und hinterlässt eine säuerliche Herbe.

Urban Beergardening II

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13:21 Uhr – Dem Hopfen geht es prächtig. Letzte Woche hat er ein äußerst professionelles Rankgerüst geschenkt bekommen, an dem er den Sommer über hochwachsen und gedeihen kann. Da sowohl der Callista als besonders auch der Polaris in den letzten Tagen kräftig gewachsen sind, fehlen nur noch wenige Zentimeter, um die gespannten Schnüre  zu erreichen. Und dann kann es abgehen. Interessant zu sehen ist auch, dass die beiden Hopfensorten tatsächlich recht verschiedenes Blattwerk haben. Der fruchtige Callista ist eher zart, der eisige Polaris eher grob. Ich bin gespannt, ob auch die Dolden sehr verschieden sein werden.

Jetzt wo der Hopfen so schön gedeiht, kann ich das nächste Projekt angehen: Die Gerste. Das Fragezeichen ist immer noch riesig, aber das muss ja auch irgendwie möglich sein.

Breda Sommerberger, ein süffiger Geistlicher

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21:42 Uhr – Als ich noch ganz klein war, hat meine Oma in Zwiefalten gewohnt. Auf dem Weg dorthin habe ich mich meistens im oder neben dem Auto übergeben. Ich erinnere mich nur noch sehr dünn und vielleicht auch falsch an das Haus. In meiner Erinnerung ging es nach der Haustür, dort wo normal das Klo ist, direkt rechts rein in ein Wohnzimmer, in dem man nie war. Gerade aus war das Esszimmer, in dem man immer war, und in dem es alt gerochen hat. Von dort führte eine Tür in die Küche. Außerdem gingen mehrere Gänge in andere Bereiche und Geschosse des Hauses ab. Einer davon ging bestimmt in den Keller. Und jetzt wird ein Schuh draus.

Heute gibt es nämlich ein kleines Fläschchen von Zwiefalter Klosterbräu: Kleiner Abt ist ein ursprüngliches Kellerbier in einer Drittelliter Euroflasche. Auf dem traditionell gehaltenen Etikett sind drei Mönche zu sehen, die offensichtlich gerade im Kerzenschein eine Bierprobe machen. Neben der Kerze und einer Schriftrolle sind auch Hopfendolden auf dem Tisch zu erkennen.

Im Glas hat der Kleine Abt ein schönes Goldgelb, eine dezente Trübe und auffällige Kohlensäure. Besonders viel Schaum entwickelt sich nicht. Das Kellerbier riecht malzig nach Getreide und Hefe. Im Geschmack erkennt man zunächst eine erstaunliche Süße, die sich dann aber mit einer leichten Herbe vermischt. Trotz einer gewissen Schwere (von 5,3 Prozent) scheint mir das milde Bier ziemlich süffig zu sein. Ich bin beinahe hin und weg, so positiv überrascht bin ich von diesem unscheinbaren Bier. Und es ist auch noch quasi aus der Region. So soll das sein. Auf das Wohl von Abt Breda Sommerberger!

Kanadisches Engel-Wit

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15:19 Uhr – Wie von kurzer Hand geplant ist es heute Zeit für das erste Bier in der Strandliege auf meinem Balkon. Zum europäischen Frühling gibt es Bier aus Kanada, aus dem Hause Steam Works. Und zwar ein White Angel IPA. Wie bei allen Bieren der Brauerei ist die Flasche sehr kunstvoll gestaltet. In Weiß, Gold und Orange ist ein weiblicher Engel im langen Kleid und mit orangener Pilotenbrille zu sehen, der eine riesige Bierflasche im Arm wiegt. Das erinnert etwas an die Freiheitsstatue, obwohl es eigentlich kaum Ähnlichkeiten gibt. Rund um den Engel fliegen mit Propellern angetriebene Bierkrüge. Auf der Zutatenliste stehen neben Weizen auch Orangenschalen, Gewürze und Koriander. Es handelt sich hier also um ein ziemlich klassisches Wit-Bier, wenn auch mit seinen 6,9 Prozent deutlich stärker.

Die Sonnenstrahlen lassen das White Angel IPA im Glas herrlich schimmern: Sattes Goldgelb mit einer leichten Trübe, die ganze Pracht wird von einer festen Schaumschicht bedeckt. Aus dem Glas strömt ein fruchtiger Duft mit sanfter Zitrusnote und Spuren von Hefeweizen. Ein typischer Wit-Geruch. Das kanadische IPA zeigt sich sofort mit einer deutlichen, aber angenehmen Herbe. Kurz blitzt eine schöne Fruchtigkeit auf, dann legt sich das Getränk muffig-matt auf die Zunge. Die Bitterkeit der Orangenschalen wird zusätzlich zur Hopfenherbe immer offensichtlicher. Der Nachgeschmack ist der der eines Weizenbiers.

Das White Angel IPA ist mit Sicherheit ein ganz hervorragendes, bestens durchkomponiertes Bier und auch eines der besseren Wit-Biere, die ich bisher probiert habe. Trotzdem muss ich sagen, dass ich nach wie vor kein Fan dieses Stiles bin.

Urban Beergardening

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11:48 Uhr – „Hier wächst Ihr Bier“ soll bald auf einem Schild auf meinem Balkon stehen. Ich habe mir nämlich für 2019 ein ganz spezielles Projekt vorgenommen: Ich möchte ein Bier brauen, dessen Zutaten ausschließlich auf meinem ungefähr zehn Quadratmeter großen Balkon gewachsen oder entstanden sind. Die heutige und erste Übung war vermutlich die einfachste, ich habe den Hopfen eingepflanzt. Zwei ganz kleine und zarte Pflänzchen der Sorten Callista und Polaris stecken nun in der Mitte zweier scheinbar viel zu großen Töpfe, die mit 80 Litern Blumenerde gefüllt sind. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Hopfenranken schon bald gedeihen und im Frühsommer bereits oben am nächsten Balkon anstoßen.


Außerdem habe ich diesen herrlichen Frühlingsvormittag auch direkt mal genutzt, um meinen Balkon wieder fit für den Sommer zu machen. Ich habe also den Rasenteppich gesaugt, leere Blumentöpfe aufgeräumt und die Gartenmöbel abgestaubt. Momentan trocknet alles an der Sonne, aber am Nachmittag sollte mein Sommerparadies für den Genuss des ersten Bieres einsatzbereit sein.

Auf dem Weg zum selbstgebrauten Balkon-Bier fällt natürlich noch mehr an. Bier braucht bekanntermaßen neben Hopfen noch Malz, Wasser und Hefe. Regenwasser kann ich sicherlich irgendwie sammeln. Gerste werde ich auch versuchen zu sähen, hoffentlich wächst die. Wie das mit dem Mälzen und Schroten so funktioniert überlege ich dann, wenn ich die Körner gedeihen sehe. Ein großes Fragezeichen ist im Moment noch, wie ich auf meinem Balkon Hefe wachsen lassen kann. Aber wenn es einfach wäre, wäre es ja Winzerei.