Business as unusual

SAMSUNG CAMERA PICTURESKultur12:17 Uhr – Das ist aber auch ein Reisestress in diesen Tagen. Vergangenes Wochenende quasi ein Wellness-Wochenende in Maierhöfen, direkt in unberührter Natur am Eisbach, fernab von jeder Zivilisation. Am Montag dann sofort das komplette Kontrastprogramm, ab in die zivilisierteste aller Zivilisationen in die Universitätsstadt unter den Universitätsstädten: Marburg. Acht Stunden Autofahrt nach Mittelhessen für drei Stunden Altstadtbummel. Aber es hat sich gelohnt, ist echt nett da. Nur etwas bergig – wäre gut gewesen, den Aufzug hoch in die Altstadt nicht erst am Ende des Tages zu entdecken. Und damit die Reisewoche einen passenden Ausklang findet, setzte ich mich jetzt gleich in den Fernbus nach Zürich. Mit einem halben Kilo rohem Fleisch im Gepäck. Mehr darf man in die Schweiz nicht einführen, und Grillgut soll dort außerordentlich teuer sein (und alles andere auch). Und wenn das mit dem versprochenen WLAN im Bus klappt, melde ich mich von dort wieder. Ein On-The-Road-Wort-zum-Tag, das wär doch was.

Ein Hoch auf die amerikanische Servicekultur

12:09 Uhr – Wer mehr Freizeit hat als üblich, fängt an zu hinterfragen, zu meckern und sich zu beschweren. Also habe ich das jetzt auch mal gemacht. Und zwar beim amerikanischen Jeanshersteller Levi’s. Eine Hose dieser Marke habe ich mir nämlich im Dezember 2012 im Kaufhaus Macy’s in New York gekauft. Sie hat sich seitdem zu meiner Lieblingshose entwickelt, was ihren Stoff (wie bei all meinen Lieblingshosen) schnell dünner und dünner werden lässt. Vor sie demnächst ganz kaputt ist, muss also Ersatz her. Das kommt natürlich nicht überraschend, darum suche ich schon seit rund einem Jahr nach dem Levi’s Modell mit der Nummer 505. Egal wo ich bin, ich gehe in Bekleidungsgeschäfte und sehe mich nach der Levi’s 505 um. Aber egal ob Deutschland, Österreich oder Spanien: Fehlanzeige. Im Internet ist sie vereinzelt zu finden, dann aber zu absurden Preisen und in noch absurderen Größen. Frustrierend.

Also habe ich den Levi’s Support angeschrieben und mich erkundigt, was das eigentlich soll und ob es mein Lieblingsmodell überhaupt noch gibt. Und ich bin begeistert von der amerikanischen Dienstleistungsgesellschaft. Innerhalb von weniger als 6 Stunden (und das bei einer Zeitverschiebung von mehr als 6 Stunden!) hatte ich eine Antwort in meinem Posteingang. Die Antwort selbst ist allerdings weit weniger erfreulich: „The 505 is an US model which it is not produced for Europe.“ Trotzdem hat es sich die Supportdame nicht nehmen lassen, mir gleich auch noch zwei Links zu Onlineshops zu mailen, in denen es die 505 auch in Europa gibt (aber zu absurden Preisen und in noch absurderen Größen). Natürlich wäre es mir lieber gewesen, wenn sie mir einfach so eine blöde Jeans geschickt hätte. Aber da es in dieser Richtung nicht funktioniert, sehe ich es schon kommen: Ich muss bald mal wieder nach Amerika. Und dann kauf ich mir gleich einen 505er Vorrat, dass kann ich euch sagen.

Gschnaidt

11:59 Uhr – Da ich weiß, dass ich in Sachen Heimatkunde etwas Nachholbedarf habe, überrascht es mich nicht, dass es für mich in nächster Nähe noch einiges zu entdecken gibt (was alle anderen vermutlich längst kennen und totlangweilig finden). Gestern habe ich das Gschnaidt besucht, einen sehr kleinen Weiler bei Frauenzell. Oben stehen zwei kleine Wallfahrtskapellen und direkt daneben auf einer Waldeslichtung hunderte von Holzkreuzen. Die Sterbekreuze werden dort oben aufgestellt, wenn sie auf dem Friedhof nicht mehr gebraucht werden, weil der Grabstein fertig ist. Und in dieser Maße an diesem ruhigen Ort (und dann noch bei Regenwetter) sind sie echt beindruckend, wenn auch etwas makaber.

Beeindruckend ist auch der Wirt des Gasthauses zum Kreuz auf dem Gschnaidt. Obwohl ich nur ungefähr 10 Kilometer Luftlinie von dort das Sprechen gelernt habe, hatte ich anfangs Probleme, ihn zu verstehen. Scheint ein richtiger Eingeborener zu sein. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten kamen wir dann aber gut miteinander klar, was auch an der hervorragenden Vesperplatte gelegen haben mag.

An dieser Stelle würde jetzt eigentlich ein Aufruf stehen, schleunigst mal aufs Gschnaidt zu gehen. Aber ich weiß ja, dass ihr bestimmt alle schon dort gewesen seid.

Mein kleines Fazit zur Bundesligasaison

12:15 Uhr – Also ich bin ja der Meinung, dass genau die richtigen drei Vereine die letzten Plätze in der Bundesliga belegen. Nürnberg – verheerend. Da hat nichts mehr gestimmt. Wer also dachte, dass die Choasjahre in der Nürnberger Führungsetage vorbei sind, ist ja wohl durch unsinnige Trainerwechsel eines Besseren belehrt worden. HSV – lächerlich. Ein klarer Beleg dafür, dass das Drumrum eine Mannschaft richtig runterziehen kann. Die Mannschaft dürfte nämlich mit dem Abstieg eigentlich nichts zu tun haben. Dass dann ausgerechnet auch noch die Jüngsten Platz 16 fast im Alleingang sichern, ist bezeichnend. Wobei ich – ehrlich gesagt – mit den Sportsmännern Westermann und Adler jede Menge Spaß hatte. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass jahrelange Misswirtschaft und personelles Durcheinander wenigstens in der Relegation mit dem Abstieg bestraft werden. Schon allein, weil ich gerne sehen möchte, wie diese ewige Bundesligauhr im Stadion abgeschaltet und das Maskottchen notgeschlachtet wird. Braunschweig hätte ich viel lieber in der Relegation gesehen. Da bin ich ganz bei Thorsten Lieberknecht – die hätten es einfach am ehesten verdient. Die sportlichen Voraussetzungen waren mit dieser Mannschaft sicher von Anfang an schlecht. Aber denn völlig ruhig am Trainer festhalten, überhaupt keine Panik aufkommen lassen, ein super Umfeld mit fantastischen Fans. Schade, dass es nicht für die Bundesliga gereicht hab, aber ich glaube die sind geerdet genug, um in den nächsten Jahren wieder anzugreifen. In Stuttgart dagegen kann man erst einmal durchatmen. Mit mageren 32 Punkten sind andere schon direkt abgestiegen, der VfB hatte lange vor Saisonende nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Dass dies nicht der eigenen Stärke, sondern schlichtweg dem totalen Versagen von Nürnberg und Hamburg zuzurechnen ist, ist hoffentlich allen klar. Jetzt wäre der Punkt, dass in Stuttgart endlich was passiert und über konstante Arbeit in den nächsten Jahren was aufgebaut wird (Grüße aus Mainz, Augsburg, Freiburg und neuerdings sogar Hoffenheim). Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass das in Stuttgart wieder nicht klappt und es einfach so weiter geht. Und wenn dann neben Wolfsburg, Hoffenheim oder Leverkusen bald weitere Projekte wie beispielsweise Leipzig oder ein wiedererstarkter FC Köln in der Bundesliga sind, wird es für Stuttgart ganz, ganz eng.

Egal wie man zu diesen genannten Projekten steht. Leverkusen ist ohnehin schon lange in der oberen Tabellenhälfte etabliert. Wolfsburg hat mit Allofs und Hecking nach kuriosen Ausflügen in Richtung Magath, Augenthaler, McClaren, Littbarski und Dieter Hoeneß offensichtlich in die Spur gefunden. Mit den VW-Millionen wird der VfL so zwangsläufig Erfolg haben, nächstes Jahr dürfen sie immerhin schon in der Europa League ran. Das wird allerdings nicht das letzte Ziel gewesen sein. Auch in Hoffenheim geht es nach vielen durchwachsenen Jahren deutlich nach oben, auch wenn der neunte Tabellenplatz vielleicht noch nicht so aussieht. Mit Trainer Gisdol und einer Führungsriege, die sich mehr und mehr im Hintergrund hält, kann da auch was draus werden. Bei dem Erfolg von Wolfsburg und Hoffenheim ist es allerdings umso erfreulicher, was Augsburg und Mainz, mit tabellarischen Abstrichen auch Freiburg, in dieser Saison wieder geleistet haben. Und auch, dass sich Gladbach im internationalen Geschäft etabliert, war vor ein paar Jahren so nicht zu erwarten. Zuletzt möchte ich tatsächlich auch noch für die Schalker eine Lanze brechen: Was die momentan an richtig guten, jungen, deutschen Spielern auf den Platz schicken, ist richtig stark. Und wenn damit noch Platz drei rausspringt, sieht es für die Zukunft auch gar nicht so schlecht aus.

Der 1. FC Köln wird nächstes Jahr sicher wieder erstklassig sein, und das ist auch gut so. Ich glaube sogar, wie bereits erwähnt, dass die eine richtig gute Rolle spielen können bzw. in den ersten Jahren mit dem Abstieg nicht allzu viel zu tun haben werden. Ob es Fürth oder Paderborn heute direkt schaffen, ist die Frage. Fürth hat da sicher mehr Sympathien auf seiner Seite. Aber ich kann auch mit Paderborn leben, wenn die das heute klar machen. Die spielen seit Jahren in der 2. Liga eine gute Rolle und hätten es auch mal verdient. Und Fürth kann ja dann in der Relegation gegen den HSV gewinnen.

Kulinarischer Kader

12:30 Uhr: Pünktlich zur vorläufigen Nominierung des deutschen Kaders für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft möchte ich an dieser Stelle gerne nochmals den sehr weltmeisterlichen WM-Kader der Italiener aus dem Jahr 2006 heraus kramen. Gutes Gelingen!

Buffon (Speisepilz)
Der Buffon wächst unterhalb der toskanischen Erde und lebt in Parasitismus. Buffons werden im Frühherbst gestochen und sollten innerhalb der nächsten drei Tage verzehrt werden.

Grosso (Auflauf)
Wie der Name schon verrät, ist der Grosso eher etwas für den großen Hunger. Der rustikale Hackfleisch-Auflauf ist eine Art der allseits bekannten Lasagne, in der mehrere Fleischsorten in getrennten Schichten gebacken werden. Seinen Ursprung soll der Grosso in der abruzzischen Adriastadt Chieti haben.

Cannavaro (Pferdesteak)
Bei Tierschützern ist das Cannavaro recht umstritten, unumstritten ist es jedoch eine der größten Spezialitäten auf Sizilien. Meist wird das innen noch blutige Steak zu einer kleinen Pasta-Beilage und einem Iaquinta gereicht.

Gattuso (Hartwurst)
An der Gattuso scheiden sich die Geister der Feinschmecker: Viele halten die mit Fettstückchen gespickte Wurst lediglich für den Abfall der Schlachtereien, anderer wiederum können sich eine Siesta ohne die Hartwurst aus Kalabrien kaum vorstellen.

Gilardino (Eis-Dessert)
Nix für Penible! Wer ein echtes Gilardino essen will, sollte unbedingt eine Serviette bereithalten. Der „Gilo“, wie er liebevoll genannt wird, wird mit den Fingern gegessen. Das extrem süße Dessert gilt als Kellnerschreck, da die wabbelige Süßspeise über wenig Haftung verfügt und oft vom Teller fällt.

Iaquinta (Kräuterschnaps)
Was gibt es nach der Mahlzeit Schöneres, als ein Gläschen echten Iaquinta? Der rustikale Kräuterschnaps wird im Piemont meist privat und ohne Lizenz destilliert. Deshalb Obacht: Es gibt große Qualitätsunterschiede, nur Flaschen aus offizieller Produktion akzeptieren. Nur im privaten Kreis besser nicht nach der Herkunft fragen. Der Gastgeber könnte sich beleidigt fühlen.

Camoranesi (Reibkäse)
Noch heute wird darüber gestritten, ob der Camoranesi wirklich in Italien erfunden wurde. Experten rechnen den eher faden Reibkäse der südamerikanischen Küche zu. Der Camoranesi ist jedoch nicht mit dem weltberühmten Parmesan zu vergleichen, da er nicht ganz so trocken ist und seine Farbe je nach Reife von dunkelgelb bis ocker reichen kann. Zu finden ist er zum Beispiel auf den Zambrottas.

Zambrotta (Ciabatta)
Ein beliebter Snack, der recht schnell zubereitet ist. Auf aufgeschnittenes Ciabatta wird eine Paste aus Schinken, Salami, Champignons und natürlich Käse gestrichen und anschließend gebacken. Kann man kalt oder warm genießen!

Pirlo (Sekt)
Großer Beliebtheit erfreut sich der Pirlo vor allem bei der weiblichen Jugend und in der Schwulenszene. Der perlende Sekt aus der Lombardei ist zwar Vielen zu süß, preislich aber seit Jahren konkurrenzlos.

Bonucci (Süße Gnocchi)
Dieser Geheimtipp aus Mittelitalien spaltet die Feinschmecker: Nach deftigen Gerichten werden hier als Dessert gerne karamellisierte Gnocchi mit Vanillesauce gereicht. Auf jeden Fall eine Kalorienbombe!

Montolivo (Olivenpaste)
Wie der Name es schon vermuten lässt, handelt es sich bei Montolivo um eine Paste aus reifen, schwarzen Taggiasca-Oliven Liguriens. Köstlich an Fleischgerichte oder als Füllung, aber auch als Brot-Dip.

Cassani (Snack)
Die Cassanis sind ein längliches Salzgebäck, das seinen Ursprung vermutlich im Dorf Borgomanero im Piemont hat. Gerne wird dieser Snack bei Weinproben geknabbert, da sein nicht vorhandener Geschmack das Aroma der Weine ideal neutralisiert.

Maggio (Kräutereintopf)
Der Maggio ist ein typischer Kräutereintopf der nach seinem Herkunftshort Montecchio Maggiore in Venetien benannt ist. Neben Salbei, Oregano, Chiliflocken, Gerstengraupen und Tomaten gehören auch Kalbfleisch und Camoranesi in den Maggio.

13:49 Uhr – Wie ich aus sicherer Quelle erfahren habe, gibt es Neues zur Döner-Affäre um Kevin Großkreutz. So soll nicht nur der Nationalspieler seinen Döner auf ihn beleidigende Fans des FC Kölns geworfen haben, sondern auch sein Begleiter Julian Schieber (25), ebenfalls Fußballprofi von Borussia Dortmund. Schieber habe aber nicht getroffen, so Augenzeugen.

17:52 Uhr – Nein, es braucht nicht viel, um vier junge Männer für ein komplettes Wochenende glücklich zu machen. Da reicht zum Beispiel ein kleiner Balkon im dritten Stock eines Wohnhauses in Kassel, ein Kamerastativ und eine Digitalkamera mit Selbstauslöserfunktion. Mit diesen an und für sich primitiven Männerspielzeugen vergeht so ein Wochenende dann auch wie im Flug. Wenn man das Ganze dann noch mit ein paar Bierchen, Sportschau und kurzem Weltkulturerbeprogramm kombiniert, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

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14:02 Uhr – Das mit dem Gänseblümchentee habe ich von meiner Oma abgeschaut. Sie macht das, um die Kosten für gekauften Tee zu sparen. Auf den Zeitaufwand umgelegt glaube ich ja nicht, dass sich das noch rechnet. Aber momentan spielt knappe Zeit in meinem Leben ja nicht die größte Rolle. Und außerdem finde ich selbst Lebensmittel oder Getränke herstellen ja allgemein spannend, also habe ich vor ein paar Wochen bei uns auf der Wiese und im Schildkrötengehege eine kleine Schüssel voll Gänseblümchen gesammelt, anschließend ein paar Tage getrocknet und dann in ein kleines Einmachglas gepackt. Noch mehr Bio, von hier, Fairtrade, ökologisch, vegan und was weiß ich geht eigentlich gar nicht mehr. Dass und auch dass der Tee in der Theorie ziemlich gesund ist, bringt jedoch relativ wenig, wenn er nicht schmeckt. Heute habe ich mir nun die erste Tasse selbstgemachten, puren, ungezuckerten  Gänseblümchentee gegönnt. Und ich muss sagen: gut! Die ersten Schlücke schmecken noch etwas sehr nach Wiese, aber dann entfaltet er ein wirklich recht angenehmes und feines Aroma. Nach diesem durchschlagenden Erfolg habe ich mir direkt wieder eine Schüssel geschnappt und eben neue Blümchen gesammelt. Jetzt gilt es den Wintervorrat anzulegen. Und wer weiß, vielleicht kann man aus Gänseblümchen ja auch Schnaps machen.

17:03 Uhr – Wahnsinn. Das ist ja Aprilwetter vom Allerfeinsten. Ich sitz hier im Wintergarten am Tisch – und draußen fallen die größten Schneeflocken vom Himmel. Auf den Dächern bleibt das kühle Weiß liegen und auch die frischen Triebe des Ahornbaumes sind willkommende Landeflächen. Die Fische im Teich haben auch langsam kapiert, dass das, was da geflogen kommt, kein Fischfutter ist. Wenn das die Nacht über so weiter geht, kommt morgen Früh wohl die Schneeschaufel zum ersten Mal zum Einsatz. Schade eigentlich, dass der Christbaum nicht mehr steht.

zwiebel14:27 Uhr – Homöopathische Arznei waren für mich bisher komische weiße Kügelchen, von denen keiner so ganz genau weiß, ob sie wirklich was bringen oder nicht. Aber bei weniger ernsten Problemchen können sie ja nicht schaden. Mit genau so einem weniger ernsten Problemchen – meinem Heuschnupfen – war ich gestern bei meinem Hausarzt. Oh Wunder, natürlich hat er mir das homöopathische Arzneimittel Allium Cepa D6 verschrieben. Komische weiße Kügelchen. Und dann sagt er noch in einem Nebensatz, dass der Wirkstoff hier die Hauszwiebel sei. Eine kleine Recherche im Internet hat ergeben: Tatsächlich – Allium ist der Lauch, Allium Cepa die Hauszwiebel. Das finde ich spannend und ein absolutes Pro-Argument für die Homöopathie. Man stelle sich nur vor, es gäbe auch noch Kügelchen aus Lyoner, Emmentaler und Essiggurken und außerdem homöopathische Tropfen aus Altmeister. Fertig wäre der gesundheitsbringende Wurstsalat. Ob das nicht vielleicht sogar möglich wäre, wollte ich genauer wissen. Ober ob es nicht eigentlich sinnvoller wäre, statt den jetzt nicht mehr ganz so komischen weißen Kügelchen einfach direkt Zwiebeln zu essen. Nein: Der Trick hinter Homöopathie ist, dass der Ausgangsstoff so lange verdünnt wird, bis man ihn nicht mehr nachweisen kann. Dadurch sollen die Nebenwirkungen (Mundgeruch?) ausgelöscht werden, die positive Wirkung aber sogar noch verstärkt werden. Ich muss gestehen, diese Logik leuchtet mir spontan nicht ein. Ich werd wohl trotzdem dreimal am Tag 5 komische weiße Kügelchen vom Allium Cepa D6 einnehmen. Schaden können sie ja nicht.