Dame in Rot

21:47 Uhr – Der FC Bayern spielt gerade gegen Real Madrid. Und ich weiß gar nicht, für wen ich sein soll. Madrid find ich eigentlich ganz gut, trotz Ronaldo. Immerhin ist Zidane da Trainer. Auch das ganze Selbstverständnis von Real Madrid finde ich auf seine Art bewundernswert. Dazu kommt, dass ich in Spanien in einer so vom FC Barcelona geprägten Gegend studiert habe, dass es einfach viel schöner war, Real gut zu finden. Bayern mag ich natürlich erst mal nicht. So einfach ist es aber dieses Mal nicht. Zum einen geht es darum, dass eine deutsche Mannschaft in der Champions League gut abschneidet. Zum anderen würde ich es Jupp Heynckes einfach auch gönnen, so im vorbeigehen nochmal das Tripel zu holen.

Was aber viel wichtiger ist: Der FC Bayern spielt in roten Trikots in einer rot beleuchteten Allianz Arena. Und bei Lidl habe ich heute eine Dose Bier entdeckt, in der angeblich „German Red“ drin sein soll – was auch immer das dann ist. Die Dose ist kupferfarben, es steht groß Steam Brew drauf, produziert wird das German Red aber von der Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim. Geschmückt wird die Dose von einer rothaarigen Dame im roten Kleid mit Cowboy-Zylinder und Pilotenbrille auf dem Kopf und der rechten Hand an der Hutkrempe. Umrahmt wird diese Lady in Red von einem maschinell anmutenden Sammelsurium von Rohren, Zahnrädern, Kabeln und Messinstrumenten.

Das Bier ist recht dunkel, kastanienfarben mit leichtem Rotstich. Dazu kommt viel schöner, weißer Schaum, der aber schnell verschwindet. Das German Red liegt ziemlich lahm im Glas, von Kohlensäure ist nichts zu sehen. Es riecht nach einer Mischung aus Pils, leicht muffigem Käse und einem Spritzer alkoholhaltigem Reinigungsmittel. Der Geschmack ist zuerst dumpf bitter und etwas malzig, die Bitterkeit lässt aber recht schnell nach, ohne dass ein erkennbarer Geschmack nachrücken würde. Mein erster Eindruck im Mund war auch, dass dieses 7,9 Prozent starke Bier fast eine leicht ölige Konsistenz hat. Im Nachgeschmack lassen sich Röstaromen erkennen. Irgendwie ein interessantes, ziemlich anders und wuchtiges Bier. Sehr schwer, nicht das, was man unbedingt in eine Halbliterdose füllen muss. Kann man mal testen und für sich entscheiden, wie man das findet. Ich bereue den Kauf nicht, werde mir aber vermutlich keine Palette davon holen.

Nicht geschüttelt, nicht gerührt

16:59 Uhr – Was für ein herrliches Sommerbier, dieser Hopfenstopfer Citra Ale der Häffner Bräu GmbH aus Bad Rappenau. Dieses Bier, gebraut mit Gersten- und Weizenmalz und – fast schon ungewöhnlicherweise – mit nur einer Hopfensorte, ist sehr hopfig und zeigt im Antrunk beinahe schon sommerliche Tendenzen in Richtung Heu. Der starke Hopfen führt zu diesem Hopfenaroma (Im Wort „Aroma“ steckt das Wort „Oma“. Zufall?), aber keineswegs zu großer Bitterkeit. Eine angenehme Herbe hat der Hopfenstopfer natürlich trotzdem. Das Pale Ale nach amerikanischer Art wird dann im Nachgeschmack sogar noch fruchtig-beerig, was dem Bier noch einen weiteren positiven Geschmacksschub gibt. Ein Getränk, an dem ich mich sehr erfreuen kann!

Im Glas liegt es goldgelb, leicht bernsteinfarben und recht klar, obwohl es unfiltriert ist. Die Schaumkrone fehlt, eigentlich ist so gut wie gar kein Schaum da. Das 5,1 Prozent starke Bier verströmt einen relativ schweren, süß-säuerlichen Hopfengeruch, wie man es bei dem Namen auch erwarten muss.

Das Etikett auf der braunen Drittelliterflasche sieht zugegebenermaßen eher nach weniger professioneller Bastelei in einem kostenlosen Grafikprogramm aus. Aber das kann ja auch seinen Charme haben. Was mir außerordentlich gut gefällt, sind die drei kleinen Piktogramme, die links auf dem Etikett angebracht sind und die zur richtigen Handhabung des Hopfenstopfers anleiten. Man kennt sowas ja eher als Waschhinweise in Klamotten oder als Verbot des Alkoholgenusses für Schwangere. Hier wird klar gemacht, dass der Bodensatz nicht aufgeschüttelt werden soll, das Bier im Idealfall bei 8°C, aber keineswegs warm genossen werden soll und dass sich das Trinken aus einem Glas empfiehlt. Gute Idee!

Dann lieber faltig

21:13 Uhr – Wann man dann mal mit mehr in als einer Nasenlänge in seinem vierten Lebensjahrzehnt steckt, wird es allerhöchste Zeit, dem unaufhaltsamen Alterungsprozess zumindest ein bisschen entgegenzuwirken. Warum nicht das Nützliche mit den Angenehmen verbinden? – habe ich mir überlegt und ein Anti Aging Bier besorgt.

Mit dem Bier aus der Neuzeller Klosterbrauerei kommt ein Beipackzettel. Ich weiß leider nicht, ob das für Beauty-Produkte typisch ist, in diesem Fall aber interessant – und auch ein wenig besorgniserregend: Neben Hopfen (beruhigend, keimreduzierend), Bierhefe (gut für die Haut und das Immunsystem, Vitamin B, Mineralstoffe und Spurenelemente) und Kohlensäure (durchblutungs- und bäuerchenfördernd) verstecken sich im Anti Aging Bier nämlich noch ein paar weitere Inhaltsstoffe. Zum einen Sole (Wasser-Salz-Lösung), die gut für Verdauung, den Säure-Basen-Haushalt und den Blutdruck sein soll. Dann Spirulina-Algen, die zu 60 Prozent aus Eiweiß bestehen und reich an Betakarotin, Chlorophyll, Selen, Eisen, Vitamin B, Mineralstoffen und Spurenelementen sind.  Zuletzt werden Flavonoide zugesetzt, die „vor dem Angriff durch freie Radikale schützen“. Was sich wie ein Schutzschild gegen politische Außenstürmer anhört,  wirkt aber wohl antientzündlich und beugt Krebs vor. Dass hört sich toll und exotisch an, aber auch ein bisschen eklig. Salz und Algen im Bier? Mal schauen.

Das Etikett ist ein kleines Kunstwerk: Eine Art Aquarell- oder Ölgemälde mit viel Rot, in dessen Mitte man einen angedeuteten weißen Körper mit ausgestreckten Armen erkennen kann. Ist jetzt nicht unbedingt mein Kunstgeschmack. Unten steht in goldener Farbe auf schwarzem Hintergrund, dass dies das einzige Bier für Körper, Geist und Seele sei.

Ich weiß nicht warum, aber ich bin überrascht, weil das Bier sehr, sehr dunkelbraun, fast schon schwarz ist. Der Schaum ist gelblich-beige. Optisch aber keine Spur von Algen. Der Geruch lässt nicht erahnen, dass es sich um Bier handelt. Es duftet nämlich eher nach Gemüse oder japanischer Miso-Suppe mit Tofueinlage. Der Geschmack ist auch kein Bier. Obwohl ich seit sicher 15 Jahren kein Marmite mehr gegessen habe, erinnert es mich sofort daran. Vielleicht an Marmite in der Geschmacksrichtung Fisch. Dazu ist das Jungmacherbier lack. Mit viel gutem Willen kann man die leichte Herbe als einen Hauch von Bier interpretieren. Das Anti Aging Bier mit seinen 4,8 Prozent Alkohol (macht das auch jung?) ist nicht extrem ekelhaft. Aber irgendwas an diesem Geschmack widersteht mir extrem. Ich werde diesen halben Liter nicht mal ansatzweise schaffen, es ist nicht möglich. Ich werden den Rest wohl zur äußeren Anwendung nutzen müssen.

Weil ich dieses Wellnessgetränk  nicht weiter trinken werde, altere ich wohl fröhlich vor mich hin. Da aber auch Humor jung hält, will ich uns allen dieses Video einen lustigen Biersommeliers nicht vorenthalten:

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8:22 Uhr – Was für ein Wetterchen am Wochenende. Ich hab ja beinahe das Gefühl, dass der Winter jetzt vielleicht vorbei ist. Trotz Hochsommertemperaturen und wolkenlosem Himmel habe ich den Großteil des Samstags allerdings in der dunklen Küche verbracht und 15 Liter Hefeweizen eingebraut. Hoffentlich hat sich das gelohnt. Am Sonntag habe ich mit meinen Eltern eine kleine Radtour zur Galluskapelle gemacht und die Sonne endlich ausgiebig genossen. Mit einer aufgelösten Zinktablette als kleines Doping in der Trinkflasche und der Aussicht auf ein kaltes Radler war dieser Hauch von Sport auch gut machbar. Zurück auf der heimischen Terrasse gab es dann zum Radler auch das erste Gegrillte im neuen Jahr. So soll es sein.

Diese ersten warmen Tage machen einfach Lust auf Sommer. Und darauf, sich ein cooles Fahrrad anzuschaffen. Und kleine Töpfchen mit mediterranen Kräutern oder kleine Bäumchen mit bunten Blüten. Aufblasbare Gartenmöbel und elektrische Rasenmäher. Sonnenbrille und Hawaiihemden sowie frisches Obst und sommerliche Salate. Strandkorb und Insektenhotel.

Das ist ein gutes Gefühl. Auch wenn es ein teurer Sommer werden könnte.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen

21:15 Uhr – Höchste Zeit für ein IPA. Ich hab mir eine der wertvollen Dosen geschnappt, die ich aus Texas mitgebracht habe. Eine leuchtgrüne aus dem Hause Rahr & Sons Brewing Company aus Fort Worth. Dadgum IPA heißt das Bier, was auf Deutsch wohl so viel wie „gottverdammt“ bedeutet. Das hört sich eher nach einer harten oder bitteren Angelegenheit an. Der Hinweis von 6,6 Prozent Alkohol auf der sehr textreichen Dose spricht dafür, der Verweis auf den Geschmack von frisch geschnittener Ananas und tropischen Früchten eher nicht. Noch ein Satz zum Design: Eine kleine Dose in giftigem Grün und metallischem Silber, das Logo der Brauerei ist überall als Wasserzeichen zu sehen. Außerdem unglaublich viel schwarzer Text in allen erdenklichen Schriftarten und –größen. Lediglich auf einer Seite, nennen wir sie Vorderseite, ist die Optik aufgeräumt: Ein schwarzes Wappen in Form eines Schildes, auf dem unter einer grünen Hopfendolde in großen weißen Lettern der Name der Brauerei und des Bieres prangt.

Ich habe vor Vorfreude gerade aus Versehen mit meinem Fuß unter dem Schreibtisch den Router ausgesteckt. Internet weg, Musik aus. Bier ist noch da. Da weiß man wieder, auf wen man sich verlassen kann.

Farblich ist das Dadgum IPA ein typisches IPA, goldfarben, schöner Schaum. Der fruchtig-hopfige Geruch ist eine Wucht, man muss nicht mal die Nase über das Glas halten. Der ganze Raum füllt sich sofort damit. So mag ich das. Ob es jetzt wirklich Ananas ist? Schwierig. Eine gewisse Säure ist da aber schon, das spricht für die Ananas oder auch für Beeren. Tropische Früchte? Vielleicht. Die Süße einer Papaya kann ich aber nicht riechen. Nun haben vor allem amerikanische IPAs eigentlich fast immer einen sehr guten Geruch, aber dann trennt sich die Spreu vom Weizen: Die guten erfüllen, was der Geruch verspricht. Die nicht so guten sind einfach nur brutal bitter. Mal schauen.

Nach meiner eben aufgestellten Skala ist dieser Texaner dann wohl eher ein nicht so gutes IPA. Die Herbe ist zwar erträglich, allerdings fällt es allen anderen Aromen schwer, sich dagegen durchzusetzen. Falls sie denn überhaupt vorhanden sind. Früchte? Fehlanzeige. Wenn man das Dadgum länger im Mund behält, kommt sogar ein unangenehmer alkoholischer Geschmack, der mir eher von Nachgeschmack eines sehr preiswerten Discount-Obstlers bekannt vorkommt. Leider also wieder ein IPA, das meine Erwartungen nicht voll erfüllen kann. Schade. Schaut euch aber auf jeden Fall die anderen Biersorten von Rahr & Sons an. Die Dosen sind wunderschön – und natürlich würde die Brauerei eine zweite Chance von mir kommen. Ist doch klar. Und wenn ihr dann schon auf der Seite seid, schaut auch gerne auch die ganzen Hipster an, die sich da tummeln. Wahnsinn!

 

Held des Tages

20:50 Uhr – Meine Arbeitskollegen haben mich nach meinem Geburtstag mit einem Fläschchen Bier auf meinem Schreibtisch empfangen. Sehr löblich! Das Bier war in einer dekorativen Geschenkrolle verpackt, auf der ein Bild der Flasche abgebildet ist. Macht was her. Die lichtdichte Verpackung macht aber auch Sinn, denn die Flasche ist aus weißem Glas. „Held des Tages“ steht auf dem blauen Etikett über einem goldenen Pokal. Ein Bier, das als Motto-Geschenk gedacht ist. Was es genau für ein Bier ist oder gar, welche Brauerei es braut, ist nicht herauszufinden. Im Internet wird spekuliert, dass es sich um die Hütt-Brauerei in Baunatal handelt, sicher darf man sich aber nicht sein.

Helles Gold, sehr klar, kaum Schaum, ein bisschen lahm – so liegt es im Glas. Es verströmt einen malzigen, leicht süßlichen, klassischen Biergeruch. Es ist aber direkt herber als es riecht und viel vollmundiger, als es aussieht und die helle Flasche es vermuten ließ. Die Malzsüße ist zwar vorhanden, fügt sich aber ganz ordentlich ein, hinten raus kommt sogar noch ein Schwung Bitterkeit nach. Mit 5,2 Prozent Alkohol einigermaßen schwer, auch geschmacklich macht sich eine gemütliche Schwere breit. Kein schlechtes Bier, ich bin positiv überrascht. Ich hatte eher etwas sehr Dünnes, Schwaches erwartet. Für heute mein Held des Tages!

Brln, Brln, wr fhrn nch Brln

8:15 Uhr – Das lange Osterwochenende habe ich in Berlin verbracht. Ohne große Pläne für vier Tage in der Großstadt abtauchen war die beste mentale Entspannungskur, die man sich so vorstellen kann. Trotzdem haben wir natürlich nicht nichts gemacht. Wir haben Kunst angeguckt und „Kunst“ geschaffen. Wir haben Alba Berlin im vierten Viertel zum Sieg geklatscht und mexikanisch gekocht. Und wir haben mehr Bier probiert und mehr Brauhäuser besichtigt, als ich es mir erträumt hätte.

Zunächst waren wir bei Stone Brewing, eine kalifornische Brauerei, die seit einiger Zeit auch in Berlin Bier braut. Die befindet sich in einem Gebäude eines stillgelegten Gaswerks im Marienpark. Das ist schon äußerlich cool, aber auch von innen macht die Brauerei als Restaurant und Veranstaltungsraum einiges her. Vor allem aber zählt natürlich die extrem lange Theke, an der man frisch gezapftes Bier aus Berlin, Kalifornien und auch den ein oder anderen guten Tropfen von anderen Brauereien probieren kann. Das hat mir sehr gut gefallen.

Zweite Station war eine Bierverkostung bei Braufactum. Dort gibt es eine Bar direkt am Alexanderplatz und ein Haus weiter einen kleinen Laden, in dem es auch etwas Platz für eine kleine Bierprobe gibt. Ich habe festgestellt, dass ich dem Niveau für ein Einsteigerseminar inzwischen wohl doch entwachsen bin; immerhin konnte ich dem Referenten an der ein oder anderen Stelle weiterhelfen, wenn er nicht mehr weiter wusste. Trotzdem hab ich noch einiges gelernt und natürlich auch vier ganz gute, wenn auch nicht gerade außergewöhnliche, Biere probiert. Die anderen Teilnehmer waren auch äußerst amüsant („Riecht nach Bier!“ – „Ist ganz okay, aber halt nicht so gut wie das Weihenstephaner Vitus“ – „Ich misch mal alle Biere zusammen und guck, wie das dann schmeckt“).

Nummer drei war das BRLO Brauhaus im Gleisdreieck, also da, wo ich wohnen würde, wenn ich in Berlin wohnen würde. Das gesamte Brauhaus ist aus alten, schwarzen Containern zusammengebaut und das Konzept sieht vor, dass das alles zusammen irgendwann demnächst in eine andere Stadt umziehen soll. Man darf gespannt sein. Leider hat mir hier etwas das Ambiente gefehlt, was auch daran gelegen haben mag, dass es sehr voll war. Es hat mich aber doch leicht an Abfertigung in der Systemgastronomie erinnert – und die Gläser waren auch nicht so hübsch. Über das Bier kann man allerdings auch hier nicht meckern.

Letzte Station war das Lemke, das sich unter den S-Bahn-Bögen am Hackerschen Markt eingenistet hat  und dort schon seit 1991 Bier braut und ausschenkt. Dort herrschen eine urige Atmosphäre und ein unfreundlicher Kellner. Bekannt ist die Brauerei unter anderem für die Wiederbelebung der echten, sauren Berliner Weiße und die Bierherstellung in alten Whiskeyfässern. Ich habe mich jedoch aus Skepsis und finanziellen Aspekten gegen diese beiden Spezialitäten entschieden und für ein gehopftes Weizenbier. Das war eine ganz interessante Geschmackserfahrung – und kleine Weizengläser sind ja eh immer süß.

 

null sieben fünf sechs eins

11:23 Uhr – Liebe Freunde meiner Wortbeiträge, heute will ich an dieser Stelle die Werbetrommel rühren. Seit einigen Tagen ist nämlich mein kleines T-Shirt-Geschäft wieder online. Die meisten dürften sich noch an den Onlineshop auf dieser Seite erinnern. So ist das jetzt auch wieder, nur, dass ich den Shop ausgelagert und ihm einen Schwerpunkt auf die „Marke 07561“ verpasst habe. Ich will den Shop auch dazu nutzen, um ein paar Erfahrungen mit Marketing in den sozialen Medien zu sammeln. Darum habe ich neben dem Shop auch Profile bei Facebook und Instagram angelegt. Gerne dürft ihr überall mal reingucken:

www.07561.eu
www.facebook.com/07561.eu
www.instagram.com/07561.eu/

Ich bin gespannt, wie viel Reichweite man ohne großen Aufwand erreichen kann, indem man lediglich ein nicht besonders außergewöhnliches Produkt platziert. Selbstverständlich freue ich mich über Bestellungen im Shop, aber vor allem auch über Folgen und Teilhaben auf den Social Media Profilen. Reich werde ich mit dem Shop wohl leider nicht, aber ein paar Erfahrungen und guten Einblicke in die Mechanismen von Facebook & Co sind ja auch nicht schlecht.

Im Moment hält sich die Produktauswahl  noch sehr in Grenzen, aber sicher habe ich bald mal wieder eine kreative Schaffensphase, dann kommt das ein oder andere dazu.

Schon wieder ein Affe im Glas*

21:56 Uhr – Weil ich so auf Wortspiele stehe, gibt es zum heutigen Gründonnerstag ein greenMONKey aus der Klosterbrauerei Weißenohe: Dunkelgrünes Etikett mit oben offenem, orangenem Kreis in dem „Mandarina Bavaria“ steht, das Loch oben wird vom Namen des Bieres geschlossen. Im Kreis sieht man einen Mönch (nicht grün) mit Bischofsstab, um den sich eine Hopfenpflanze schlängelt und an der ein kleiner Affe (nicht grün) hochklettert. Spricht mich an – und ist übrigens – ganz grün – ein Biobier.

Nun, noch ein kurzes Vorwort: Der greenMONKey ist prinzipiell ein klassisches Pils, von dem es aber drei Ausführungen mit jeweils einem anderen Hopfen gibt. Das mir vorliegende ist eben mit Mandarina gehopft, es gibt auch noch Varianten mit Polaris und Hersbrucker.

Mandarina hört sich ja schon dezent nach Mandarine an – und in der Tat duftet das Bier recht fruchtig mit leichter Säure und einer angenehmen Mischung aus Hopfen und Malz. Es ist goldfarben sowie leicht trüb und der Schaum ist während der ersten Zeilen auf ziemlich schnell ein Minimum zusammengefallen.

Der Geschmack ist erst einmal dünn und wässrig, fast seicht. Dem Pils fehlt es an der typischen Herbe, großartig andere Aromen kommen zunächst nicht mit. Maximal ein Hauch von Zitrussüße, die aber nicht stört. Im Nachgeschmack kann man die Mandarine wieder erahnen, und zwar schmeckt es so, wie dieses weiße Zeug, was Mandarinen und Orangen zwischen Schale und Frucht haben.  Außerdem setzt nach einer gewissen Zeit ein Hauch von Nuss ein.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier das Potenzial für ein ganz tolles Bier da wäre, das Ganze aber nicht richtig geklappt hat, denn es zeigt einfach zu wenig Charakter. Mit 5,9 Prozent ist es nicht so leicht, wie es schmeckt, aber wohl dennoch höchstens ein recht frisches, leicht fruchtiges Sommerbier. Ich hätte mir mehr erhofft.

*oder doch ein Mönch?

ISO

21:12 Uhr – Liebe Katholikenfreunde, es ist Karwoche. Da muss man auch biertechnisch mal was riskieren und beispielsweise zum Hefeweizen alkoholfrei der Brauerei Zötler greifen, den ich auch bei meinem kürzlichen Ausflug ins Allgäu mitgenommen habe.  Außerdem habe ich erst heute wieder gelesen, dass wir Deutschen zu viel Alkohol in uns rein schütten. Eine ganze Badewanne pro Jahr.

So ein Hefeweizen hat mich erst mal vor ein Glas-Problem gestellt: Soll ich ihn in mein übliches Verkostungsglas füllen oder in ein klassisches Weizenglas? Ich habe mich für letzteres entschieden, ein Modell aus dem ScharfrichterHaus in Passau mit Logo von Arcobräu. Wenn schon, denn schon schön.

Das isotonische Sportlergetränk aus Rettenberg sieht aus, wie ein Hefeweizen aussehen muss: Dunkelgold bis leicht bernsteinfarben, leicht trüb und ein schöner, fester Schaum. Riechen tut es recht süßlich und nach Hefe, nach Bier eigentlich gar nicht.

Die Süße ist auch klar dominierend im Geschmack. Und wirklich eine Süße, nicht so eine übertriebene Malzigkeit, sondern fast schon ein Hauch von Zucker. Dieser Geschmack, wenn man ewig auf Brot rum kaut, so ist das ein bisschen. Oder auch wie Agavendicksaft. Mit etwas Fantasie könnte man sich fast vorstellen, dass man eine Saftschorle trinkt. Es fehlt nämlich jedweder Hauch von Herbe oder Hopfen und es läuft äußerst flott in den durstigen Hals.

Was soll ich sagen? Das Getränk schmeckt mir gut, auch wenn es nicht nach Bier schmeckt.  Es ist prima gegen den Durst, spritzig erfrischend und bewegt sich kalorienmäßig auf dem Niveau von Saftschorle (und hat entsprechend natürlich viel weniger Kalorien als Limonaden oder Cola). Obwohl jetzt beileibe noch nicht Hochsommer ist, finde ich es schade, dass ich keine zweite Falsche im Kühlschrank stehen habe. Wenn ich Sport treiben würde, wäre das vielleicht mein Sportgetränk.