Mit Zitrusschnee nach 2019

11:38 Uhr – Und, wie hat euer neues Jahr so angefangen? Ich habe am 1. Januar erst mal eine Flasche Bier (Leffe Royal Cascade IPA) in die Tiefgarage schmissen. Dort hat es fein nach Zitrusfrucht und Mango geduftet, ich war aber schon ein bisschen traurig. Außerdem habe ich mir noch eine kleine Erkältung mit herrlichem trockenem Husten eingefangen. Realistisch gesehen kann 2019 ab jetzt eigentlich nur noch besser werden. Darauf freue ich mich.

Im Moment freue ich mich auch, denn vor meinem Fenster schneit es endlich. So richtig schön viel und dick. Sogar meine bunten Lampions und die Sitzkissen auf meiner Gartenbank sind schon schneebedeckt. Hätte man natürlich auch im Herbst wegräumen können. Aber so bin ich gleich für den Sommer gerüstet, sobald der Schnee wieder weg ist. Darauf freue ich mich auch.

Bryan Rittmayer

21:19 Uhr – Der kürzeste Tag des Jahres ist doch eine wunderbare Gelegenheit für ein Sommerbier. Zumindest heißt dieses Getränk aus dem Hause Rittmayer in Hallerndorf Summer 69 und soll ein Rock’n’Roll-Ale für die besten Tage deines Lebens sein. Abgefüllt ist das Bier in eine schöne bauchige Drittelliterflasche mit langem Hals. Das rote Etikett hat einen weißen Rahmen, darauf steht in Gelb und Weiß der Name des Gebräus samt Untertitel.

Von der Farbe des Bieres bin ich erst mal überrascht. Es ist deutlich mehr Rock’n’Roll als Summer. Es ist nämlich dunkel bernsteinfarben mit leichtem Rotschimmer, der schnell zerfallende Schaum hat fast die Tönung von Milchkaffee. Es riecht leicht säuerlich mit einem Hauch von Benzin und irgendwie nussig-zart, hier haben wir also tatsächlich eine Mischung aus Sommer und harter Rockmusik.

Das Summer 69 schmeckt gut. Aber der Geschmack ist auch richtig schwer zu beschreiben. Es fühlt sich im Mund ein bisschen ölig an und kommt mit einer breiten Herbe daher, die dann zunächst ins Malzsüße mit einer Spur von reifer Banane und im Abgang ins Säuerliche wechselt. Zurück bleibt der schon erwähnte Nussgeschmack in Verbindung mit Kräutern.

Milchkaffee aus Colorado

21:13 Uhr – Ich habe ein bisschen Angst vor meinem heutigen Bier. Weil ich aber auch neugierig bin, habe ich mir dieses Fläschchen mit dem lila Etikett vor einiger Zeit gekauft. Es handelt sich um ein Bittersweet Nitro von Left Hand Brewing aus Londmont, Colorado. Dabei vereint dieses Bier so ziemlich alles, was ich an Bier eigentlich nicht schätze: Es ist ein Imperial Coffee Milk Stout. Es ist also stark (8,9 Prozent), vermutlich ziemlich malzig bis röstig und dunkel. Außerdem wird es wohl irgendwie nach Kaffee schmecken, da eben auch Kaffee drin ist. Das Spannende ist, dass es mit Laktose vergoren ist – und das wollte ich unbedingt mal testen.

Mein Bierglas sieht wirklich beinahe so aus, als ob es mit schwarzem Kaffee gefüllt wäre, der sogar ein bisschen Crema hat. Nur die lebendige Kohlensäure verrät, dass das nicht der Fall ist. Und für Cola ist das Nitro fast zu schwarz. Es riecht natürlich nach Kaffee, auch etwas nach Karamell und Lakritze. Zumindest malzig-süß ist es in der Nase nicht.

Der erste geschmackliche Eindruck: Auch hier nicht die befürchtete Malzbombe, sondern ganz im Gegensatz hat das Stout sogar eine ziemlich markante Bitternote. Es würde sich auf jeden Fall gut mit einem Stückchen Bitterschokolade ergänzen, denn auch daran erinnert es leicht. An der Zungenspitze schmeckt es stark nach Alkohol, der Nachgeschmack bleibt von ungesüßtem Espresso. Vielleicht ist es Einbildung, aber ich habe sofort das Gefühl, dass es den Magen wärmt.

Ich bin mal wieder sehr, sehr positiv überrascht von einem dunklen Bier. Vielleicht werde ich ja doch mal irgendwann ein Freund davon. Das Nitro darf ohnehin nicht zu kalt sein, darum macht es nichts aus, wenn man es langsam genießt. Die 355 Milliliter sind mir aber – obwohl es so gut ist – fast zu viel. So ein Fläschchen wäre fast ein Genuss für zwei. Mehrere davon hintereinander zu trinken, kann ich mir nicht vorstellen.

Nøgne Goreng

20:09 Uhr – Mitten in diese vorweihnachtliche Woche passt doch hervorragend etwas Fernöstliches. Zum Beispiel ein Bier mit Zitronengras. Ein kleiner Haken am Asien Pale Ale aus dem Hause Nøgne ø ist, dass die Brauerei in Norwegen zuhause ist. Aber da wollen wir mal ein Auge zudrücken, zumal ich wahrscheinlich auch noch nie ein norwegisches Bier probiert habe. Das Bier kommt in einer schwarzen Dose mit neongelber Schrift, groß zu sehen ist ein zweimal geöffneter Kreis. Ich könnte mir vorstellen, dass das das ø darstellen soll. Es ist neben Hefe, Hopfen und Gerstenmalz auch mit Weizen und Roggen gebraut, außerdem mit Orangenschalen, Blätter der Bergamotte und natürlich mit Zitronengras. Laut Angaben auf der Dose soll es recht trocken und mehr fruchtig als bitter sein. Wir werden sehen und schmecken.

Das Pale Ale ist sehr dunkelgold bist fast orangefarben, durch seine Trübe sieht es fast ein bisschen wie naturtrüber Apfelsaft aus. Dazu trägt auch bei, dass sich der wenige Schaum sofort verflüchtigt hat. In der Nase wirkt es extrem fruchtig-süß, natürlich nach Zitrusfrüchten. Im Geschmack ist dann von dieser ganzen Süße und Fruchtigkeit nichts mehr zu finden. Das norwegische Gebräu ist eher etwas dünn und leblos, tatsächlich hat es aber den Geschmack von getrocknetem Zitronengras aus dem Asia-Laden. Genau das gibt dem Bier auch diesen trockenen Touch. Beim Schlucken lässt sich ganz hinten auf der Zunge eine leichte Bitterkeit feststellen, die aber mehr von den Orangenschalen als vom Hopfen kommen dürfte.

Ein interessantes Bier, das man auf jeden Fall mal probieren kann. Es ist absolut nichts schlechtes, aber auch nichts, das ich schon bald vermissen werde.

Runde Jungfrau

19:23 Uhr – So ein schönes Viertele Bier. Heute muss das kleinste Fläschchen aus meinem Bierkeller dran glauben. Ich musste tatsächlich ein bisschen recherchieren, um rauszufinden, dass die Brauerei La Virgen heißt und in Madrid sitzt. Das Bier ist ein Pale Ale und heißt 360°. Das braune, bauchige Fläschchen sieht wirklich aus wie eine Miniatur für einen Kinderkaufladen. Das Etikett ist cremefarben, sehr dunkelgrün und ein bisschen rot. Zu sehen ist sehr groß das Logo der Brauerei, aus dem einen junge, dunkelhaarige Frau mit großen Ohrringen heraus flirtet.  Daneben ranken sich grüne Hopfenpflanzen um die rote Zahl 360. Das sieht wirklich gut aus. Spektakulär ist auch der Kronkorken: Der ist rot, drauf ist ein schwarzes Herz mit goldenem Rand, über dem eine goldene Schärpe liegt. Auf dieser steht AMOR geschrieben. Klar, das Bier ist ja auch mit Liebe gebraut.

Das 360° liegt Goldgelb im Glas, es ist ganz leicht getrübt und von einer feinen Schaumkrone bedeckt, die fast wie Milchschaum aussieht. Es riecht leicht säuerlich, vielleicht auch etwas nach älterem Obst. Der erste geschmackliche Eindruck ist sehr trocken. Danach legt sich eine bittere Herbe in den Mund. Links und rechts davon ist leider nicht sehr viel zu bemerken. Es bleibt also ein recht erfrischendes, spritziges Pale Ale mit ordentlicher, aber angenehmer Herbe. Mit Liebe gebraut und in ein nettes Fläschchen gefüllt. Von dieser Brauerei würde ich gern bald das nächste Bier probieren.

 

Englische Mische

19:08 Uhr – Ich habe in meinem Leben noch nicht viele englische Biere getrunken, obwohl die ja eigentlich auch berühmt sind. Heute ist eines fällig. An diesem Bier fällt schon etwas Interessantes auf, bevor man die Flasche geöffnet hat: Es handelt sich um ein in England eher untypisches untergäriges Bier, das eine Mischung aus den Stilen „Hell“ und „Pils“ sein soll – was auch den Namen „Hells“ erklärt. Gebraut wird es von der Camden Town Brewery im gleichnamigen Stadtteil Londons. Dort, wo ich mir einst als Neuntklässler bei der Studienfahrt einen Che Guevara-Pin gekauft habe. Das rote Etikett ist aufs Wesentliche reduziert, dort steht in Weiß und Schwarz nur der Namen des Bieres, der Stil und klein der Name der Brauerei. Fertig.

Im Glas sieht es tatsächlich wie ein Pils aus, recht hell, sehr klar, etwas dünn und mit kleiner aber feiner Schaumkrone.  Es riecht auch wie ein klassisches Pils, etwas nach Hopfen, etwas nach Getreide und ziemlich frisch. Geschmacklich ist es zunächst doch relativ dünn, dann macht sich im Mund eine recht angenehme Herbe breit. Man könnte einen Hauch von Zitronenschalen hineininterpretieren, das Camden Hells als fruchtig zu bezeichnen, wäre aber stark übertrieben. In Nachklang spürt man am Gaumen ganz klar eine trockene Bitterkeit. Kein schlechtes Bier, für mich aber deutlich mehr ein Pils als ein Helles. Und wer Pils trinken will, muss deswegen nicht bis nach England schauen.

I U N G A

20:45 – Mein neustes Brauergebnis ist das Iunga. Und das ist wirklich ein Experimentier-Bier. Ich habe beim Brauen zum einen übrigen Hopfen aufgebraucht, zum anderen ein paar Dinge ausprobiert. So habe ich zum Beispiel ein bisschen Rotmalz für die Farbe beigemischt, außerdem Haferflocken für einen noch schöneren Schaum. Optisch war also das Ziel, ein leicht rötliches Bier mit schöner Schaumkrone zu kreieren. Übrig hatte ich noch die Hopfensorten Yellow Sub (vom Bärenjäger) und Iunga (vom Gänseblümchen). Die Aromen der Hopfen sollen fruchtig (Yellow Sub) bis beerig und bitter (Iunga) sein. Ein fruchtig-herber Geschmack in Richtung IPA schien also machbar.

Nun, der Name des Bieres ist auf einigen Umwegen zustande gekommen, Schuld sind die Hopfensorten. Yellow Sub erinnert natürlich an von den Beatles besungene gelbe Unterwasserboot, Iunga ist polnisch und bedeutet unter anderem Schiffsjunge. Weil in Bier auch viel Wasser ist, lang ein Biername mit passendem Etikett mit Bezug zur Seefahrt nahe. Wie es dann so läuft, auch nach den ersten Verkostungen – irgendwie ist es kein Seefahrerbier geworden. Viel zu wenige Kanten, zu wenig Sturm. Iunga hört sich geheimnisvoll an und ist nicht vorbelastet. Also sollte das Bier Iunga heißen. Fein. Das Etikett ziert eine Zeichnung von Chac Mo’ol, einer prekolumbianischen Gestalt aus Mexiko.  Die anfängliche (und passende) Idee, dass es sich um den Wasser- und Regengott der Maya handelt, stimmt so wohl leider nicht – auch wenn die Quellenlage nicht so klar ist. Gehen wir einfach davon aus, dass der Gute in der Schale, die er da auf seinem Bauch hat, ein kühles Bierchen hat. Dann passt das schon. Und Bier ist auch appetitlicher als geopfert Kinderherzen, die wohl eigentlich in dieses Schälchen gehört haben.

Nun, Zeit, das Iunga ausführlich zu testen. Und zunächst trinkt immer das Auge mit: Das Bier ist wunderschön. Total klar, mit lebendiger Perlung und farblich zwischen heller Kastanie und Kupferrot. Der reichliche weiße Schaum ist grobporig und hält sich sehr gut. Ich habe natürlich sehr vorsichtig eingeschenkt, in der Flasche befindet sich noch einiges an Bodensatz. Das nächste Glas wird dann nicht mehr so klar, sondern eher sehr trüb sein. Aber auch das hat ja seinen optischen Reiz.

Das Iunga riecht leicht süßlich-malzig, aber auch etwas muffig. Leichte Röstaromen mit angedatschter Aprikose vielleicht. Aber wir wollen mal nicht zu viel in den gar nicht so intensiven Duft hineininterpretieren. Der Geschmack ist sehr rund, aber äußerst schwierig zu beschreiben. Das obergärige Bier ist vollmundig und man merkt ihm seine Stärke von rund 6,5 Prozent Alkohol schon an. Das Malz schmeckt man gut, aber ohne störende Süße oder Schwere. Im Abgang macht sich eine gewisse trockene Erdigkeit (Steinobst?) im Mund breit, zusammen mit einer dezenten Herbe. Am Gaumen kitzelt sogar eine minimale Säure.

Was soll ich sagen? Dafür, dass es ein Versuch ohne höhere Hoffnungen war, ist es ganz schön gut geworden. Ein schönes, herbes und schweres Bierchen, das echt zum herbstlichen Genießen einlädt. Dass es dazu noch so schön aussieht, ist natürlich toll. Ich hab noch ein paar Fläschchen davon rumstehen, falls also wer probieren will – das ist eine Einladung. Und vielleicht lohnt es sich sogar, auf der Iunga-Grundlage ein bisschen weiter zu experimentieren, das hat meiner Meinung nach Potenzial.

PalMMa

12:03 Uhr – Was man halt an so einem herbstlichen Samstagvormittag machen, wenn einen das Fernweh packt: Man guckt, wo man demnächst einen günstigen Wochenendausflug hinmachen könnte. Wenn man dann ein echtes Schnäppchen findet mit günstigen Reisezeiten, ist das natürlich top. Manche Preise sind aber so günstig, dass man fast ein schlechtes Gewissen bekommen könnte. Für elf Euro nach Palma de Mallorca und wieder zurück? Das ist wirklich unglaublich. Ich muss an genau diesem Montag leider arbeiten, darum kommt das nicht in Frage. Sonst hätte ich es vielleicht wirklich gebucht. Ich Umweltschwein.

Interessant finde ich aber dann schon den Vergleich zur Deutschen Bahn. Mal so spaßeshalber. Wenn ich im gleichen Zeitraum von Memmingen nicht mit dem Flugzeug nach Palma (1.100 km Luftlinie) und zurück, sondern mit der Bahn ins schöne Leutkirch ( 34 km Luftlinie) und zurück reise, bin ich zwar etwas schneller am Ziel, aber die Reise kostet mich (im Verhältnis gesehen) deutlich mehr. Eigentlich schon ganz schön verrückt.

 

Gänseblümchen

21:37 Uhr – Ich bin ja ein Fan von Gänseblümchentee. Die Blümchen wachsen biologisch und düngerfrei auf jeder Wiese, man kann sie völlige legal ernten, leicht trocknen und mit heißem Wasser zu einem wohlschmeckenden und gesunden Trunk aufgießen. Was lag da näher, als ein Bier mit Gänseblümchen zu kreieren? Die Idee: Ein helles, nicht zu starkes, obergäriges Sommerbier mit ordentlicher Hopfennote aber nicht zu viel Herbe. Blumig sollte es werden, ein wenig nach Heu oder Honig vielleicht. Entsprechend habe ich die Hopfensorten Mount Hood, Brewers Gold und Iunga ausgesucht.

Dann die Flasche wieder ein Gesamtkunstwerk. Zusammen mit meinem Künstlerfreund Markus habe ich jedes einzelne grüne Fläschchen mit Moosgummiplatten und Acrylfarbe bedruckt: Auf der einen Seite schlicht in weißer Schrift das Wort BIER, auf der anderen Seite ein einzelnes weißes Gänseblümchen mit gelbem Kern. Natürlich hat auch der weiße Kronkorken einen gelben Punkt erhalten, um an ein Gänseblümchen zu erinnern. Um dem Trinker die wichtigsten Informationen nicht vorzuenthalten, hat jede Flasche ein grünes Zettelchen an den Hals bekommen, das man mit etwas Fantasie als Blatt sehen könnte. Soweit, so gut. Über den Sommer habe ich natürlich schon ein paar Gänseblümchen getrunken. Unter richtigen Test-Bedingungen musste es sich aber noch nie zeigen. Jetzt ist es soweit.

Goldgelb und recht klar ist es geworden das Gänseblümchen, eine sehr schöne Bierfarbe (wenn auch einen Tick dunkler als geplant). Der grobporige Schaum ist viel und er geht nur langsam zurück, auch das ist optisch schön. Nicht schlimm, aber eben nicht so hübsch ist, dass das Gänseblümchen selbst nach monatelanger Stehendlagerung um äußerst vorsichtigem Einschenken gewisse Schwebstoffe hat, die das Bier zwar nicht trüben, die aber eben doch unterwegs sind.

Der Geruch ist ziemlich intensiv, tatsächlich ein bisschen blumig und mit einem Hauch von Honig. Mehr jedoch riecht es nach reifen, roten Beeren, sogar Kiwi könnte dabei sein. Der Geschmack ist eine ziemliche Wucht, was der starke Geruch schon erahnen ließ. Als sommerlich, leicht, spritzig oder blumig kann man es allerdings wohl kaum bezeichnen. Es hat eine flache, aber relativ starke Herbe, direkt die volle Breitseite. Der Geschmack erinnert an kalten Schwarztee. Die Bitterkeit ist auch sofort zu schmecken, im Abgang wird sie sogar noch stärker, dazu gesellt sich eine leichte Honigsüße. Zurück bleibt ein trockener Mund.

Nun, ein schlechtes Bier ist es nicht geworden. Nur ist der Plan eben nicht ganz aufgegangen. Ein wenig Heu und Honig ist da schon, ein leichtes Sommerbier mit blumigen Aromen ist es aber nicht geworden. Schon eher ein ziemlich herbes IPA, aber eines ohne fruchtige Aromen. Vielleicht genau das richtige für den Hebst. Ich bin nicht unzufrieden.

Post-BBF-Herbstmanie (von altgr. μανία)

20:51 Uhr – Ich merke es erst jetzt so langsam: Das Bodensee Business Forum 2018 hat mich wohl doch ein paar mehr Körner gekostet als gedacht. Monatelang auf so eine Großveranstaltung hinarbeiten kostet viele Gedanken und kreative Momente, die Zeit unmittelbar davor bringt lange und volle Arbeitstage, einen vernachlässigten Haushalt und schlechte Ernährung. Dass die Tage der Veranstaltung selbst intensiv und kraftraubend sind – geschenkt. Soweit war mir das alles bewusst. Dass ich nach der Veranstaltung allerdings 5 Wochen, inklusive 3 Wochen Urlaub brauche, um wieder aufzutanken, hat mich dann doch etwas überrascht. Dass man vor so einem Höhepunkt Tag und Nacht nichts anders im Kopf hat, macht ja Freude. Die zwei Wochen danach hätte ich allerdings meine Nächte nicht unbedingt mit träumerischer Planung und schreckhaftem Aufwachen verbringen müssen.

Auch wenn es mich bis in den Schlaf verfolgt hat – was man aber wohl immerhin behaupten kann: Das Bodensee Business Forum war ein ziemlicher Erfolg. Es ist alles nahezu perfekt gelaufen, fast alles hat geklappt, so ziemlich alle waren zufrieden bis glücklich mit dem Tag. Das ist ja auch was wert.

Nach den ersten Nacharbeiten habe ich mich für zwei Wochen nach Mexiko verabschiedet. Mal wieder Urlaub mit meinen Eltern gemacht. Eine andere Art der Reise, wie ich sie sonst so in den letzten Jahren gemacht habe, aber auch spannend und schön. Das Land Mexiko sowieso mit seinen Menschen und Genüssen, aber auch unsere kleine Reisegruppe hat gut funktioniert.

Erst jetzt allerdings, nachdem ich wieder zwei Wochen gearbeitet haben und heute einen richtig unverplanten Samstag hatte (ich war Bierkaufen in Langenargen und erfolglos Duschvorhang suchen im Möbelhaus, habe viel Milchkaffee getrunken, ein bisschen geputzt und gesund gegessen), ist in meinem Kopf irgendwo wieder ein Türchen aufgegangen. Ein Hauch von neuem Elan zeigt sich, frische Ideen, neue Kreativität. Die ich direkt mal mit ein paar Zeilen hier zur Schau stelle. Morgen versuche ich da direkt nochmal einen produktiven Sonntag, produktiv für mich selbst, anzuhängen. Das wäre schön.

Dann hoffe ich, dass ich es in den nächsten Wochen auch wieder ein bisschen häufiger schaffe, mich hier zu melden. Ich freue mich natürlich auch über eure Rückmeldungen jedweder Art.