Kein Anschluss unter dieser Nummer

18:09 Uhr – Ich finde ja veraltete technische Geräte haben was. Mein Walkman. Plattenspieler. Gute alte Nokia Handys. Vor allem mit einem Mobiltelefon, das kein Smartphone ist, ist man ja sowas von abgefahren cool.

Trotzdem muss man natürlich irgendwann mit der Zeit gehen. Und mit der Zeit gehen heißt offensichtlich: mit der Masse zu gehen. Natürlich brauche ich eigentlich kein Smartphone, ich vermisse nichts. Aber ich kann mich ja auch nicht mit Mitte zwanzig schon den kleinsten technischen Errungenschaften verschließen. Darum denke ich derzeit intensiv darüber nach, mir so ein Telefon herzutun, das auch Internet und solche Späße kann.

Und da fangen die zwei Schwierigkeiten an: Welches Gerät und welcher Vertrag?

Bei den Verträgen habe ich das Gefühl, dass es bei ähnlichen Bedingungen keine allzu großen Kostenunterschiede gibt. Bei ein paar Euros hin oder her würde ich darum aus Bequemlichkeitsgründen beinahe dazu tendieren, bei meinem aktuellen Anbieter zu bleiben.

Aber die Auswahl des Smartphone ist natürlich nicht zu schaffen. Da gibt es einfach zu viele. Und selbst wenn es nur einen Hersteller gäbe – ich könnte mich vermutlich nicht entscheiden. Jetzt würde ich zum Beispiel Apple mal ausschließen. Das ist mir schlichtweg doch eine Portion zu viel Masse. Aber das macht die Sache ja nicht besser. Samsung? Nokia? Blackberry? Sony? HTC? ACER? Und was muss dann so ein Gerät für Minimalfunktionen haben? Was für eine Kamera macht ordentliche Bilder? Und wer ist eigentlich dieser LTE?

Angenommen, ich könnte mich tatsächlich für ein Gerät entscheiden – wo und wie wird es dann besorgt? Über den Vertragsanbieter? Oder im Elektrofachhandel vor Ort? Doch bei einem günstigeren Anbieter im Internet?

Aber eines ist jetzt schon sicher: Falls ich mir so ein neumodisches Ding anschaffe, wünsche ich mir auf jeden Fall zu Weihnachten so einen schönen nostalgischen Telefonhörer, den man ans Smartphone anschließen kann. Mei, wär das schön!

Alles wird besser

12:59 Uhr – Ich glaube, ich war noch nie ein Lutscher-Junkie. Wahrscheinlich gab es in meinem Leben noch nicht mal eine Phase, in der ich besonders häufig Lutscher gelutscht habe. Falls es aber doch ansatzweise sowas gab, dann war das mit Sicherheit im letzten Jahrtausend. Und meine Haupterinnerung ist eigentlich, dass ich den Lutscher irgendwann zerbissen habe. Es war nämlich äußerst unangenehm, den Lutscher ganz fertig zu lutschen. Grund dafür war der Stiel. Der war nämlich – so glaube ich – aus gepresstem Papier oder ähnlichem. Sicher sehr umweltfreundlich und gesund. Aber leider auch wasser- und speichellöslich. Man hatte dann eben immer diese aufgeweichte Papierpampe mit im Mund. Herrlich.

Gestern hat das Hotelpersonal bei der Schulung in Nürnberg für jeden Teilnehmer neben Getränken, Kugelschreiber und Block auch einen Lutscher an den Platz gelegt. Bei mir lag ein Chupa Chups mit Apfelgeschmack (übrigens ein spanisches Süßwarenprodukt, nur so am Rande). Natürlich kann ich nicht während der Schulung so einen Lutscher lutschen. Dann kann ich ja nicht mehr sprechen und der Stiel im Mund sieht jetzt auch nicht gerade spitze aus. Außerdem ist das purer Zucker und schlecht für die Zähne. Andererseits gilt natürlich die eiserne Geschenkter-Gaul-Regel. Also habe ich den Lutscher eingepackt und auf der Heimfahrt im Auto gelutscht. Und siehe da: Die Lutscherindustrie hat was dazugelernt! Der Stiel ist jetzt aus bösem, ungesundem und umweltvergiftendem Plastik. Löst sich dafür aber auch nicht im Mund auf und ich konnte den tollen Apfellutscher über viele Autobahnkilometer hinweg bis ganz zum Schluss lutschen. Jetzt habe ich einen wunden Gaumen und das gute Gefühl: Alles wird besser!

A Tribute to Franzl Romer

Wo bist Du jetzt?
Sag mir, wo Du steckst,
in welchem Film, in welchem Bett
Wo bist du jetzt?
Wie lange bleibst du weg?
(Echt)

 

15:59 Uhr – Wer wie ich Briefwähler ist, kennt seinen Stimmzettel zur Bundestagswahl ja schon. Alle andern werden ihn am Sonntag zu sehen bekommen. Und spätestens dann eint uns alle, ganz egal in welchem Wahlkreis, eine Erkenntnis: Auf der Liste fehlt links oben der Name Romer, Franz. Die Politik ist nicht mehr, was sie früher war. Ein Grund mehr, zurückzuschauen. Die schönsten Momente von und mit Romers Franz aus Untersulmentingen zeigt die folgende, schon etwas ältere Zusammenstellung aus der Kreativschmiede Aumann-Centner-Mogel-Fehr.

 

franzl1Wer hat sie nicht noch bei sich zu Hause: Tief in der Schublade verborgen, die längst vergessenen, aber immer wieder gerne gesehenen Fotos mit dem Franz. Sie künden von schönen Erlebnissen, angeregten politischen Diskussionen (Bier wird net mehr besteuert) oder gemeinsamen Auftritten auf dem Bankett.
Hier hab ich ein besonderes Schmankerl, Abendessen mit FR 1998 im Gasthof zum Schwarzen Kreuz. Der BH war für die Frauen damals noch nicht obligatorisch in der Partei.

 

franzl2Und hier ganz sportlich beim Radeln. Die ganze Zeit gab’s nur Wasser, da war das Bier nach 20 Kilometern scho redlich verdient. Der Franz fuhr übrigens aus naheliegenden Gründen platztechnischer Art auf allen Rädern gleichzeitig.

 

franzl3Puuh, das war vielleicht auch anstrengend: Nordic Walking ist ein Sport für echte Kerle. Braungebrannt und von vielen Entbehrungen gestählt, bahnen sie sich furchtlos ihren Weg durchs unwegsame Gelände – das Ziel stets vor Augen!

 

franzl4In vollkommener Harmonie mit dem gezähmten Tier, ja in vollendeter Einswerdung mit demselben, schwebt Franz Romer – gleich einer Feder, getragen nur von einem Lufthauch – über das Pflaster. Der konzentriert stechende Blick verrät nichts über die Anstrengung, derer es bedarf, um das Reittier namens „Perle von Untersulmetingen II.“ in die Piaffen, Pirouetten und Traversalen zu zwingen. Nur das Pferd schaut ob des (politischen) Schwergewichtes, das es zu tragen hat, etwas unglücklich drein.

 

franzl5Gefunden auf der Internetseite von Franz Beckenbauer. Sein Kommentar:
„Der schönste Tag in meinem Leben, noch schöner als der Sieg im WM-Finale ´90: Ich traf 2008 den Kaiser aus Untersulmentingen, Franz Romer“.

 

franzl6franzl7Dann will ich die Erstausgabe der Reihe „‚Sonne, Mond und Sterne‘ – Geschichten vom Franz“ nicht vorenthalten. Darin doziert die Hauptperson F.X.R. über ihre zwei Lieblingsthemen. (Rezension morgen im FAZ-Feuilleton!)

 

franzl8Jetzt wird’s brenzlig für den Franz….

 

franzl9Legendäres Zitat von F.X.Romer am 12.Juni 1987: „Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!“

 

franzl10Noch besser als diese Bildunterschrift in der Schwäbischen Zeitung kann man es eigentlicht nicht mehr ausdrücken. Zum Wohle!

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franzl11„Der Zapfenstreich ist eine besondere militärische Ehrung von musikalischer Seite, für Persönlichkeiten aus öffentlichen Ämtern. […] Die Zuschauer lauschen ehrfürchtig der Musik, kein Klatschen, kein Husten, kein Räuspern. Das Publikum gibt keinen Ton mehr von sich. […] Danach hat der ehemalige Bundestagsabgeordnete mit den Gästen in ausgelassener Stimmung im Festzelt gefeiert.“

 

franzl12Woher der Horst nur wieder gewusst hat wie man dem Franzl eine Freude machen kann?! Ein Nikolaus aus zwei Kilogramm zarter Vollmilchschokolade mit feinster Trüffel-Weißbier-Creme-Füllung. Da freut sich der Romer’sche Gaumen!

Auch sehr schön, das Bild trägt den Titel „Hörst Köhler mit Schokoniko“

stimmzettel8:29 Uhr – So Freunde, wir wählen heute zusammen den Bundestag. Heute ist zwar in Bayern erst mal Landtagswahl, aber da geh ich ganz alleine und persönlich hin. Für den Bundestag dagegen hab ich Briefwahl beantragt. Der Wahlschein ist gestern gekommen. Also mal schauen.

Überraschenderweise scheine ich auch hier im Allgäu zwei Stimmen zu haben. Weniger überraschend ist, dass die CSU ganz oben steht (an alle Freunde es gepflegten Gummistiefel-Kicks: Ist euch schon mal aufgefallen, dass CSU ein Anagramm zu SCU ist?). Dr. Gerd Müller wirbt um meine Erststimme. Das ist schön und gut, aber auch langweilig. Gerd (dessen Frau übrigens echt Gerti heißt) hat zwar einen Prominenten Namen und ist ein toller Politiker (Staatssekretär!) – aber der kommt so wie so mit über 50 Prozent der Erststimmen rein. Meine braucht er also nicht. Die SPD will, dass ich mein Kreuz bei einer jungen Dame namens Katharina Schrader mache. Aus Erfahrung weiß ich, dass Frau Schrader nicht mal in der Lage ist, innerhalb von vier Wochen einen Steckbrief und ein Foto bei einem Radiosender abzugeben. Und dann vier Jahre Bundestag? Lieber nicht. Die FDP schicken Stephan Thomae ins Rennen. Den kenn ich inzwischen ganz gut und ich glaube auch, dass er einen ganz guten Job macht. Allerdings weiß ich aus erster Hand, dass Herr Thomae lieber in den Landtag einziehen würde als in den Bundestag. Ob er das schafft, zeigt sich heute Abend. Meine Bundestagserststimme braucht er auf jeden Fall nicht. Bei der FDP finde ich außerdem noch schön, dass es die einzige Partei ist, bei der eine einzige Kandidatin die ganze erste Zeile bei den Wahlvorschlägen für die Zweitstimme braucht. Vielen Dank Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Leut‘ & Häuser?).

Jetzt wird’s spannender. Michael Schropp, 42, Student, tritt für die Grünen an. Netter Kerl, wohnt direkt bei mir um die Ecke und hat sogar ein grünes Hemd. Genau eines. Vaude glaub ich. Das trägt er bei jedem öffentlichen Auftritt zurzeit. Der ist noch ein bisschen so ein grüner, wie man ihn sich vorstellt, nur ohne Vollbart und eben mit Markenhemd. Ob das für meine Erststimme reicht? In Sachen Frisur kommt Schropp sicher nicht an den Kandidaten der Linken ran: Stefan Albanesi. Der trägt nämlich einen Iro. Trotzdem möchte ich eigentlich nicht die Linke wählen. Ich werden nämlich sicher bald reich, und dann will ich ja was von meinem Geld haben.

Die Piraten seh ich direkt vor Somalia rumschippern. Der Erststimmenkandidat Ralph Osterkamp ist nämlich Berufssoldat. Das kann ja heiter werden. Außerdem finde ich erstaunlich, dass die Piraten in Sachen Zweitstimme unter den Spitzenleuten keine einzige Frau haben. Die NPD ist die erste Partei, die meine Erststimme gar nicht haben will. Das ist nicht schlimm, ihr hättet sie so wie so nicht bekommen. Aber ich hätte für die nächste Wahl vielleicht einen Kemptener Kandidaten für euch.

Die ÖDP, das ist schwierig. So ganz falsch kommt mir das alles gar nicht vor. Aber andererseits habe ich auch das Gefühl, dass die bei sich selbst nicht mehr so richtig durchblicken. Schwierig zu sagen, ob man denen die Stimme anvertrauen kann. Zumal es die ÖDP sicher nicht in den Bundestag schafft – da bring ich meine Stimme sicher besser unter. Einen Lokführer außer Dienst schicken die Republikaner in den Ring, mit dem Wunsch, die Lok abzulegen. Ludwig Streitle bekommt meine Stimme selbstverständlich nicht, dafür könnten die beiden Spitzenkandidaten Johann Gärtner und Peter Staudenhöchtl rein namenstechnisch bestimmt bei den Grünen Karriere machen.

Der zehnte und zugleich letzte Direktkandidat auf meinem Stimmzettel ist spannend. Dass ich von Maximilian Schönberger noch nie was gehört habe, verwundert mich nicht. Seine Partei allerdings – Bündnis 21/RRP – sagt mir auch nichts. Rülpsende Rentner Partei? Rote Regenjacken Partei? Richtig Rechte Penner?  Nein – aber eine kurze Recherche sagt mir, dass ich gar nicht mal so schlecht lag: Rentnerinnen und Rentner Partei. Aha. Hießen die nicht früher die Grauen Panter? Ist ja auch egal, die Alten können sich von mir aus selber wählen.

Sonst noch Sensationen auf dem Wahlzettel? Bayernpartei und Tierschutzpartei lassen sich natürlich nicht lumpen, auch die Frauen sind mit dabei. Zum ersten Mal in den Bundestag wollen die Freien Wähler. In Bayern sind die ja schon eine Macht, ob es schon für Berlin reicht, ich weiß ja nicht. Die Partei der Vernunft ist natürlich auch verlockend, nicht nur, weil sie ganz unten steht. Auch, weil einer der Spitzenkandidaten früher vermutlich ein römischer Imperator war: Dominic Titus. Bekannt als Dominicus der Vernünftige.

So, und wo machen wir jetzt unsere zwei Kreuze?

mülltonnenhitler14:43 Uhr – Am Samstag arbeiten, dann eine Tour durch zwei Baumärkte und anschießend durch einen überfüllten Supermarkt. Da ist man doch froh, wenn man es schon fast bis nach Hause geschafft hat und den Blinker in die so vertraute Straße setzt. Fast wie ein kleines Schulterklopfen von ganz oben kommt es einem dann vor, wenn am Straßenrand direkt vor der Haustür gerade ein Parkplatz frei wird. Die ältere Dame hat ihren silbernen Wagen schon aufgeschlossen und beladen, sie verabschiedet sich gerade von ihrem Mann. Also gut, die Zeit sollen die beiden haben, fahr ich halt noch einmal um den Block und schnapp mir den Parkplatz. Es läuft. Keine Minute später komm ich zurück, perfektes Timing: Auf dem Parkplatz direkt vor meiner Haustür steht kein silbernes Auto mehr. Aber halt. Dafür steht dort jetzt eine schwarze Mülltonne. Ihr scheiß Mülltonnen-Nazis! Ich bin mir sicher, dass Rentner, die öffentliche Parkplätze mit Mülltonnen besetzten auch NPD wählen, Kinder mit Migrationshintergrund beim Fußballspielen zu laut finden und beim Discount ein Kilo Putenbrust für 99 Cent kaufen. Pfui!

Donnerstag der 12.

19:53 Uhr – 6 Tage lang absolut nichts zu tun, das ist eigentlich ein Traum. Blöd nur, wenn man krank ist und nicht in der Lage, irgendwas anderes mit der ganzen freien Zeit anzustellen, als auf dem Sofa oder im Bett rumzuliegen. Zum Wochenende hin werde ich jetzt aber morgen wohl mal in die Arbeitswoche startet. Am Freitag den 13. Und gleich morgen früh geht’s für mich zum Viehscheid nach Oberstaufen. Ich war noch nie auf einem Viehscheid. Und ich habe so eine ungefähre Idee, warum das so ist. Ich freu mich drauf!

Mineralswasser Zero

17:32 Uhr – Hartkäse enthält keine oder nur Spuren von Laktose. Bei Laktoseintoleranz sind Emmentaler, Bergkäse und Co. also gar kein Problem. Das weiß ich schon länger. Heute ist mir aber bei einem Hartkäseprodukt aus dem Hause Champignon die Aufschrift „laktosefrei“ aufgefallen. Das finde ich sehr interessant. Natürlich kann ich das aus Marketinggründen nachvollziehen, weil so vielleicht ein Laktoseintoleranter im Kühlregal anderen Käse links liegen lässt („Da ist ja Milch drin“), den als laktosefrei ausgezeichneten aber kauft. So weit so gut. Was ich mich jetzt frage, ist, ob das auch mit anderen Lebensmitteln funktionieren könnte. Mineralwasser Zero: Kein Fett, kein Zucker, keine Kalorien. Light-Kartoffel: Nur 0,2 Prozent Fett.  Pflanzliches Suppengrün – für Vegetarier und Veganer geeignet. Ob das funktionieren könnte?

Hofwochenhalbzeit

12:59 Uhr – Ich bin total im Bauer sucht Frau-Modus. Kein Wunder, schließlich bin ich ja seit Mittwoch jeden Tag im Auftrag der guten Sache auf mindestens einem Bauernhof zu Besuch. Für jeden Tag entsteht daraus ein kleiner Beitrag fürs Radio – und dabei muss ich mich echt zusammenreißen, um nicht in den BSF-Jargon reinzurutschen. Es bietet sich nämlich oft nicht nur an, es drängt sich geradezu auf. Am Donnerstag war ich beispielsweise beim Allgäuer Agrarökonom Andi beim Traktorfahren.  Gestern Morgen war ich bei der militanten Milchbäuerin Moni beim Melken. Am Freitag beim vielseitigen Viehbauern Franz beim Siloballen machen. Oder gestern Mittag bei der geselligen Großfamilie Schön beim Heuversorgen. Im Großen und Ganzen würd ich mal sagen, dass es bisher ganz gut läuft. Bis Donnerstag geht es noch so weiter, und dann ist die Hofwoche für mich und die Hamburger Schüler leider auch schon wieder Geschichte. Wer Lust hat, kann ja mal auf der RSA-Homepage rein hören was bisher passiert ist und was noch passieren wird. Und Personaler von Grundy Light Entertainment, die auf der Suche nach exzellenten Textern für die nächste BSF-Staffel sind, dürfen sich selbstverständlich gerne vollkommen unverbindlich bei mir melden.

Bauernkinder21:43 Uhr – Feierabend. Aber ich glaube, die Überstunden haben sich heute gelohnt. Ich habe heute Abend nämlich 19 Achtklässlerinnen und Achtklässler aus Hamburg kennengelernt. Die verbringen jetzt 10 Tage in Gastfamilien im Allgäu. Auf Bauernhöfen natürlich. Und wer besucht jeden Tag als rasender Reporter einen anderen Bauernhof und macht da eine kleine aber hoffentlich feine Reportage? Genau. Nach dem ersten Kennenlernen und auch den Gesprächen mit den Gasteltern bin ich zuversichtlich, dass das einigermaßen gut wird. Die Gummistiefel liegen auf jeden Fall schon mal im Kofferraum – und die Kollegen müssen sich eben an ein bisschen Stallgeruch in der Redaktion gewöhnen. Zum Start geht’s morgen nach Muthmannshofen. Das wird ein Höllentripp – und ich freu mich drauf.

16:21 Uhr – Ein Buchtipp an dieser Stelle, gab’s sowas schon mal? Keine Ahnung, aber jetzt kann ich mich nicht mehr zurückhalten. „Fürchtet euch“ von Wiley Cash sei euch dringend ans Herz gelegt. Das ganze spielt in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts irgendwo in der amerikanischen Provinz. Ein stummer Junge kommt beim Heilungsversuch eines Predigers in der Kirche zu Tode. Sehr geheimnisvoll natürlich, aber sein kleiner Bruder hat durch einen Spalt in der Wand alles mitbekommen. Zunächst traut er sich aber nicht, etwas zu sagen. Sehr großartig aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei ich vor allem den extremen Detailreichtum bei den Erzählungen aus der Sicht des kleinen Bruders faszinierend finde. Absolut lesenswert, wenn auch leider etwas zu dünn. Ich sag mal so – das nächste Werk von Herrn Cash werd ich mir ziemlich sicher wieder holen. Kann ja nicht schaden.