Saison-Sonett: 10. Spieltag

Treibjagd

Erst läuft ein Spitzenspiel auf hohem Niveau,
doch dann kommt Suboti? bei Schwarzgelb
und zieht so lange bis Ribéry endlich fällt.
Dortmund steht fast ganz unten im Tableau.

Wenn Stuttgart mitspielt, es bleibt dabei,
dann mangelt es an zahlreichen Treffern kaum,
diesmal allerdings alle im Tor von Kirschbaum.
Und Wolfsburg? Schwups, 4 Tore, Tabellenplatz 2.

Paderborn marschiert unbeobachtet fröhlich dahin,
kann gegen Hertha sein das 4. Erstligaspiel gewinn‘.
Freiburg siegt zum ersten Mal im zehnten Spiel.

In Hamburg wird der Weggang von Çalhano?lubeklagt
Und darum macht der HSV auf den Hakan jetzt Jagd.
Gemein: Das führt auch noch erfolgreich zum Ziel.

21:54

Lieber Herr Boenke,

bevor ich das 6. Kapitel Ihres Oberschwaben-Krimis „Gott’sacker“ aufschlagen, möchte ich Ihnen noch ein paar Zeilen schreiben.

Vorweg: mit Regional-Krimis habe ich eigentlich noch nie gute Erfahrungen gemacht. Eine Ausnahme sind dabei die Kluftinger-Krimis aus dem Allgäu, die, so empfinde ich es, diesen Markt für regionale Geschichten auch erst geöffnet haben. Alles was allerdings nachkam, egal ob ebenfalls aus dem Allgäu, aus Schwaben, Franken oder von der Ostsee, kann leider nicht mithalten. Auch die ersten fünf Kapitel Ihres Krimis aus dem Jahr 2010 nicht.

Nach fünf Kapiteln soll man aber noch nicht über ein ganzes Buch urteilen. Allerdings drängt sich mir schon seit den ersten Seiten ein Verdacht auf: Kann es sein, dass Sie versucht haben, in diesem Buch die erfolgreichsten belletristischen Ansätze der letzten Jahre zu vereinen? Das Kluftinger-Trittbrett habe ich bereits erwähnt, aber damit nicht genug. Das Buch beginnt mit einer Leiche, die massenhaft Fliegen anzieht und aus der eine ganze Armada von Maden herauskriecht. Spannende Idee. Leider haben Sie entweder nicht den Mut oder nicht das Rüstzeug, dieses Szenario so detailliert zu beschreiben wie Ihr offensichtliches Vorbild Simon Beckett in seiner Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter. Dass Ihr Mörder seine Opfer an einem metallenen Kreuz ausrichtet, lässt mich vermuten, dass Ihnen auch der amerikanische Autor Dan Brown geläufig sein dürfte. Er hat (religiöse) Symbolik in seinen Thrillern wie Sakrileg ja bekanntlich recht erfolgreich thematisiert. Ihre Hauptfigur Daniel Bönle, ein nicht mehr ganz junger, studierter Taugenichts, der in seinem Elternhaus lebt, sein Erbe für Bier und Motorräder ausgibt und jungen Blondinen nachsteigt, drängt sich mir bisher nicht als besonders spannender Charakter heraus. Hier eine Nähe zu erfolgreichen weil eigentlich durchschnittlichen und langweiligen Charakteren aus diversen Männer-Unterhaltungs-Romanen (Vollidiot, Resturlaub, Hummeldumm, Linksaufsteher…) zu unterstellen, wäre bestimmt etwas weit hergeholt.

Insgesamt aber eine interessante Mischung. Und wie heißt es so schön: Man muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfinden. Ich bin gespannt, welches Bestseller-Element mir in Kapitel 7 über den Weg läuft. Etwas mehr Verhüllung wäre allerdings angebracht, in Zeiten, in denen ehemalige Bundesminister wegen Plagiatsvorwürfen des Landes verwiesen werden.

Einen Punkt noch zum Schluss: Nicht nur an der Stelle mit der verwesenden Leiche würde ich mir etwas mehr Liebe zum Detail wünschen. Auf Seite 33 schreiben Sie beispielsweise von Häusern, die im „Stil der 50er-Jahre erbaut waren“. Mit diesem Satz laden Sie sich ja gewissermaßen selbst zu einer näheren Beschreibung der Wohngegend ein. Nutzen Sie die Macht der Worte, Bilder zu erzeugen. „Häuser im Stil der 50er-Jahre“ löst zumindest bei mir kein Bild aus. Nachhilfe gibt Ihnen sicherlich gerne Jan Weiler. Er ist ein wahrer Experte im beschreiben von Reiheneckhäusern.

Aber, lieber Herr Boenke, nichts für ungut. Ich freue mich jetzt auf die den Fortgang Ihres Krimis. Vielleicht kann er mich ja sogar soweit überzeugen, dass ich mir im Anschluss sofort Ihre anderen Oberschwaben Krimis kaufe. Dass es noch andere gibt, ist ja immerhin ein sehr gutes Zeichen dafür, dass Ihr Konzept aufgeht.

Mit den besten Grüßen
Ihr Leser
Simon Fehr

Der Erfolg gibt ihm recht.

Bei der Brauerei Härle steht das Bekenntnis zu Heimat und Natur im Vordergrund. Nicht Wenige im württembergischen Allgäu schimpften Geschäftsführer Gottfried Härle deshalb jahrelang einen grünen Dickkopf. Aber sein Erfolg gibt ihm recht: Nicht erst seit sein Bier als erstes überhaupt mit dem baden-württembergischen Bio-Siegel ausgezeichnet wurde, gilt er als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit.

Seine Bierkessel heizt er mit Holzhackschnitzeln, der Fuhrpark fährt mit Biodiesel und auf dem Dach sind Photovoltaik-Anlagen montiert: Wenn Gottfried Härle sein Bier braut, belastet das das Klima nicht. „100% klimaneutral gebraut“ steht darum auch auf jeder einzelnen Flasche Härle Bier. Klimaneutrales Bier braut Härle aber nicht aus Marketinggründen, sondern aus Überzeugung. Denn „gestern Autorennen, heute Regenwald und morgen Tennis“ hält der 60-jährige nicht für glaubwürdig; glaubwürdig sei nur, „wer wirklich was macht“. Weil es seine tiefe Überzeugung ist, dass sich jeder um die Umwelt Gedanken machen „und das dann in seinem Umfeld auch umsetzen muss“, führt er seine Brauerei seit 30 Jahren nach ökologischen Prinzipien. Dass man die schwarzen Zahlen trotz grüner Ideen nicht aus den Augen verlieren darf, ist Härle klar – und er hat damit Erfolg: In den vergangenen 15 Jahren ist der Bierausstoß seiner Brauerei um zwölf Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum verringerte sich der Absatz aller Brauereien in Baden-Württemberg um über 13 Prozent. Von ehemals drei Biersorten hat Härle das Sortiment seiner Brauerei auf stolze 14 ausgebaut.

Familien-Brauerei in vierter Generation
Gottfried Härle wächst in der familieneigenen Brauerei Clemens Härle in Leutkirch im Allgäu auf, sein heutiges Büro im ersten Stock war sein Kinderzimmer. Als 17-Jährigen zieht es ihn für ein Jahr in die USA, nach dem Abitur zum Studieren nach Konstanz und München. Dort steht aber nicht Brauwesen im Vorlesungsverzeichnis – wie der Vater es gerne gesehen hätte – sondern Volkswirtschaftslehre. „Marketing und Vertrieb waren schon immer meine Neigungen“, erinnert sich Härle. Auch nach dem Studium hat er nicht die elterliche Brauerei im Kopf, sondern erst einmal die Friedensbewegung. Gegen russische Mittelstreckenraketen und den Nato-Doppelbeschluss organisiert der damals 29-Jährige im Oktober 1983 eine Menschenkette zwischen Ulm und Stuttgart, „ohne Handy und Internet. Noch nicht mal Fax gab‘s. Und ich musste dafür sorgen, dass auf den ganzen 108 Kilometern auf jedem Meter wirklich zwei Menschen stehen.“ Härle erzählt dies mit einem Leuchten in den Augen und so, als ob es letzte Woche gewesen wäre. Zufrieden streicht er sich seinen üppigen Schnauzbart zurecht.

Deutschland wird noch von Kaiser Wilhelm II. regiert, als Brauerei-Gründer Clemens Härle 1896 den Grundstein für die Leutkircher Brautradition legt. Bis heute wird in dem damals erbauten, stattlichen dreistöckigen Gebäude aus rötlichen Ziegeln das Härle Bier gebraut. 1984 steigt schließlich der Urenkel des Gründers, Gottfried Härle, als Junior-Chef in den Familienbetrieb ein. Einfach macht er sich diese Entscheidung nicht: „Ich habe lange überlegt: Macht das Sinn? Damals war ja gerade großes Brauereisterben in Deutschland.“ Seitdem entwickelt er die Brauerei „im Sinne der Tradition“ weiter, seit 20 Jahren legt er einen starken Fokus auf die Region. Während beispielsweise die Gerste früher in Frankreich gekauft wurde, stammt sie heute komplett aus Oberschwaben. Für heimische Rohstoffe zahlt Härle auch gerne mal mehr als den aktuellen Weltmarktpreis. „Das schafft Vertrauen und gibt den Bauern der Region eine nachhaltige Perspektive“, erklärt er, während er sich entspannt zurücklehnt und sich mit der Hand durchs graue, halblange Haar fährt. Verkauft wird das Härle-Bier ebenfalls ausschließlich in der Region, nämlich in einem Umkreis von 50 Kilometern um Leutkirch. Zu einer klaren Positionierung als regionales Unternehmen gehört für Härle aber auch, die Region zu unterstützen. Darum fördert er rund um Leutkirch Vereine und Veranstaltungen als Sponsor, allerdings nur, „wenn ich selbst von einem Projekt überzeugt bin.“ Oft sind das Veranstaltungen, die auch von potenziellen Härle-Trinkern besucht werden, denn schließlich soll durch das Sponsoring auch die Zielgruppe erreicht werden: „Darum unterstützen wir zum Beispiel junge Alternativkultur, Festivals oder Studentenlokale.“

Kritische Stimme der Bürger
Auch abseits von Bier und Sponsoring engagiert sich Härle sehr für seine Heimat – und zwar in der Kommunalpolitik. Vor 25 Jahren gründete er die Leutkircher Liste als eine offene Liste für grüne Ideen. Seitdem sitzt er im Gemeinderat, auch weil er sich als örtlicher Unternehmer dazu verpflichtet fühlt. Bei den Leutkirchern kommt seine verwaltungskritische, oft eigenwillige, aber immer konstruktive Art an: Bei den Kommunalwahlen im Mai 2014 machen sie ihn zum Stimmenkönig; er erhält mit Abstand die meisten Stimmen aller Kandidaten. Härles politischer Weggefährte Burkhard Zorn, ein Leutkircher Spielwarenhändler, schätzt an seinem Fraktionsvorsitzenden dessen rhetorisches Geschick, den „gesunden Humor“ und „dass Gottfried mit seinem Intellekt den Faden immer unglaublich schnell aufnehmen kann.“ Allerdings verschweigt Zorn auch nicht, dass der Umgang mit Härle „ein bisschen schwierig“ werden könne, „wenn man anderer Meinung ist als er. Wenn’s mal nicht nach seinem Kopf geht.“ Schmunzeln kann Zorn dagegen über die modischen Marotten seines Parteifreundes: das obligatorische Cord-Sakko und die knallroten Socken, für die Härle stadtbekannt ist. Diese sind sein Markenzeichen, seit er als 15-Jähriger von seiner Großmutter ein Paar geschenkt bekommen hat. Konsequent wie er ist, hat er seit 45 Jahren keine andersfarbigen Socken mehr getragen. Einen politischen oder philosophischen Hintergrund der Farbwahl bestreitet Härle; er fügt aber spitzbübisch hinzu, dass es auf jeden Fall geschickt sei, „denn die Verwandtschaft weiß immer, was sie mir zu Weihnachten und zum Geburtstag schenken kann.“

Vorreiter und Preisträger
Neben der Region fühlt sich Gottfried Härle auch für die Umwelt verantwortlich, vor allem als Unternehmer. Die ersten grünen Ideen trägt er in den 90er-Jahren in die Brauerei hinein, zum Beispiel mit einer öffentlichen Ökobilanz, die zeigt, wie hoch der Wasserverbrauch der Firma ist oder wie viel Chlor die Reinigungsmittel enthalten. „Das hat damals für viel Kopfschütteln gesorgt“, sagt der Branchenpionier heute. 1998 stellt er seinen Fuhrpark auf Biodiesel um – die alteingesessenen Fahrer sind äußerst skeptisch, „aber es ist keiner liegengeblieben.“ Seit einigen Jahren verbrennt der gertenschlanke Firmenchef lieber Holzhackschnitzel aus der Region als jährlich 120.000 Liter Heizöl. Dazu war eine Investition von rund einer Million Euro nötig, „das amortisiert sich natürlich nicht schnell mal in fünf Jahren.“ Sein Umweltengagement ist für Härle aber nicht nur eine Herzensangelegenheit und gute Werbung, es bringt ihm auch zahlreiche Preise ein. Gerahmte Urkunden schmücken die weiße Wand des kleinen Besprechungsraums im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes, darunter der Deutsche Solarpreis, der Nachhaltigkeitspreis der Ethik-Bank und der Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg. 2010 wählt außerdem die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis die Brauerei Härle unter die Top 3 der nachhaltigsten Unternehmen Deutschlands. Die Jury lobt Gottfried Härle als „engagierten und authentischen Familienunternehmer, der nachhaltige Unternehmensführung in seiner Brauerei lebt und verkörpert“.

Selbstverständlich spielen Naturschutz und Region auch in Härles Privatleben eine wichtige Rolle, er könne sich ja schließlich nicht spalten: „Darum versuche ich auch privat möglichst Produkte aus der Region einzukaufen. Das geht hier in der Ecke ja ganz gut.“ Dann schmunzelt Härle aber plötzlich, fährt sich abermals mit der rechten Hand durchs mittlerweile ziemlich zerzauste Haar und bekennt, dass selbst er trotz allem „kein Umweltengel“ sei: „Ich fahre Auto und fliege mit meiner Frau auch mal in den Urlaub.“ Am liebsten heben die beiden in Richtung Griechenland ab, um Strand und Kultur zu genießen. 37 griechische Inseln haben sie schon besucht, „alle 160 schaffen wir wohl nicht, aber ein paar sind schon noch geplant.“ Gerne ist Härle aber auch mit seinem Hund rund um seinen Wohnort Herlazhofen, einem Dorf bei Leutkirch, an der frischen Luft oder mit seiner Frau beim Wandern im württembergischen Allgäu unterwegs. Wenn es die Zeit zulässt. Schließlich ist er mit seinem bürgerlichen Engagement und seiner Brauerei meist eingespannt. Nur daheim zu sitzen ist für Härle aber trotz näher rückendem Rentenalter ohnehin kein Ziel: „Nur Rasenmähen, Gartenzaun streichen und den Keller fünf Mal putzen, das ist nichts für mich. Darum bin ich ja auch Unternehmer geworden und nicht Beamter.“

 

Saison-Sonett: 9. Spieltag

Comebackqualitäten

Sich kurz Schütteln und Augen reiben:
Im Spitzentreffen im Borussia-Park
fordert Gladbach die Bayern arg.
So kann die Liga spannend bleiben.

Frankfurt erlebt ein wahres Fußballfest,
mit 9 Toren und für die Gäste etwas Glück,
denn Stuttgart findet immer wieder zurück,
was die Eintracht echt verzweifeln lässt.

Für Dortmund läuft es national weiter beschissen,
von Europapokal-Siegen will hier keiner was wissen.
Auch Hannover fährt ganz einfach drei Punkte ein.

Auf den Europapokalplätzen der Tabelle
sind die drei Werksklubs alle zur Stelle:
Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim.

Bachelorarbeit mal anders

8:46 Uhr – Da hatte eine Studentin mal eine sensationelle Idee, wie ich finde . Und diese Bachelorarbeit würde ich mir auch gerne mal angucken. Oder vielleicht zu einem kurzen Büchlein umgeschrieben haben. Hier ein kurzer Auszug aus dem Spiegel:

Fünf Wochen lang glaubten Freunde und Familienmitglieder, dass Zilla van den Born, 25, durch Laos, Kambodscha und Thailand reist. Dabei waren alle Urlaubsbilder, die sie auf Facebook postete, ein digitaler Schwindel – die Studentin hatte zum Beispiel Bilder von sich vor exotische Hintergründe montiert. Das „Fakebooking“ war Teil ihrer Bachelorarbeit im Fach Grafikdesign an der Kunsthochschule Utrecht.

Ein Interview mit Zilla von Born gibt es hier auf Spiegel online zu lesen.

Da stimmt was nicht

19:15 Uhr – Was für eine Torflut gestern Abend in der Champions League:

AS Rom – Bayern München 1:7
FC Chelsea – MK Maribor 6:0
BATE Baryssau – Schachtar Donek 0:7

„Toll“, würde der neutrale Betrachter behaupten. „Da stimmt was nicht“, würde mein Opa behaupten. Und er würde nicht nur, ich bin mir sogar sicher, dass er genau diesen Satz gesagt hat, als er heute Morgen die Ergebnisse im Videotext nachgeschaut hat. Vielleicht hat er seine Theorie nicht sofort am Frühstückstisch meiner Oma vorgestellt (sie kennt die Theorie nach 57 Ehejahren nämlich schon), aber mit Sicherheit der nächsten Person, die er heute getroffen hat.

Und das ist seine Theorie: Wenn in einem Fußballspiel zwischen zwei Mannschaften mit einem Klassenunterschied von drei oder weniger Klassen (Ligen) eine Mannschaft mit fünf oder mehr Toren Differenz gewinnt, dann liegt das nicht an den besseren Fußballern, sondern: dann stimmt was nicht.

Was kann da nicht stimmen? Bestechung? Spielt eine Mannschaft gegen den Trainer? Alles ist möglich. Aber die Theorie stimmt auf jeden Fall, da vertraue ich meinem Opa. Mein Opa war schließlich schon volljährig, als Deutschland 1954 zum ersten Mal Weltmeister wurde und hat dementsprechend langjährige Erfahrung mit Spielen, in denen was nicht stimmt. Mein Opa hat schon Sepp Maier mehrere Biere eingeschenkt. Mein Opa ist Ehrenmitglied beim FC Leutkirch und hat noch echte Leutkircher Derbys zwischen FC und Vorwärts erlebt. Mein Opa informiert sich im Halbstundentakt im Videotext über aktuelle Entwicklungen im Weltfußball. Mein Opa studiert immer den Sportteil der Bild am Sonntag. Mein Opa verpasst keinen Doppelpass am Sonntagvormittag und keine Nachrichtensendung auf Sport1 unter der Woche. Der jüngste Enkel meines Opas ist schon älter als Mario Götze.

Ich finde, das Vertrauen in meinen Opa ist gerechtfertigt. Da stimmt was nicht.

Saison-Sonett: 8. Spieltag

Graffiti

Der vielumjubelte Star der achten Liga-Runde
kommt aus einer unscheinbaren schwarzen Dose
und baumelt hin und her an des Schiris Hose.
Das Freistoß-Spray ist da – welch frohe Kunde!

Schlechte Kunde dagegen für den SV Werder,
das Wunder in München bleibt nämlich aus
und Bremen fährt ohne Torschuss nach Haus.
0:6, kein Sieg, vier Punkte – riecht nach Ärger.

Stuttgart und Leverkusen teilen Punkte und Spiel
und sogar Tore fallen dabei ziemlich viel‘.
0:3 zur Pause, 3:3 am Ende – was für ein Pfund!

Schon jetzt eine Saison zum Vergessen
ist es nach vieler Experten Ermessen
für die kriselnde Borussia aus Dortmund.

 

menue21:03 Uhr – Ich bin kein Freund von Lederhosen, muss mich nicht durch überfüllte Bierzelte quetschen und habe Besuche auf Oktoberfest und Wasen hinter mir, die nicht zwangsläufig wiederholt werden müssen. Und wenn ich vor zwei Jahren beim Oktoberfest in der Stierkampfarena von Valencia (die Spanier trinken mit Strohhalmen aus Maßkrügen – zu fünft! – das muss das Mallorca-Gen sein) dachte, der Tiefpunkt wäre erreicht, so habe ich mich vermutlich geirrt. Mein ehemaliger kolumbianischer Mitbewohner hielt das Oktoberfest gar für den deutschen Nationalfeiertag (wer hat den auch ausgerechnet auf den 3. Oktober gelegt – ist doch klar, dass das für Verwirrung sorgt). Natürlich kann ich nicht verschweigen, dass ich mir einst eine Badehose in Lederhosenoptik gekauft habe. Aber ich fand das geschmacklos-witzig – und es war in einer Zeit, als nicht jedes Musikvereinsmitglied so eine hatte. Das alles schien jedoch passé.

Bis ich vor wenigen Tagen wieder festgestellt habe: Am Oktoberfest ist einfach kein Vorbeikommen. Meine Schwäche liegt wohl in der Kulinarik. Vor allem dann, wenn vermeintlich bayerische Schmankerl auf Leckerbissen aus anderen Kulturkreisen stoßen. Okay, dass Oktoberfest und Italien bei so vielen besoffenen italienischen Besuchern irgendwann eins werden, war absehbar. Aber trotzdem, hier ist sie, die absolut leckere Oktoberfest-Pizza:

pizza

20:47 Uhr – In einem Fußballstadion ist das mit dem Toilettengang ja immer etwas anders als an so ziemlich allen anderen Orten der Welt. Nicht wegen der überschaubaren Hygiene und den lustigen Aufklebern an der Fliesenwand. Nein. In einem Fußballstadion steht die Schlange nämlich vor dem Männerklo. Bei den Damen: Gähnende Leere. Verrückte Welt. Im Züricher Letzigrund wird die Situation aber noch etwas verrückter, was an dem Piktogramm auf der Toilettentür liegt. Die Dame auf der Toilettentür trägt nämlich nicht den in Deutschland obligatorischen Rock. Dafür macht Sie mit einer in Deutschland so nicht gesehenen Oberweite auf sich aufmerksam. Ein interessanter Weg für ein Land, in dem es das flächendeckende Frauenwahlrecht erst seit 1990 gibt.

Manch Bodybuilder sieht das "F" und denkt: "Super - Fitnessstudio!"
Manch Bodybuilder sieht das „F“ und denkt: „Super – Fitnessstudio!“

 

Saison-Sonett: 7. Spieltag

Reimemaschinli

Die Meisterschaft scheint frühzeitig entschieden,
denn Bayern gewinnt, die Konkurrenz spielt peinlich.
Aber ein Team klettert im Schatten ganz heimlich:
Hoffenheim ist auf Platz zwei mehr als zufrieden.

Leverkusen und Paderborn teilen die Punkte
bei ihrem allerallerersten Pflichtspiel-Duell.
Der Ball ist in beiden Toren drin ganz schnell,
denn jeder Torwart macht sich einmal zur Unke.

Absichtliches Handspiel oder natürliche Bewegung?
Diese Frage sorgt in Mönchengladbach für Regung
und zeigt, dass auch Lucien Favre schön dichten kann:

„Wenn du so läufst, es ist schwer,
es ist schwer, du spielst nicht mehr!“
Gut gereimt, du weiser Schweizer Mann.

 

BallWikipedia: A ball is a round, usually spherical but sometimes ovoid, object with various uses. It is used in ball games, where the play of the game follows the state of the ball as it is hit, kicked or thrown by players. In the context of sports, „ball“ need not refer to a spherical object, as is the case in American football. Balls can also be used for simpler activities, such as catch, marbles and juggling. Balls made from hard-wearing materials are used in engineering applications to provide very low friction bearings, known as ball bearings. Black-powder weapons use stone and metal balls as projectiles. ?