Frühjahrsmode 2013

13:30 Uhr – Mensch, was hätte das gestern für ein großartiger Tag für die Weltwirtschaft werden können. Ich bin an diesem Samstagmorgen in aller Herrgottsfrüh gut gelaunt aufgestanden und habe mir erst mal ein vitaminreiches Obstsalat-Frühstück gegönnt. Als ich mich im Bad gerade frisch für einen wunderschönen Tag gemacht hatte, kam pünktlich die Sonne raus und hat meine Wohnung mit warmem Licht geflutet. Ich habe mir eine leichte Jacke übergeworfen und bin hinaus in den Frühling. Frohen Mutes und voller Lust auf die neuen Frühjahrskollektionen habe ich mich auf den Weg zum Allgäu Forum, dem großen Shopping-Zentrum im Kempten, gemacht, denn es war klar: Neue Klamotten braucht das Land. Und was ich alles Tolles gefunden hab, das ist kaum zu glauben: Von der Kopfbedeckung, über modische T-Shirts bis zum Jeanshemd über den Gürtel bis zur Stoffhose und zu stilvollen Sommerschuhe – alles! Die Schwierigkeit war leider wieder einmal mein äußerst stilsicherer Geschmack – und das damit verbundene Problem, dass jedes einzelne dieser Stücke meinen Wochenlohn deutlich überschritten hätte. Also ging ich mit leeren Händen zurück. Mit ganz leeren Händen? Nein! Immerhin hatte ich eine graumelierte Turnhose ergattert. Unglaublich bequem – und ich wage zu behaupten, dass das der neue Frühjahrstrend wird.

Ich bin halt irgendwie mehr so der Hotelbar-Typ

21:21 Uhr – Welch geschichtsträchtige Uhrzeit. Gestern und heute war ich mal wieder auf Geschäftsreise. Also quasi. Ich finde, das hört sich gut an. In Wirklichkeit war es natürlich nur ein zweitägiges Volontärsseminar in München. Aber da gehört immerhin eine Übernachtung im Hotel dazu. Und wie wir da gestern Abend noch so in einer kleinen Gruppe in der Hotel-Lounge saßen, ist mir aufgefallen, dass ich wohl Geschäftsreisender werden muss. Denn ich glaub, ich bin halt irgendwie mehr so der Hotelbar-Typ. Das könnte meine Berufung sein. Jeden Abend in einem anderen anonymen Hotel. Weil man in fremden Betten eh nicht so gut einschlafen kann, muss man das Zubettgehen hinauszögern. Und das geht natürlich am besten mit einem kühlen Bier in einer Hotelbar. Ich seh‘ mich da nahezu schon am Tresen sitzen. Nicht unglücklich mit irgendwelchen Problemen, die dann einsam an einer Bar ertränkt werden müssen. Nein. Glücklich darüber, an der Hotelbar zu sein und die Situation genießend. Zum Glück gilt inzwischen überall Rauchverbot. Sonst müsste ich für die richtige Szenerie auch noch mit Rauchen anfangen. In meinem Koffer hätte ich natürlich immer das richtige 20er-Jahre-Outfit dabei. Nur für die Bar. Ist klar, oder? Falls also jemand einen möglichst anspruchslosen und gutbezahlten Job mit vielen Hotelaufenthalt anzubieten hat: Her damit!

Lebensmittel-Fund des Tages

17:02 Uhr – Ich wollte mich grad äußerst vollwertig mit einem tollen Bio-Müsli ernähren, vor ich zum Sport gehe. Ich hol also die Milch aus dem Kühlschrank und angle das gute Bircher-Müsli ganz hinten aus dem Küchenschrank. War Schimmel drin. Oh Mann!

Quelle: motor-talk.de

Hüa

20:51 Uhr – Ich finde ethnisch nichts falsch daran, Pferdefleisch zu essen. Ich finde es auch okay, Katzen, Hunde, Nilpferde, Riesenameisen, Wolpertinger oder argentinische Rinder zu essen. Ich finde, das sollte jeder nach seinem Gusto handhaben – oder nach entsprechenden religiösen Überzeugungen. Ich persönlich stehe nicht so auf Pferdesalami, aber so einen schönen Sauerbraten habe ich glaub noch nie probiert. Natürlich kann man es nicht für gut heißen, dass Fleisch, von welchem Spender auch immer, mit Medikamenten durchsetzt ist, die der Gesundheit des Menschen schaden. Ich will zwar gar nicht wissen, wie viele Antibiotika-Puten man essen muss, damit das wirklich was macht. Aber muss ja nicht sein. Was gar nicht geht ist natürlich die falsche Deklarierung von Lebensmitteln. Wo Rind draufsteht soll auch Rind drin sein. Ich will ja auch keine Pferdesalami kaufen und die ist dann aus Meerschweinchen. Das geht nicht. Aber wie man das auch alle dreht und wendet, hin und herschiebt und von allen drei Seiten der Medaille betrachtet: Das alles ist nicht das große Problem des aktuellen „Lebensmittelskandals“. Nein. Das eigentliche Problem ist, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Fertig-Nudelgerichte kaufen. Von mir aus könnte da statt Rinderfleisch auch Arsen drin sein. Mir doch Wurst.

Schelle, Schelle!

16:58 Uhr – So, es ist so weit. Heute werde ich nach sechs faschingsfreien Jahren mein Comeback in der Leutkircher Fasnet feiern. Warum weiß keiner so genau, aber ich werde auf den Weiberball gehen. Gerade in diesem Moment frage ich mich schon wieder: Warum eigentlich? Da ich sicher erst nach dem Programm aufschlagen werde, könnte es ja vielleicht ein ganz geselliger Abend werden. Man ist ja fast vorurteilsfrei.

Aber klar, wer auf einen Ball geht, muss sich verkleiden. Und da ich jetzt schon seit 2 Minuten in Leutkirch bin, muss ich mir langsam so meine Gedanken machen. Das ist ja nicht so leicht. Das Kostüm muss kreativ sein, ein bisschen scheiße aussehen aber nicht zu scheiße. Außerdem darf es während der Veranstaltung nicht zu heiß (im temperaturmäßigen Sinne) sein und auf dem Heimweg nicht zu luftig. Es ist ja immer noch Anfang Februar. Auch ein regelmäßiger Toilettenbesuch sollte ohne größere Auskleidungsaktionen gewährleistet sein, ebenso die Zufuhr von Flüssigkeit. Dann stellt sich natürlich die Frage, ob man sich absolut zum Motto passend verkleidet, oder auf gar keinen Fall. Schwierig. Dem ganzen wird noch das Jäckenkäppchen aufgesetzt durch die Tatsache, dass die Zeit drängt. Darum werd ich jetzt mal den Dachboden besteigen und unsere Verkleidungskisten durchwühlen. Und irgendwas modrig riechendes wird dann schon dabei sein. In diesem Sinne: Gute Besserung!

Revolution für eine bessere Welt

9:42 Uhr – Was die Stadt Köln kann, das kann ich schon lange. Und ich meine jetzt nicht Karneval. Nein, ich werde mich aus Protest auch dem Rundfunkbeitrag verweigern. Ob ich damit auch vor irgendein Gericht gehe, lasse ich mal offengestellt. Vielleicht lasse ich die schmutzige Arbeit auch die anderen machen und sitze die ganze Sache einfach aus.
Es gibt ohnehin nur zwei Sendungen, die ich in den öffentlich-rechtlichen Sendern ab und zu schaue – und Wetten dass… gehört nicht dazu. Zum einen sind das Fußball-Länderspiele. Wenn ich dafür aber in einem nicht WM & EM Jahr 17,98 Euro pro Monat bezahlen soll, dann würde ich das Geld lieber in einem gemütlichen Irish Pub mit Großleinwand in überteuertes Pils anlegen. Die zweite Sendung ist die Sportschau. Davon abgesehen, dass der Informationsgehalt dieser Sendung immer schwammiger wird, liegt der Sendeplatz am frühen Samstagabend doch so, dass man ab und an eine Sendung verpasst. Das liegt natürlich daran, dass am Samstagmittag gespielt wird, das ist mir schon klar. Aber ich würde mir die Sportschau auch gerne am Sonntagvormittag in der Mediathek der ARD gerne nochmal anschauen, wenn ich am Samstag keine Zeit hatte. Geht nicht. Dort gibt es zwar so ziemlich alles, aber eben keine Sportschau. Auch hier ist mir klar, dass das mit den sehr teuren Übertragungsrechten zusammenhängt. Aber hey – wo eine Lösung gesucht wird, wird ja wohl eine gefunden werden. Und wenn nicht, dann sollen eben alle Sportschau-Freunde ihre 17,98 Euro an Sat1 spenden. Ich denk mal, die würden ziemlich schnell eine ziemlich gute Neuauflage von ran aus dem Hut zaubern. Und sonst hol ich mir eben Sky Bundesliga für 24,90 Euro. Ist zwar ein bisschen teurer, aber dafür bekommt man auch viel mehr.
Bliebe nur das Problem, dass ich nach momentaner Regelung trotz absolutem Boykott von ARD, ZDF und dritten Programmen (sorry Kunst & Krempel) weiterhin den Rundfunkbeitrag bezahlen müsste. Aber vielleicht scheppert es ja demnächst gewaltig und alles wird gut. Solang verhalte ich mich ruhig und genieße still die Revolution.

München wie es singt und lacht

20:57 Uhr – So. Wissbegierig wie ich bin, habe ich mich am Wochenende weitergebildet. Es stand nämlich der erste Termin des Radio-Volontärs-Seminars an. Das heißt: Am Freitag und Samstag habe ich etwas über Beiträge in München gelernt. Naja. So extrem viel habe ich vielleicht nicht über Beiträge gelernt, aber es ist ja auch okay festzustellen, dass man schon das meiste weiß. Dafür habe ich elf mehr oder weniger interessante andere Volontäre kennengelernt die bei elf mehr oder weniger interessanten Radiosendern in ganz Bayern arbeiten. Die zwei Eindrücke, die mich aber noch am meisten beschäftigen, sind kulinarischer Natur. Punkt 1: Wir sind zweimal gemeinsam zum Mittagessen. Für jeden Teilnehmer stand pro Mittagessen ein Budget von 25 Euro zur Verfügung. Man kann ganz schön reinhauen für 25 Euro. Gerade wenn einem als Volontär ein solcher Betrag normalerweise pro Woche zur Verfügung steht. Punkt 2: In der Bier-Welthauptstadt München musste ich abends an der Hotelbar norddeutsches Pils aus grünen Fläschchen schlürfen. Da stimmt doch was nicht.

Her mit eurer Kohle!

13:18 Uhr – So Freunde, dann mal her mit eurer Kohle. Es ist nämlich so:Ich werd demnächst mal wieder ein paar T-Shirts bedrucken lassen. Um Versandkosten zu sparen, würde ich euch anbieten, dass wir eine Großbestellung machen. Falls also wer Interesse an einem Leutkirch-Shirt oder irgendwas anderem hat, würde ich vorschlagen, dass derjenige sich diese Woche mal bei mir meldet. Vorschläge gibt’s im Kaufladen, aber fast alles andere ist natürlich auch möglich. Einfach Bescheid sagen. Natürlich kann auch jeder jederzeit für sich selbst bestellen, da hab ich natürlich nix dagegen (höhämm…). Aber nächste Woche wäre wie gesagt Versandkostensparen angesagt. Ganz neu ist übrigens die 07562-Edition für alle Freunde der Nachbargemeinde.

Ihr seid coole Schweine!

15:39 Uhr – Freitagmorgen, ziemlich genau halb drei Uhr. Ein zunächst undefinierbares Geräusch holt mich aus meiner Tiefschlafphase. Bald wird mir klar: Das könnte meine Türklingel gewesen sein. Das ist meine Türklingel. Macht nichts, hat sich eben irgendjemand verdrückt. Bald wird mir klar: Da hat sich niemand verdrückt, da will jemand bei mir klingen. Egal. Doch irgendwann wird es so penetrant, dass ich doch anfange, mir Gedanken zu machen, wer wohl etwas mit dem Sturmklingeln bei mir erreichen möchte. Steht vielleicht das ganze Haus in Flammen? Um ziemlich genau halb drei Uhr am Freitagmorgen durchaus denkbar. Also stehe ich auf, schlüpfe in meine liebevoll auf dem Teppich abgelegte Jogginghose, und mache mich auf den Weg zum Balkon, um mal einen Blick vor die Haustüre zu werfen. Auf dem Weg dorthin sehe ich, dass mein Handy vibriert. Ich werfe einen Blick auf den nächtlichen Anrufer – und auf einen Schlag wird mir klar: Ich habe Besuch! Ich drücke auf den Türöffner und schon bald begrüße ich eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben Gäste aus Leutkirch, die nach einem Ausflug ins Kemptener Parktheater noch gerne bei mir vorbei schauen wollen. Erst bin ich leicht überfordert – denn: Die wollen jetzt aber nicht bei mir pennen, oder? Nein, es ist eine Fahrerin dabei. Zum Glück. Nichts gegen Übernachtungsgäste, aber sieben, nachts um ziemlich genau halb drei Uhr und am nächsten Morgen arbeiten – naja. Aber keine Übernachtungsgäste, nur Nachtgäste. Also setzten wir uns ins Wohnzimmer – wenn man zusammenrückt und einer sich nicht setzen will, können sich dort alle setzten – und trinken noch ein nächtliches Bierchen auf den Besuch. Nach einer guten halben Stunde verabschiedet der Besuch wieder, vermutlich aus Rücksicht auf mich. Sehr höflich. Und schade eigentlich. Ich bin nämlich gerade richtig aufgewacht, das kühle Bier schmeckt gut und von mir aus könnten die Gäste jetzt auch bis zum Frühstück bleiben. Egal. Ich hab mich auf jeden Fall gefreut, als es dann schon etwas nach genau halb drei Uhr war am Freitagmorgen.