Rotes Kehlchen

20:24 Uhr – Es ist ein gerne zitiertes Klischee aus den Hobbyküchen der Welt: Weil in das Sößchen ein Schuss Wein gehört, wird eine große Falsche geöffnet und während des Kochens schön ein Gläschen Rotwein nach dem anderen gekippt. Mag mancherorts so sein. Aber in Wirklichkeit geht natürlich nichts über einen kühles Koch-Bier.

Kartoffeln, Auberginen und Karotten schnippeln, die Marinade aus Knoblauch, Rosmarin und Olivenöl vorbereiten – und dabei ein kühles Rotkehlchen der Marke Berliner Bürgerbräu genießen. Berliner Bürgerbräu gibt’s wohl gar nicht mehr, aber die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei vertreibt weiter Bier unter diesem Label, und zwar eines mit 5,3 Prozent in der Longneck-Flasche. Ob die Farbe des Getränks so rubinrot ist wie angekündigt, kann ich leider nicht sagen: Ich habe aus der Flasche getrunken. Bei richtiger Trinktemperatur und großem Durst durchaus eine Möglichkeit. Obwohl man das Rotkehlchen sogar bei Amazon kaufen kann, würde ich einen Neuerwerb nicht zwangsläufig empfehlen.

Das Rosmaringemüse ist übrigens sehr lecker geworden.

Der Sonne zum Gruße

20:10 Uhr – Meine Krankenkasse ist sehr bemüht um mein Wohlbefinden und die Erhaltung meiner Arbeitskraft. Das finde ich schön. Jetzt habe ich eine Liste mit Angeboten aus dem Präventionskursportfolio zugeschickt bekommen, bei denen meine Teilnahme von der Krankenkasse bezuschusst oder ganz übernommen wird. Und auf dieser Liste befinden sich einige Perlen der Bewegungskunst:

  • Hatha Yoga für Anfänger – Einführung in den Sonnengruß (Surya Namaskar) und in die Bauch- und Vollatmung
  • Stressfei mit Progressiver Muskelentspannung nach Jacobson
  • Stressbewältigung durch Achtsamkeit
  • Hatha-Yoga
  • Hatha-Yoga Kurs, Erholung und im Stress durch eine ausgewogene Yoga Übungsprasis
  • Qi Gong der vier Jahreszeiten

Wer oder was ist eigentlich dieses Hatha? Ich habe ja gehört (und gehofft), dass Bier-Yoga der neuste Yoga-Trend ist. Einführung in den Sonnengruß hört sich aber auf jeden Fall sehr interessant an. Auch die Stressbewältigung durch Achtsamkeit weckt mein Interesse. Und Qi Gong der vier Jahreszeiten hört sich auch ein bisschen nach einem feudalen Mal im Chinarestaurant an. Ich kann mich kaum entscheiden, mit welchem Angebot ich beginnen werde. Dabei könnte ich mir durchaus vorstellen, dass Berichte über die präventiven Zusammenkünfte mein Wort zum Tag beleben würden.

Vielleicht muss ich auch erst mal schauen, wie die Kurszeiten sind. Denn ich kann mir schon vorstellen, dass bei der Terminplanung zum Beispiel Rücksicht auf Hausfreuen und Rentnerinnen genommen wird. Ganz ohne Vorurteile natürlich.

Leider vergeblich gesucht auf meiner Liste der Leibesertüchtigungen habe ich Aktivitäten wie das erwähnte Bier-Yoga, Kegeln, Jouer aux Boule, Rhythmisches Kommando Bimberle, Altherrenfußball oder Powernapping. Hier sehe ich noch Verbesserungspotenzial. Aber man soll den Tag bekanntlich nicht vor dem ersten Sonnengruß kritisieren.

Schlummertrunk

22:44 Uhr – Zur Schlussphase des Schalkespiels und kurz vor dem Schlafengehen noch ein Schlummertrunk: BRLO Craft Beer Porter von der Braukunst Berlin GmbH. Starke 7,0% verbergen sich in der kleinen 0,3 Literflasche mit einfachem aber sauberem Etikettendesign. Und jede Menge Geschmack hat es auch. Wobei der Geschmack von dunklem Bier normal nicht so mein Ding ist. Nach dem ersten Schluck habe ich auch tatsächlich gezweifelt, ob ich das ganze Fläschchen schaffe. Aber man muss sich drauf einlassen, dann kann man dem malzigen Geschmack schon was abgewinnen. Als Hochgenuss würde ich es jetzt dennoch nicht direkt bezeichnen – aber als Schlummertrunk ist das letztendlich gar nicht so übel.

Und noch eine Schlaumaierinformation: Brlo ist der altslawische Ursprung des Namens Berlin. Na dann: NSTRVJ!

Rumtopfsaison eröffnet

18:53 Uhr – Nach dem durchschlagenden Erfolg meines letztjährigen Rumtopfs komme ich eigentlich gar nicht darum herum, auch dieses Jahr wieder einen köstlichen Vitamintrunk anzusetzen. Also habe ich gestern das erste Kilo Zucker mit einem Kilo Erdbeeren und dem ersten Fläschchen Überseerum in den Rumtopf gefüllt. Es geht wieder los. Ein Traum!

Die Erdbeeren sind natürlich Pflicht, da gibt es kein Wenn und Aber. Der Duft von frischen Erdbeeren ist einfach der Wahnsinn. Ab jetzt könnte ich aber kreativ werden. Hier ist jedoch das Abweichen von bewährten Pfaden – heimische, saisonale Früchte und Beeren – gefährlich. Eine falsche Zutat im Frühjahr versaut dann das ganze Weihnachtsfest. Das mag man sich ja gar nicht vorstellen.

Natürlich würde mich auch mal ein Tropica-Rumtopf anlachen, so mit Ananas, Papaya, Mango, Maracuja und  Kaktusfeige. Der Trend geht ja ohnehin zum Zweitrumtopf, oder?

 

Das unabhängige Hauptstadthelle

21:38 Uhr – Das heutige Feierabendbier: „Berliner Helles – Das unabhängige Hauptstadthelle“, ein Mitbringsel für mich selbst aus Berlin aus dem Hause „Berliner Bären Bräu“. Die braune Halbliterflasche überzeugt durch ein schönes Etikett mit antikem Brandenburger Tor unter blauem Himmel, Bären-Wappen und markantem Schriftzug. Der Inhalt wartet mit 4,8 Prozent und einer Malz- (Pilsener Malz, Münchner Malz) und Hopfenmischung (Herkules, Perle, Tradition) auf. Gut gekühlt war es durchaus genießbar, für ein Helles recht herb und schon beinahe mit Pilsgeschmack. Nach einer Flasche war es dann aber auch gut, Lust auf ein zweites hat das Hauptstadthelle nicht unbedingt gemacht.

Lust auf Grape

21:48 Uhr – Zu meinem Geburtstag habe ich einige ganz außergewöhnliche und hoffentlich sehr schmackhafte Biere geschenkt bekommen. Vielleicht deshalb ist nach und nach der Gedanke in mir gereift, dass man eigentlich viel mehr Bier trinken sollte. Jetzt nicht unbedingt jeden Freitagabend zwanzig Stück. Nein, viel lieber jeden Tag eines – und das mit viel Genuss. Als eine Art Entspannungsübung. Zum Abschalten und nur auf den Geschmack konzentrieren. Statt Schokolade, Gummibärchen oder Zigaretten. Da ich eben einige tolle Biere geschenkt bekommen habe und außerdem in Berlin auch auf ein paar Sonderlichkeiten gestoßen bin, werde ich das in den nächsten Tagen und Wochen mal ausprobieren. Zurück zum guten alten Feierabendbier. Weil es heute auf meinem Balkon noch herrlich sonnig war, habe ich begonnen mit:

Lust auf Grape. Der fruchtige Biermix“, Privatbrauerei Hoepfner, Karlsruhe, 2,5%. Gut gekühlt ein sehr erfrischendes Biermischgetränk aus Vollbier und Grapefruiterfrischungsgetränk mit säuerlicher Zitrusnote, eine echt süffige Alternative zum herkömmlichen Radler. Hat mir sehr geschmeckt! (Und ich hab noch eins davon hihi)

Festival der Nachhaltigkeit

21:09 Uhr – Nach vielen Jahren feiere ich in diesem April mal wieder richtig meinen Geburtstag: Mit einem Garagenfest. Das kann man schon mal machen, wenn man langsam aber sicher auf die Ende Zwanzig zugeht. Und ich freue mich tierisch. Es wird nämlich ein Festival der Unnachhaltigkeit. Ich habe Pappteller und Plastikbecher besorgt. Natürlich auch Einmal-Tischdecken und Wegwerfbesteck. Einmal-Möbel waren mir aber zu teuer. Gefeiert wird in einem zugigen Raum, der großzügig mit fossilen Brennstoffen beheizt wird. Dass es Getränke aus Einweggebinden gibt, sollte klar sein. Aber nicht nur. An Getränken gibt es nämlich selbstverständlich das, was seit Jahren bei mir rumsteht und nicht weg kommt. Endlich gibt es nun wieder eine Gelegenheit, den Gästen selbstgemachte Liköre aus zwei Jahrzehnten unterzujubeln oder den guten Korn, der noch in Mark bezahlt wurde, und die staubige Flasche Mädchentraube. Und das wiederum ist ja dann doch sehr nachhaltig.

Frühling in Europa

21:43 Uhr – Hey, mein Gejammer über das Wetter hat echt gut funktioniert. Das muss ich mir merken. Ich bin inzwischen sehr zufrieden. Heute gab es zum ersten Mal im neuen Jahr sowohl Mittagessen als auch Abendessen auf der Terrasse. Und den Nachtisch sogar bei Kerzenschein. Fühlt sich schon fast wie Sommer an. Morgen frühstücke ich draußen. Und meine kleine Chiliplantage wächst auch fleißig.

Auch virtuell gibt es Neuigkeiten: Auch die alt bekannte und allseits beliebte Domain simon-fehr.com funktioniert jetzt wieder und ihr kommt direkt und ohne Umwege auf diese Seite. Ich alter Europäer. Ihr alten Europäer.

Und ich wart‘ mal wieder auf den Frühling

18:37 Uhr – März. Das war doch eigentlich das Bunte, Frische mit den Blümchen und den Bienchen und den Gefühlen, oder? Ich fühle mich leider, als ob es Ende November wäre. Alles ist grau, nass und kalt. Und dunkel. Gefühlt geht das hier in Ravensburg schon seit Mitte September so. Denn einen richtigen Winter (das mit Schnee) gibt’s hier ja auch nicht wirklich.

Eigentlich möchte ich nicht zu den Menschen gehören, denen der Winter generell zu kalt, schneereich und glatt, den Sommer zu heißt und zu trocken, der Herbst zu nass und das Frühjahr zu fröstelig ist. So sind die Jahreszeiten halt und jede an sich ist einzigartig und schön. Aber aktuell fänden mein Gemüt und meine Balkonpflanzen ein paar Sonnenstrahlen echt in Ordnung. Nicht, dass das noch in einer ausgewachsenen Märzdepression bzw. Missernte endet.

Vor allem ist ein grauer März aber natürlich eine super Gelegenheit, mal wieder „Frühling“ von den Sportfreunden Stiller zu hören. Ich mag das Lied.