Maria, ihm schmeckt's nicht.

22:19 Uhr – Das ZDF hat heute den Film „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ gezeigt, der nach dem gleichnamigen Buch von Jan Weiler im Jahr 2009 verfilmt wurde. Dafür möchte ich mich beim Zweiten bedanken. Es ist nicht so, dass ich den Film noch nie gesehen hätte. Und auch das Buch habe ich mehrmals gelesen. Trotzdem finde ich den Film außerordentlich gelungen. Während ich das Buch nämlich hauptsächlich als lustig in Erinnerung habe, erzählt der Film phasenweise sehr ergreifend die Geschichte des Gastarbeiters Antonio. Dabei kommen aber Lacher auf keinen Fall zu kurz. Gerade über die typischen deutschen und italienischen Klischees kann man wunderbar lachen, obwohl die im Film eigentlich kritisch beäugt werden. Außerdem kann man wunderbar italienische Flüche und böse Wörter lernen.

Kurz und knapp, was ich damit sagen will: Wer es nicht ohnehin schon getan hat, sollte sich auf der Stelle das Buch besorgen und das nächste Mal die Glotze anmachen, wenn es heißt „Maria, ihm schmeckt’s nicht.“

 

Wir lieben Lebensmittel

edeka
Bildquelle: Edk Koblenz

21:24 Uhr – EDEKA. Das sind ja bekanntlich die, die nicht nur ganz amüsante Fernsehwerbung machen, sondern auch Lebensmittel lieben. Da trifft es sich eigentlich ganz gut, dass es nur wenige Gehminuten von meinem Arbeitsplatz einen nigelnagelneuen und recht geräumigen Markt der blaugelben Handelskette gibt. Natürlich gibt es dort auch eine Fleischtheke, die warme und kalte Snacks feilbietet. Zum einen freue ich mich beim Studium des Angebots immer aufs Neue, dass ich endlich wieder in einem Landstrich wohne, in dem Brötchen „Wecken“ heißen. Zum anderen freue ich mich auch immer, dass dort Mett-Wecken auf der Karte stehen (wobei genau in dieser Kombination wiederum auch „Brötchen“ seinen Reiz hat). Die Geschichte mit den auf der Angebotstafel angebotenen Mett-Wecken hat nur einen Haken: Mett-Wecken gibt es nie. Zu keiner Tageszeit an keinem Tag. Und Mett ist auch nicht in etwa wegen großer Beliebtheit ständig aus; Mett wird einfach nicht gemacht, wie mir die Fleischwarenfachverkäuferin im Vertrauen verraten hat. Ein ziemlich hinterlistiges Angebot also. Aber beim weiteren Analysieren der groben und feinen, fettigen und extrem fettigen Auslage kam mir eine Idee. So habe ich eine Zwiebelmettwurst im Plastikdarm geordert und die plauderlaunige Dame angewiesen, mir jene auf einen Laugenwecken zu streichen. Uns war beiden schnell klar, dass eine komplette Zwiebelmettwurst auf einer Laugenweckenhälfte eine gehörige Portion ist. Der Laugenwecken war nämlich sehr klein. Und jetzt weiß ich auch, warum EDEKA Lebensmittel liebt: Die Verkäuferin hat mir mit einem Lächeln auf den Lippen und mit strahlenden Augen einen zweiten Laugenwecken verkauft.

Sehr gerne, danke.

Ravensburg, Hexenkessel

18:07 Uhr – Einen neuen Lebensabschnitt würde ich es vielleicht nicht nennen. Aber ich denke, ich kann durchaus davon sprechen, ein neues Kapitel aufzuschlagen: Neuer Job, neue Stadt, neue Wohnung. Wie die allermeisten vermutlich schon wissen, bin ich bei Schwäbisch Media in Ravensburg gelandet. Morgen, am 1. August, geht’s los. Ich bin gespannt.

Heute bin ich quasi umgezogen, hierher nach Ravensburg. Da die Einzimmerwohnung möbliert ist und ich am Samstag ohnehin nochmal nach Leutkirch fahre, hat sich der Aufwand allerdings noch in Grenzen gehalten. Trotzdem habe ich gefühlt mehrere Stunden lang Spinnen eingesaugt (sorry!) – die fühlen sich in einer seit längerem unbewohnten Kellerwohnung offensichtlich recht wohl.

Jetzt geh ich mal noch meinen neuen Vermietern hallo sagen, damit die wissen, dass ich da bin. Und anschließend lauf ich den Weg zu meinem Arbeitsplatz mit der Stoppuhr ab, damit ich genau weiß, wann ich morgen früh los muss. Wäre ja unerhört, wenn ich eine Minute zu früh aufstehen würde.

15:56 Uhr – Die Fußball-Weltmeisterschaft liegt sein ein paar Wochen hinter uns, Deutschland ist Weltmeister und natürlich haben auch die deutschen Spieler dem Wettbewerb dementsprechend Ihren Stempel aufgedrückt. Vergessen sollte man aber auch nicht die (sportlich vielleicht weniger auffälligen) Spieler, die der WM zumindest mit ihrem Namen zum ganz großen Glanz verholfen haben:

  • Egàlwo Hintri?
  • Dagotmir de Huathoch
  • Messer Imsackov
  • Nemme-Alle Latte am Hagh
  • André Marschruth
  • Unde Rumacha
  • Honit Glada
  • Faxe zum Wølen
  • Beer Brouwer
  • Dustwi N’Wallach
  • Grillkôl Briquett
  • Oman Reg Diab
  • Kai Pirinha
  • Voršzá la Tàromá
  • Hao ab-Do
  • Ikami Di-Shao
  • Aguathe Grundlåg
  • Denhoshi Dimkreits

Habe ich wen vergessen? Wer war euer Lieblingsspieler?

 

10:03 Uhr – Ausgedehnte fünf Tage auf dem Kinderfest mit allem was dazu gehört haben mir doch etwas den Tag-Nacht-Rhythmus verhagelt. So kam es, dass ich heute Nacht eigentlich kein Auge zu bekommen haben sondern Wachträume von diversen Blasmusikkapellen und Alleinunterhaltern ausgestanden habe. Es war natürlich auch leichtsinnig, schon weit vor dem Morgengrauen unter die Bettdecke zu schlüpfen. Als Ergebnis bin ich jetzt schon den kompletten Vormittag todmüde, schlecht gelaunt und verknittert. Beziehungsweise: ich war es. Denn zum Glück kam gestern aus der aktuellen Ausgabe der 11FREUNDE ein Päckchen von Loreal voller ultraerfrischendem Feuchtigkeitszeug für Männer. Das hab ich mir natürlich gleich mal in den ultraharten Dreitagebart geschmiert und ich muss sagen: Noch höchstens eine komplette Flasche von dem Stoff und ich kann wieder unter die Lebenden.

16:36 Uhr – Ja, die Deutschen Fußballer sind gerannt, haben geackert, sind körperlich an ihre Grenzen gegangen und haben die ein oder andere Hitzeschlacht geschlagen. Als Belohnung gibt es neben einer finanziellen Aufputschspritze auch einen goldenen Pokal, goldene Medaillen und viel Ruhm und Ehre.

Aber auch ich habe in den vergangenen vier Wochen einiges geleistet:

  • 56 Fußballspiele im Fernsehen angesehen, darunter in der Vorrunde Spiele mit schlafraubenden Anstoßzeiten.
  • Nur 8 Spiele der WM nicht live gesehen. Das waren die jeweiligen Parallelspiele am 3. Vorrundenspieltag. Sprich: Keine übertragene WM-Minute verpasst.
  • 8 Mal mit den Mannschaften in die Verlängerung gegangen, auch bei höhepunktlosen Kickereien wie denen zwischen Argentinien und Holland.
  • 4 Elfmeterschießen mitgezittert.

Das macht insgesamt 88 Stunden Live-Fußball (3,7 Tage), ohne die Nachspielzeit und die Elfmeterschießen mit einzurechnen. Als kleines WM-Fazit muss ich also feststellen: Ich fühle mich schon auch ein bisschen weltmeisterlich.

 

10:34 Uhr – Das mit dem Fußballgott ist ja so eine Sache. Wer ist es denn nun? Maradona? Pele? Oder war nicht doch Toni Turek 1954 der erste Fußballgott? Jürgen Kohler und Zinedine Zidane waren ja auch gottesähnliche Gestalten, manch einer hält Messi für ein höheres Wesen. Die griechische Mythologie kennt dagegen einen gewissen Rehakles.

Aber mit Blick auf das anstehende WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien müssen wir diese ganze Vermenschlichung des Fußballgottes vermutlich überdenken. Denn das kann kein Zufall sein:

fussballgottBildquelle: Bild.de