Geschenke!

21:44 Uhr – Mein Geburtstag steht schon fast wieder vor der Tür, die neue Wohnung will eingeweiht werden, bald kommt der Osterhase, in neun Monaten stapft der Nikolaus durch den Matsch, Namenstags habe ich auch irgendwann und Weltmännertag ist ja auch nicht nur einmal im Jahr.

Kein Wunder also, dass ihr euch fast ununterbrochen fragt, was ihr mir schenken könnt. Überraschungen sind natürlich toll – aber da ich auch mit kalkulierbaren Überraschungen leben kann und euch die Sache nicht unnötig schwer machen möchte, habe ich schon etwas Vorarbeit geleistet und einen Wunschzettel geschrieben. Simon 2.0 wie ich bin, habe ich das natürlich online gemacht, direkt bei Amazon. Da müsst ihr nur noch bestellen und schon landet das Geschenk bei mir. Dann bleibt euch auch mein selbstgebackener Kuchen erspart.

Außerdem vergesse ich mit Hilfe des Wunschzettels auch selbst nicht andauernd, welche Bücher ich mir eigentlich besorgen wollte. Das spart zwar auf den ersten Blick Geld, sorgt aber hin und wieder auch einfach für unüberlegte Spontankäufe.

Übrigens könnt ihr mir auch ganz ohne Grund Geschenke zukommen lassen. Darum habe ich meinen Wunschzettel jederzeit abrufbar oben rechts auf dieser Internetseite eingebaut. Nachdem ich nach meinem letzten Aufruf an dieser Stelle enttäuschende zwei Postkarten bekommen habe, ist mir nämlich klar geworden, dass meine Leser sich mit solchen Kleinigkeiten wie süßen Tiermotiven mit ein paar netten Zeilen auf der Rückseite nicht abgeben. Aber richtige Geschenke könnten ja vielleicht besser klappen, oder?

nobelpreis halt20:55 Uhr – Nobelpreis also. Irgendwie muss ich ja zugeben, dass ich eigentlich kein Buch, das jemals irgendeine tolle Auszeichnung bekommen hat, irgendwie positiv im Kopf behalten habe. Vielleicht haben aber auch all die Bücher, die ich positiv im Kopf behalten habe auch einen wichtigen Preis bekommen – und mir hat einfach keiner was gesagt.

Obwohl ich also generell mit Nobelpreisträgern so viel anfangen kann wie mit Hästrägern, habe ich mich heute im Ravensbuch zum Kauf des Buches „Im Café der verlorenen Jugend“ von Patrick Madiano entschieden. Es war eine Drucksituation. Die Mittagspause war kurz, es hat geregnet und außerdem sitz ich seit Tagen Lesestofftechnisch auf dem Trockenen. Da nimmt man, was man für 8,90 Euro kriegen kann, wenn es nicht allzu sehr nach femininer Urlaubslektüre aussieht.

Weil ich mich aber noch nicht so recht ran trau an den „mitreißend melancholischen Roman“ (Die Zeit), mit dem Modiano daran erinnert, „was Literatur einmal war und immer wieder sein kann“ (Süddeutsche Zeitung) und weil ich gerade bemerkt habe, dass der Autor Franzose ist, noch eine kleine Anekdote zum Buchhändler meines Vertrauens: Manch findiger Wortakrobat mag vielleicht meinen, dass der Ravensbuch Ravensbuch heißt, weil er ein Buchladen in Ravensburg ist. Aber so einfach ist es nicht, denn auch die Stadt Friedrichshafen hat einen Buchladen, und der heißt nicht Friedrichsbuch…

In Friedrichshafen ging die Buchhandlung Ravensbuch 2006 mit ihrem Literaturschiff im neu eröffneten Medienzentrum K42 direkt am Bodensee vor Anker. Die Glasarchitektur des Gebäudes ist ein großes Plus der Buchhandlung. Wo sonst kann man beim Stöbern nach Lektüre schon Schiffe an- und ablegen sehen und dahinter die Schweizer Berge betrachten? Auf drei Ebenen präsentiert RavensBuch ein Angebot mit rund 50.000 Titeln. Bereits ein Jahr nach der Gründung wurde Ravensbuch in Friedrichshafen als Buchhandlung des Jahres ausgezeichnet.

 

Saison-Sonett: 23. Spieltag

Robin Reus

Die Bayern gewinnen daheim 4:1 gegen Kölle,
doch dem Sportdirektor wird der Tag vermiest
weil der FC gleich 9 Mal aufs Bayerntor schießt.
Sowas geht dem Mattes mal voll auf die Zwölle!

Sehr viel besser sind sie jetzt in Dortmund drauf:
Überlegener Sieg im Revierderby – mit Zauberfuß,
dazu macht Aubameyang noch den Batman-Gruß
und Marco Reus hilft als Torschütze und Robin aus.

Krisenduell zwischen Stuttgart und Hannover:
Stindl ist doof, aber Kopfnuss-Harnik noch doofer.
Das Beste daran: Für beide Teams gibt’s einen Punkt.

Schon vier tolle Tore nach gerade mal 18 Minuten,
das Sonntags-Spiel gehört eher zu einem der guten.
Hoffentlich geht’s im grünen Duell weiter so rund.

21:19 Uhr – Für die besten Ideen sorgt immer noch ein zünftiges Besäufnis unter Freunden. Und so nahm ein Kumpel des Senegalesen Ali Dia im Herbst 1996 den Hörer zur Hand, rief beim FC Southhampton an und ließ sich zu Trainer Graeme Souness durchstellen und sagt: „Hier ist George Weah! Ich höre, sie suchen einen Stürmer? Ich möchte Ihnen meinen Cousin Ali Dia ans Herz legen. Hat schon 13 Länderspiele gemacht und für PSG gespielt!“ In Wirklichkeit waren die 44 Zweitligaminuten beim VfB Lübeck Dias Karrierehöhepunkt, aber andere Zeiten waren das, ohne Internet und Scoutingberichte. Souness gab dem No Name einen Ein-Monats-Vertrag, und Dia stand nach nur einer Trainingseinheit – dem Zufall einer langen Verletztenliste sei Dank – tatsächlich am 23. November 1996 gegen Leeds United im Kader. Als sich Klublegende Matt Le Tissier nach 32 Minuten verletzte, schickte Souness Dia auch noch wirklich auf den Platz – zum Entsetzen seiner Mitspieler. „Er war wie Bambi auf dem Eis. Mit einem schlechteren Spieler hatte ich noch nie zusammengespielt“, sagte Le Tissier. Nach 53 Minuten nahm ihn Souness vom Feld, Dia verschwand noch in derselben Nacht auf Nimmerwiedersehen. Für die Fans auf der Insel bleibt er ein Held, denn wie schrieb sogar ein Liverpool-Fan im Forum seines Klubs: „Einmal auf der großen Bühne stehen, einmal Profi sein. Ali Dia, dieser verrückte Vogel, hat unseren Traum gelebt.“

Quelle: Alex Raack, 11FREUNDE.

Fehrnissage

21:08 Uhr – Wenn man sehr kulturinteressierte Freunde hat, sollte man am Wochenende lieber aufpassen, was man so erzählt. Man kann zum Beispiel erzählen, dass man vor hat, ein paar selbstgemalte Bilder in seiner Wohnung aufzuhängen. Viele hätten das mit Blick auf mein künstlerisches Talent mit einem mitleidigen Lachen kommentiert. Diese besessenen Kunstnarren in meinem Freundeskreis wollten sich die Meisterwerke aber natürlich nicht entgehen lassen und haben die Pflicht (Champions League gucken), mit dem Angenehmen verbunden: Gemälde bewundern und Asti nippen.

picasso

 

Saison-Sonett: 22. Spieltag

Hitzig

Es sind die Sekunden des Marvin Hitz:
Vierundneunzigste Spielminute,
der Torwart sich nach vorne spute
und das Ding versenkt, der Spitz!

Er sichert Augsburg dadurch einen Zähler
und den Tabellenplatz vor Leverkusen.
Darf der FCA wirklich durch Europa cruisen,
durch schweizer Berge und spanische Täler?

Köln hat nach über sechs Stunden
endlich seinen Torfluch überwunden,
auch wenn es nur zum Remis nütze.

Martin Schmidt ist Mainz‘ neuer Mann,
fängt gleich mal mit einem Dreier an.
Und das ganz ohne seine Milka-Mütze.

Andere Zeiten brechen an

21:01 Uhr – Nein, nicht wegen Karfreitag oder Fastenzeit oder so nem Quatsch brechen jetzt wieder andere Zeiten an. Cola und Chips zum Frühstück bleiben natürlich. Aber ich habe seit gestern Abend wieder Internet. Zuhause. Auf dem Sofa. Am Esstisch. In der Küche. Im Bett. Prima. Außerdem wurde heute mein Sommerurlaub genehmigt. Die zwei wesentlichen Grundvoraussetzungen sind also geschaffen: Ich kann anfangen die große Reise zu planen. Mich einlesen, Flüge suchen, sehenswerte Orte checken, Kontakte auffrischen, Sprachkenntnisse erneuern, den Magen einfeuern. Das wird prima.

Vor ich da dran gehe, muss ich aber noch andere Sachen nachholen nach 6 Wochen Internetabstinenz: Youtube gucken, Fußball-Nachrichten lesen, Champions League im Stream verfolgen, mehr Wörter zum Tag schreiben, megabusinessmäßige Xing-, LinkedIn- und TalentsConnect-Profile pflegen, auf Facebook rumhängen, e-Mails schreiben und und und.

Und was mir gerade noch einfällt: Ich habe in diesem Jahr die Fastenzeit übrigens vorgezogen. Ich habe 6 Wochen Internet gefastet und bin jetzt schon damit fertig. Nicht schlecht, oder? Und ich werd dieses Jahr sogar noch eine Fastenzeit abhalten. Dann heißt es drei Wochen Oberschwaben-Fasten. Ganz andere Zeiten sind das.

Saison-Sonett: 21. Spieltag

Bas

Was geht Leute seid ihr mit mir down?
Ich bin der Typ aus Wolfsburg-Stadt
und im 16er läuft’s bei mir grad glatt:
Tu ich Leverkusen mal vier Tore reinhaun.

Einschub:
Wir brauchen Bas, Bas,
wir brauchen Bas, Bas – was geht’n Alter?
Bas, Bas, wir brauchen Bas, seid ihr down?

Down ist auch der Nord-Verein mit roter Hose,
nach 8 Gegentoren ist das auch kein Wunder.
Auch in Gladbach gibt es mächtig Feuer-Zunder,
dort sind’s aber Kölner Idioten, und zwar große.

2:4 beim BVB: Mainz entlässt Trainer Hjulmand,
Dortmund sieht dagegen wieder rettendes Land –
und Reus: erst wird verlängert, dann wird brilliert.

Freiburg und Paderborn gewinnen ihre Spiele im Keller,
beim VfB leuchtet die rote Laterne darum immer heller.
Ich freu mich schon, denn bald wird Magath präsentiert.