21:19 Uhr – Für die besten Ideen sorgt immer noch ein zünftiges Besäufnis unter Freunden. Und so nahm ein Kumpel des Senegalesen Ali Dia im Herbst 1996 den Hörer zur Hand, rief beim FC Southhampton an und ließ sich zu Trainer Graeme Souness durchstellen und sagt: „Hier ist George Weah! Ich höre, sie suchen einen Stürmer? Ich möchte Ihnen meinen Cousin Ali Dia ans Herz legen. Hat schon 13 Länderspiele gemacht und für PSG gespielt!“ In Wirklichkeit waren die 44 Zweitligaminuten beim VfB Lübeck Dias Karrierehöhepunkt, aber andere Zeiten waren das, ohne Internet und Scoutingberichte. Souness gab dem No Name einen Ein-Monats-Vertrag, und Dia stand nach nur einer Trainingseinheit – dem Zufall einer langen Verletztenliste sei Dank – tatsächlich am 23. November 1996 gegen Leeds United im Kader. Als sich Klublegende Matt Le Tissier nach 32 Minuten verletzte, schickte Souness Dia auch noch wirklich auf den Platz – zum Entsetzen seiner Mitspieler. „Er war wie Bambi auf dem Eis. Mit einem schlechteren Spieler hatte ich noch nie zusammengespielt“, sagte Le Tissier. Nach 53 Minuten nahm ihn Souness vom Feld, Dia verschwand noch in derselben Nacht auf Nimmerwiedersehen. Für die Fans auf der Insel bleibt er ein Held, denn wie schrieb sogar ein Liverpool-Fan im Forum seines Klubs: „Einmal auf der großen Bühne stehen, einmal Profi sein. Ali Dia, dieser verrückte Vogel, hat unseren Traum gelebt.“

Quelle: Alex Raack, 11FREUNDE.

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