Tag 1: Frutarier

Heute morgen habe ich eine Banane gefrühstückt, das war überhaupt kein Problem. Am frühen Nachmittag habe ich aber so langsam richtig großen Hunger bekommen – und die Lust auf meine eingeplante Mango schwand immer mehr. Obwohl Mango auf jeden Fall mein Lieblingsobst ist und ich als kleinen Cheat – wie angekündigt – noch ein kleines Restchen Käse hatte: So ungefähr 20 Gramm Ziegenweichkäse. Viel lieber hätte ich mir aber natürlich stark gewürzte, deftige Kohlenhydrate mit fettigem Käse überbacken. Nach einem kurzen Aufschub habe ich mir dann die Mango aufgeschnitten und mit dem Käse gegessen. Das war fein und schnell gemacht. Jetzt habe ich nur noch ein verbotenes Stück Gorgonzola im Kühlschrank, aber das lasse ich einfach die vier Wochen reifen, bis ich es als Vegetarier wieder anfassen darf.

Zunächst stehen aber erstmal die zwei Wochen als Frutarier an. Die Idee in aller Kürze ist ja, dass nur das gegessen wird, was die Natur (und mit Natur sind nur Pflanzen gemeint) freiwillig hergibt. Wer mit verschärften Regeln spielt, isst auch nur tatsächlich das, was nicht mehr an der Pflanze hängt, sondern von dieser abgeworfen wurde. Das ist für mich natürlich nicht umsetzbar. Es gehen also Früchte und Gemüse, das in Früchteform wächst (Tomaten, Gurken, Paprika, Zucchini), sowie Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte. Was nicht geht, weil dadurch die Pflanze beschädigt oder gar getötet wird, sind Blätter, Knollen oder Wurzeln.

Das stellt mich direkt auch vor ein paar Herausforderungen, die ich so nicht einkalkuliert hatte: Mit Gewürzen und auch mit Tee wird es jetzt erstmal schwierig. Da in Ravensburg das Trinkwasser recht beschissen schmeckt, hatte ich bisher einen ziemlich hohen Teeverbraucht. Ich werde mir was einfallen lassen.

Etwas strittig ist, ob Getreide erlaubt ist. Denn wenn das Getreide an der Pflanze ausgereift ist, ist die Pflanze ohnehin abgestorben – und das Entfernen des Getreides macht dann auch nichts mehr. Ich habe mir aber überlegt, zumindest mal die erste Woche ohne Getreideprodukte zu überstehen. Denn sonst könnte man sich ja die ganze Zeit von Nudeln mit Tomatensoße ernähren, und das ist mir ein bisschen einfach. Nach sieben Tagen schaue ich dann mal, wie es mir damit so geht.

Die erste Shoppingtour meines Projekts hat leider überhaupt keinen Spaß gemacht. Etwas demotiviert kam ich mit zwei Äpfeln und einem Tetrapack Grapefruitsaft zurück. Eigentlich wollte ich auf jeden Fall auch etwas Gemüse kaufen, aber das Reiz-Preisverhältnis war unter aller Kanone. Als Zwischensnack gab es also eine Hand voll Cashewnüsse, die ich noch hatte, als Abendessen wird es irgendeine Komposition von Apfel und Banane geben.

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