1:2 + 1:0 ? 2:2

21:33 Uhr – Halbzeit zwischen Real Madrid und Juventus Turin im Halbfinalrückspiel der Champions League. Welch Glanz und Gloria schon alleine die Namen der beiden Teams herbeizaubern – kein Wunder also, dass auch der amerikanische Fernsehsender FOX die Partie überträgt. Schön finde ich dabei eine ganz besondere Service-Leistung von FOX, die möglichen Verwirrungen nach dem Schlusspfiff vorbeugt: Die Berechnung des Endergebnisses aus Hin- und Rückspiel unter Berücksichtigung der Auswärtstorregelung wird direkt eingeblendet. In diesem Fall wäre Real Madrid bei einem Gesamtstand von 2:2 wegen dem erzielten Tor im Hinspiel in Turin eine Runde weiter.

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Beim Thema Auswärtstorregelung muss ich immer an meinen ehemaligen kolumbianischen Mitbewohner Daniel alias Superpequeño und diese Geschichte denken: Daniel ist glühender Fan des FC Barcelona und von Atlético Junior de Barranquilla. In seiner Funktion als oberster Barca-Experte darf ich mit ihm ein Rückspiel des spanischen Pokals am Fernsehgerät verfolgen. An den Gegner erinnere ich mich nicht mehr, das Hinspiel in Barcelona war jedenfalls 2:2 ausgegangen. Im Rückspiel steht es 1:1, es geht auf die 90. Minute zu. Ich fange langsam an zu sticheln, weil ein 1:1 gegen die Gurkentruppe schlichtweg nicht reicht. Daniel ist völlig entspannt, vergleicht Piqué mit Beckenbauer und Iniesta mit Gott, ein Unentschieden bedeute schließlich Verlängerung und da würde Messi auf jeden Fall ein Tor schießen. Mindestens. Abpfiff. Daniel freut sich auf die Verlängerung. Barcelonas Gegenspieler reißen auf dem Fernsehbildschirm die Arme in die Höhe, während die Blauroten erschöpft zusammenbrechen. Und dann erkläre ich auf Spanisch die Auswärtstorregelung. Aber das ist eine andere Geschichte.

11:06 Uhr – Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass heute eine Regensbrunst die Region heimsucht, die Sonne kein Durchkommen hat und mal so richtig Land unter herrscht. Stattdessen knallen die ersten Sonnenstrahlen so treffsicher durch ein winziges Loch im Rollladen in mein halbgeöffnetes linkes Auge, dass ich nicht zart geweckt, sondern direkt geblendet werde. Auch auf meinem Balkon sieht es schon einigermaßen sommerlich aus. Also richte ich den Tisch richtung Osten aus und beschließe ich, dass es heute das erste Freiluftfrühstück 2015 gibt, an diesem 26. April. Damit die Sonne noch Zeit hat, ein bisschen mehr ums Hauseck zu kommen, lasse ich mir viel Zeit bei der Zubereitung und schneide, schnipple, schmiere, presse, drücke, rühre und koche auf, was das Zeug hält. Heraus kommt ein nahrhaftes und teilweise bestimmt sogar gesundes Frühstück.

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Die Frühstückstrends 2015:
– Früchtemüsli mit frischer Banane verfeinern und mit Müller Milch Kokos anrühren.
– Honigbrot mit Banane belegen.
– In die Heiße Milch mit Honig einen Espresso gießen.
– Den frischgepressten Zitronensaft mit süßem Sprudel mischen.
– Die leeren Bierflaschen unter den Tisch stellen, bevor das Foto vom Frühlingsfrühstück gemacht wird.

Ich glaub' es piept!

19:35 Uhr – Mein Auto hat eine tolle Spezialfunktion. Völlig ohne Grund leuchtet während der Fahrt gerne mal plötzlich das Öllämpchen auf, mit Vorliebe auf der Autobahn, untermalt von einem sehr penetranten, minutenlangen Piepton. So auch heute wieder, als ich von Ravensburg Richtung Leutkirch unterwegs bin. Ein wunderbares Geräusch. Auf dem Weg schaue ich noch kurz bei meinen Großeltern auf einem Plausch mit meiner Oma rein. Dort empfängt mich ein weiteres meiner absoluten Lieblingsgeräusche – wer Angehörige mit Hörgeräten hat, wird es kennen: Diese Geräte fangen auf einer sehr hohen Frequenz an zu piepen, wenn die Batterien schwach werden. Dass schrille Piepen hören alle unter 70-jährigen im Raum – nur der Hörgerätbesitzer natürlich nicht. Der hört ja schlecht. Der Sinn dieses Signaltons erschließt sich mir deshalb nicht ganz, dennoch ein Ohrenschmaus. Dann komme ich endlich in meinem Elternhaus an, schließe die Türe auf; es ist niemand zuhause, weil meine Eltern erst später aus dem Urlaub zurück kommen. Von absoluter Ruhe kann aber nicht die Rede sein. Es piept. Natürlich. Ich weiß nur nicht, was piept. Erst habe ich das Telefon in Verdacht, dann denke ich, dass meine nassen Schuhsohlen auf den Fließen quietschen (tut mir leid, ich bin mir Schuhen reingelatscht. Aber ist ja keiner da, der schimpfen kann). Auch nicht. Das Piepsen ist aber auch nicht zu lokalisieren. Irgendwie unheimlich. Ich werde kreativ und vermute ein verwirrtes, umherflatterndes Piepevögelein im Treppenhaus. Aber auch kein fedriger Freund. Und dann habe ich einen Verdacht, der sich bestätigt: Überall im Haus piepen die neu installierten Feuermelder fröhlich vor sich hin. Kein Alarmgeräusch, mehr so ein „Ich bin auch noch da“. Keine Ahnung, wie man das aus kriegt. Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht mal, wo überall Feuermelder sind. Eines habe ich aber bereits sicher gestellt: Es brennt nicht, es piepst nur.

Auf der Alm

21:08 Uhr – In weiser Voraussicht habe ich dieses Foto schon letzten Dezember geschossen. Im Hintergrund die Skyline von New Jersey. Im Vordergrund ein frühes Zeichen dafür, dass Arminia Bielefeld ins Pokalhalbfinale einzieht.

Arminia

Ertrunkenes Sandwich

18:34 Uhr – So, genug gefastet und entschlackt? In Mexiko entschlackt man übrigens wohl auf sehr männliche Art beim landestypischen Frühstück „Tortas Ahogadas“:

Ein Baguette wird mit zarten, gebratenen Schweinefleischstückchen belegt und mit einer superscharfen Essig-Knoblauch-Chili-Sauce serviert. Das triefende Frühstück wird vor dem Verzehr noch mit einem Spritzer Limette verfeinert. Die Chili-Essig-Kombi brennt einem fast die Zunge weg, Schweißtropfen bilden sich auf der Stirn und die Augen tränen. Bei den nächsten Bissen schmeckt man einen Hauch Limette und ein wenig Avocado – und noch mehr Feuer. Nach nur wenigen Minuten kriegt man die Augen wieder vollständig auf und die Schultern entspannen sich. Jetzt kann der Tag beginnen.

Quelle: lonely planet Mexiko

Club27: Mitgliedschaftsantrag abgelehnt

19:44 Uhr – Freunde, ich sag mal so: 28 werden ist gar nicht mal so schwer. Das kann ich nun aus eigener Erfahrung sagen. Man befolge einfach die drei goldenen Regeln:

  • Ein gelegentlicher Friseurbesuch ist dem Wohlbefinden nicht abträglich!
  • Stundenlang auf einem Musikinstrument zu üben zahlt sich auf lange Sicht nicht aus!
  • Drogen, die unter Beachtung des Deutschen Reinheitsgebotes hergestellt wurden, schenken kostbare Lebensjahre!

Sicher kann eine etwas reifere Leserschaft diese Regeln bestätigen. Für den Nachwuchs gilt neben den goldenen Regeln auch:
Augen zu und durch!

club27

geschenke21:05 Uhr – Ich find eigentlich, dass es für das erste Wochenende mit den Geschenken schon ganz gut lief. Meine Leser haben begriffen, dass man nicht erst zu Geburtstag oder zu Weihnachten schenken muss, sondern gerne auch schon vorher. Das erste Buch von meinem Wunschzettel ist schon bei mir angekommen (und hat seine Daseinsberechtigung als Taschenbuch direkt die komplette Nacht von Freitag auf Samstag in meiner linken Gesäßtasche unter Beweis gestellt). Und auch so ein aufziehbares Quad kann man ja eigentlich immer gebrauchen, auch wenn es vielleicht nicht explizit auf dem Wunschzettel steht. Vielen Dank für diese wundervollen Geschenke!

Geschenke!

21:44 Uhr – Mein Geburtstag steht schon fast wieder vor der Tür, die neue Wohnung will eingeweiht werden, bald kommt der Osterhase, in neun Monaten stapft der Nikolaus durch den Matsch, Namenstags habe ich auch irgendwann und Weltmännertag ist ja auch nicht nur einmal im Jahr.

Kein Wunder also, dass ihr euch fast ununterbrochen fragt, was ihr mir schenken könnt. Überraschungen sind natürlich toll – aber da ich auch mit kalkulierbaren Überraschungen leben kann und euch die Sache nicht unnötig schwer machen möchte, habe ich schon etwas Vorarbeit geleistet und einen Wunschzettel geschrieben. Simon 2.0 wie ich bin, habe ich das natürlich online gemacht, direkt bei Amazon. Da müsst ihr nur noch bestellen und schon landet das Geschenk bei mir. Dann bleibt euch auch mein selbstgebackener Kuchen erspart.

Außerdem vergesse ich mit Hilfe des Wunschzettels auch selbst nicht andauernd, welche Bücher ich mir eigentlich besorgen wollte. Das spart zwar auf den ersten Blick Geld, sorgt aber hin und wieder auch einfach für unüberlegte Spontankäufe.

Übrigens könnt ihr mir auch ganz ohne Grund Geschenke zukommen lassen. Darum habe ich meinen Wunschzettel jederzeit abrufbar oben rechts auf dieser Internetseite eingebaut. Nachdem ich nach meinem letzten Aufruf an dieser Stelle enttäuschende zwei Postkarten bekommen habe, ist mir nämlich klar geworden, dass meine Leser sich mit solchen Kleinigkeiten wie süßen Tiermotiven mit ein paar netten Zeilen auf der Rückseite nicht abgeben. Aber richtige Geschenke könnten ja vielleicht besser klappen, oder?