Buchtipp: Kukolka

21:59 Uhr – Es wird nicht nur getrunken, es wird auch noch gelesen. Und kürzlich habe ich in der Stadtbücherei ein Buch ausgeliehen, das mir sehr gut gefallen hat. Ein Glücksgriff, denn eigentlich weiß ich nicht mehr, warum ich das mitgenommen haben: Kukolka von Lana Lux.

Es geht um ein kleines Mädchen, das Anfang der 90er-Jahre aus seinem Waisenhaus in der Ukraine wegläuft mit dem großen Wunsch, die Freundin in Deutschland zu besuchen, die von einer deutschen Familie adoptiert wurde. Was mit einer kindlich-naiven Idee beginnt wird schon am Bahnhof zu einer zehnjährigen Horrorshow. Betteln, Straßenmusik, Drogen, Prostitution – kein leichter Stoff, sprachlich oft recht roh und auch nahe dran an Details, die man gar nicht so genau wissen möchte. Aber ein sehr fesselndes Buch. Am Ende ist Samira 15 Jahre alt und tatsächlich in Deutschland. Ihre Geschichte dazwischen empfehle ich euch sehr.

Was mich vor allem beeindruckt hat: Das ist die – fiktive – Geschichte eines Mädchens, das im gleichen Jahr geboren wurde wie ich. Wie leicht der Geburtsort, kleine oder größere Schicksalsschläge, spontane Entscheidungen und hier und da ein bisschen Glück oder Pech zu zwei so verschiedenen Leben führen können, ist bedrückend und man weiß sofort wieder zu schätzen, wie es bei einem selbst gelaufen ist.

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