Winde wehn, Schiffe gehn

21:18 Uhr – Ich hätte euch den abscheulichen Anblick dieses Vogelkadavers gerne erspart. Aber man darf die Augen vor der harten Realität nicht verschließen. Natürlich hätte ich auch fröhlich-wehende Fahnen, romantisch abknickende Mammutbäume oder sanft herabgleitende Satellitenschüsseln fotografieren können. Aber das würde das Elend, welches heute in der selbsternannten Jetsetmetropole herrschte, nicht richtig wiederspiegeln.

Es hat gestürmt. Obwohl ich seit Jahresbeginn 24 Kilo abgenommen habe, will ich folgendes Bild verwenden, um die Windstärke zu veranschaulichen: Ich war nicht mehr in der Lage, die Richtung meines Katastrophen-Spaziergangs selbst zu koordinieren.

Nun denn: Umgestürzte Palmen liegen auf falschgeparkten Autos, Fensterscheiben splittern, Hundekacke auf dem Gehweg trocknet besonders schnell, Vögel fliegen vor Erschöpfung tot vom Himmel, ganze Mülldeponien werden an der Strandpromenade angeblasen, Blumentöpfe stürzen von Balkonen, Geschosse in Kakteen-Form schießen durch die Gassen. Zum Glück übersteigt mein  Glück meinen Verstand erheblich und ich habe auch diese Tragödie überlebt.

Ich bin bereit für das nächste Abenteuer. Morgen hätte ich Zeit.

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