22:27 Uhr – Gut, dass ich mich in Manhattan auskenne, wie in meiner eigenen Westentasche (der von der roten Daunenweste). Und gut, dass ich bei meiner letzten Reise nach New York mit einem strammen Programm so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert habe. So kann ich es nämlich ab Donnerstag gemütlich angehen lassen, wenn ich wieder dort bin. Einfach mal so tun, als ob mich das alles nicht mehr beeindrucken könnte, als ob ich ein Kosmopolit der ersten Stunde wäre und als ob die Rush-Hour einer Millionenstadt für mich die Wellness-Oase schlechthin wäre. Und zwar ohne iPod-Stöpsel in den Ohren.

In Wahrheit bin ich aber einfach nur beschissen vorbereitet. Gut, die Flüge sind gebucht (liebe Lufthansa-Piloten, kommt nicht mal auf die Idee…) und die Unterkunft ist gesichert. Aber was ich in New York anstellen werde? Kein Plan. Die amerikanische Fußballliga ist scheinbar in der Winterpause, das entfällt. Um mich nach anderen Sportereignissen umzusehen, hat mir die Zeit bisher gefehlt. Und das soll ja auch so teuer sein in Amerika. Immerhin weiß ich schon genau, in welcher Kneipe ich am späten Vormittag Bundesliga gucken kann. Und am frühen Nachmittag Champions League. Dann habe ich mir fest vorgenommen, mich dieses Mal nicht nur von McDonalds zu ernähren. Amerika-Kenner haben mir nämlich auch die anderen Fastfood-Läden ans Herz gelegt. Und das soll ja auch so günstig sein in Amerika. Vielleicht finde ich auch wieder meine Lieblingsgalerie in Chelsea und kaufe mir endlich ein Bild von Mark Kostabi. Kann ja so teuer nicht sein.

Vielleicht kaufe ich auch kein Bild, sondern kofferweise Jeans. Auch die sollen ja so günstig sein. Oder ich probiere alle Kaffee-Geschmacksrichtungen bei Starbucks durch und fliege dann ohne Flugzeug zurück nach Deutschland und überhole unterwegs noch den Red Bull-Typen. Auf dem Hinflug bin ich aber ja auf jeden Fall noch im Flugzeug (Piloten… Warnung!). Vielleicht blättere ich dann doch kurz durch meinen alten, abgegriffenen Reiseführer. Könnte ja sein, dass es in dieser Stadt doch noch irgendetwas gibt, was ich noch nicht gesehen habe. Die Freiheitsstatute zum Beispiel. Die hatte vor zwei Jahren wegen Hochwasser geschlossen.

Vor es in den Urlaub geht, schlägt aber der harte Arbeitsalltag nochmal mit seiner ganzen Gewalt zu: Morgen steht die erste von (mindestens) drei Weihnachtsfeiern beim neuen Arbeitgeber an. Auf gehts.

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