Ja is‘ denn heut scho‘ Weihnachten?

21:15 Uhr – Ein Internet-Trend, der mir lange verborgen blieb, sind Unpacking-Videos. Das funktioniert so: Man bestellt sich irgendwas (im Internet natürlich) und wartet sehnsüchtig darauf, bis der liebe DHL- oder Hermesbote es abliefert. Man sitzt dann vor dem Paket, vorzugsweise ein brauner, großer Karton. Das ist der Moment, in dem man die Kamera startet und sich dabei filmt (oder filmen lässt), wie man das Paket öffnet, das Produkt aus Unmengen von Luftpolsterfolie schält, sich dann freut und anschließend den Neuerwerb gründlich untersucht. Wichtig ist natürlich, dass alles Kommentiert wird, im besten Fall mit starkem sächsischem Akzent. Während ich Testberichte, auch in Video-Form, ganz praktisch finde, erschließt sich der Nutzen des Unpacking-Videos für mich bisher nicht. Aber ganz außer Acht lassen will ich diesen Trend auch nicht.

Nein, ich drehe kein Unpacking Video. Aber ein Unpacking-Wort-zum-Tag wäre eigentlich schon mal angebracht. Ideal, dass ich am Freitag bei Aldi so ein Päckchen mit Fußball-Stickern geschenkt bekommen habe.

Das Päckchen ist ungefähr neun auf sechs Zentimeter groß und nur wenig dicker als ein Blatt Papier. Es hat einen gelben Rand, auf dem Grün hinterlegten Zentrum sind neben dem Budesliga-Logo auch sechs Fußballspieler zu sehen. Links ein Typ im Trikot von Weder Bremen, den ich nicht kenne. Dann Kostic vom HSV, Julian Brandt von Leverkusen, Matthias Ginter von Gladbach, Harnik von Hannover 96 und Simon Terodde noch im Trikot des VfB Stuttgart. Es handelt sich um die offizielle Sticker Kollektion 2017/2018, die nicht im Verkauf ist. Man erhält sie nur bei einem entsprechend hohen Einkauf beim Aldi Süd. Im diesem heiligen Päckchen befinden sich wohl fünf Sticker.

Ich suche nun, ob es eine Vorrichtung, Vorstanzung oder Ähliches zum Öffnen dieses Päckchens gibt. Aber ich kann nichts erkennen. Es scheint rundum fest verschlossen zu sein, ich komme mit meinem Fingernagel nirgendwo rein. Ich muss es wohl aufreißen. An welcher Stelle macht man das am besten? Ich denke mal, am besten reiße ich vorsichtig einen Streifen an der Oberseite ab. Ich mache das jetzt. Man kann das typische Geräusch hören, das man vom langsamen Zerreißen von Papier kennt.

Das Päckchen ist nun oben offen. Ich kann schon erkennen, dass sich etwas darin befinden. Das sind wohl die Sticker. Ich schüttele sie nun vorsichtig aus der Packung, indem ich die Packung an der Unterseite festhalte und schüttele. Die Sticker kommen nur langsam heraus, aber jetzt sind sie schon zur Hälfte zu sehen. Ich bin unglaublich gespannt, welche Spieler ich bekomme und ob ein Spieler meiner Lieblingsmannschaft dabei ist.

Ich halte nun die fünf Stücker in der Hand. Es sind also tatsächlich fünf Sticker in dem Päckchen. Ober drauf liegt Koen Casteels, der Torwart des VfL Wolfsburg. Lange nichts von ihm gehört, aber immerhin Stammspieler bei einem Bundesligisten. Dieser Sticker mit der Nummer 259 muss also relativ wertvoll sein.

Der nächste Spieler im Stapel ist Pascal Stenzel vom SC Freiburg, ein Abwehrspieler. Der wurde immerhin bei meinem Lieblingsverein Borussia Dortmund ausgebildet und spielt jetzt ja auch bei einem ganz sympathischen Club. Ob er wirklich spielt? Ich glaube, er war jetzt auch länger verletzt oder so. Die Nummer 85 ist auf jeden Fall ein Sticker mit Potenzial.

Lukas Künter vom 1. FC Köln folgt. Scheint eher so ein Päckchen mit Abstiegskandidaten zu sein. Klünter, junger Rechtsverteidiger, soviel ich weiß. Könnte mich nicht erinnern, dass der in den letzten Spielen gespielt hat. Mal sehen, für wie wertvoll sich Sticker Nummer 141 noch erweist.

Auf den nächsten Bildchen erkenne ich tatsächlich ein schwarz-gelbes Trikot, in dem Abwehrfelsen Sokratis Papastathopoulos, genannt Papa, steckt.  Es ist auch gut, dass ich den erkenne, denn es steht kein Namen dabei. Und das Bild sieht auch etwas abgeschnitten aus. So, als ob da noch ein oder mehrere Teile fehlen. Richtig wertvoll wird Nummer 274 also wohl erst, wenn man auch die anderen Teile dazu hat.

Nun kommt schon das letzte Bild. Und was für eine Enttäuschung: Das Wappen von Erzgebirge Aue. Nummer 277 hat wohl gar keinen Wert.

Als Fazit kann ich sagen, dass ich mit der Anmutung der Verpackung und auch der Verarbeitung des Inhalts sehr zufrieden bin. Die Sticker sehen gut aus und fühlen sich gut an. Allerdings ist meine Ausbeute eher mittelmäßig. Da hätte ich mir ehrlich gesagt schon Spektakuläreres erhofft.

Veröffentlicht von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.