Er ist noch da.

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21:57 Uhr – Liebe Leserschaft, ich muss mich für meine einmonatige Abwesenheit entschuldigen. Ich kann aber versichern, dass ich am Leben und bei bester Gesundheit bin. Und Bier trinke ich auch noch. Es besteht also kein Grund zur Sorge. Ich bin zurzeit nur ab und an mal unterwegs oder verbringe sehr viel Zeit bei der Arbeit. Das ist ja auch okay, leider fehlt mir dann abends doch eher die Muse für ein paar Zeilen Wort zum Tag. Für einen kleinen Einblick, was ich bei der Arbeit so treibe, besucht doch gerne mal www.schwäbische.de/bbf. Für einen Einblick, was ich am Braukessel so treibe, melde ich mich gerne demnächst!

A 16er-Blech

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19:49 Uhr – Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt, das können wir heute den Medien entnehmen. Ein guter Anlass also, sich einem Bierchen aus der österreichischen Bundeshauptstadt hinzugeben.

Ottakring ist der 16. Wiener Gemeindebezirk. Der noch in der Nachkriegszeit Verslumungstendenzen aufweisende Bezirk im Westen der Hauptstadt erfuhr seit der Jahrtausendwende einen Aufschwung. Die zentrumsnahen Bezirksteile profitierten von einer Revitalisierung öffentlicher Räume und der Etablierung eines regen Kulturbetriebs, während die Eröffnung der U3-Endstelle in Alt-Ottakring einen für die äußeren Bezirksteile wichtigen Impuls brachte. Als charakteristisch für den traditionellen Arbeiterwohn- und Industriebezirk Ottakring wird heute seine Multikulturalität und wachsende Urbanität gesehen.

Die Ottakringer Brauerei ist eine unabhängige Großbrauerei im 16. Wiener Gemeindebezirk, Ottakring.

Im Wiener Dialekt wird insbesondere im Zusammenhang mit einer Bestellung beim Würstelstand nach wie vor häufig die Formulierung „A Eitrige, an Bugl und a 16er-Blech“ für „Eine Käsekrainer, ein Brotendstück und eine Dose Ottakringer Bier“ verwendet. (Wikipedia)

Dieses sogenannte 16er-Blech ist dann wohl die Bierdose, die ich jetzt vor mit stehen hab. Sie ist vor allem gelb, groß ist das Ottakringer-Logo in Schwarz und sehr dunklem Grün zu sehen. Außerdem in Gold das Wasserzeichen eines Gebäudes, das ich nicht erkenne. Auch hier lobenswert, weil ich total drauf stehe: Der Dosendeckel ist golden. In der Dose befindet sich Ottakringer Helles.

Das Bier ist ziemlich hellgold und außerordentlich klar, bedeckt von einem standesgemäßen Schaum. Es riecht nicht besonders intensiv, leicht malzig nach Bier. Im Antrunk ist es recht mild, mit einer malzig bis blumigen Süße. Im Mund gesellt sich eine gut abgestimmte Würzigkeit dazu, mit einem Hauch von Honig. Im Abgang und im Nachgeschmack kommt eine angenehme Herbe hinzu.

Das Ottakringer Helle ist eine ausgewogene, runde Sache. Ein ganz gutes Helles, das zwar einerseits sehr massenkompatibel scheint, andererseits deswegen aber auch ein bisschen langweilig ist.

Texanischer Langweiler

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21:17 Uhr – Am Geburtstag meines Opas trinke ich natürlich ein Bier aus dem gelobten Amerika. Ob mein Opa jemals in Austin war, weiß ich nicht. Dieses Bier kommt aber wohl von dort, denn es heißt Austin Amber Beer und wurde von der Independence Brewing Company in eine hauptsächlich rote Dose gefüllt. In Gelb und Weiß kann ich ein stilisiertes Gebäude erkennen. Oder einen Kaktus. So genau kann man das jetzt auch nicht sagen.

Das Amber hat eine hellbraune Farbe, sieht aber relativ dünn aus. Der Schaum ist großporig und sehr lebhaft, allerdings geht er auch ziemlich schnell zurück. Riechen tut das Bier mit unbekanntem Alkoholgehalt überraschend intensiv: Süßlich, wenig fruchtig, eher nach Karamell oder Brotaufstrich.

Der Geschmack überrascht dann schon wieder. Von der erwarteten Süße ist nämlich zunächst nichts zu schmecken. Der Texaner ist eher wässrig mit einer leichten Herbe. Mit der Zeit kommt das Getreide durch, auch mit einer leicht brotigen Süße. Erst im Nachgang kommen malzige Röstaromen zur Entfaltung.  Leider muss man sagen, dass sich für dieses Getränk die lange Reise über den großen Teich nicht wirklich gelohnt hat.

Herb und hopfig

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22:12 Uhr – So ein leichtes Pale Ale an einem Sommerabend kann eigentlich nie ein Fehler sein. So liegt ebenen dieses aus der Brauerei Maisel leicht und goldgelb im Glas, die klare Flüssigkeit wird von ausreichend grobporigem Schaum bedeckt. Das Bier riecht ordentlich fruchtig nach bitterlichen Zitrusfrüchten.

Der erste Geschmackseindruck ist eine ausgewogene Mischung aus Herbe und Hopfigkeit, vom fruchtigen Geruch ist aber nur noch sehr wenig aufzuspüren. Mit etwas Fantasie kann man leicht Pfirsich oder Aprikose vermuten.

Insgesamt ist das Pale Ale wirklich ganz gut für einen warmen Tag. Mit 5,2 Prozent Alkohol zwar gar nicht so leicht, aber dennoch erfrischend – wenn auch etwas ausdruckslos.

Deutscher Bundesfrust

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21:56 Uhr – Wenn man sein Fahrgastrechte-Formular (was für ein schönes Wort!) an das Servicecenter Fahrgastrechte der Deutschen Bahn schicken will, weil der gebuchte Zug niemals das Ziel erreicht hat; dafür noch eine Briefmarke braucht – und einen dann die Deutsche Post auch noch versetzt.

Danke für nichts, liebe Deutsche Bahn & liebe Deutsche Post.

Ein Überquell der Freude

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19:28 Uhr – Während ich ein Gewitter höre, das weit vor den Toren Ravensburg zu toben scheint, sitze ich schwitzend auf meinem Balkon und erinnere mich zurück an die letzten Tage in Hamburg. Dort habe ich nämlich auch sehr viel geschwitzt. Dank Bäumen auf den Gleisen und der Deutschen Bahn hätte ich es zwar fast nicht bis in die Hansestadt geschafft, dann war es aber umso netter.

In Hamburg habe ich neben meinen dorthin abgewanderten Freunden auch Freunde aus dem Auslandssemester getroffen: Anja aus dem Ruhrgebiet und Manuel und Rogelio aus Mexiko. Letztere beide auf dem Weg aufs Wacken-Festival. Es hat mich sehr gefreut, wie gut wir uns nach 8 bzw. 3 Jahren direkt wieder verstanden haben. Das Wetter hat natürlich auch das seine zur guten Laune beigetragen: Zweimal am Strand gewesen, Schiffchen gefahren, lange im Schatten vor einem Fischimbiss gesessen, nachts durch die Speicherstadt gezogen und im „No Name“ eingekehrt. Besonders positiv wird mir allerdings der Biergarten der ÜberQuell Brauerei direkt am Fischmarkt in Erinnerung bleiben. Dort war es so nett, dass wir nach dem Sonntagabend direkt auch den Montagabend dort verbracht haben. Und natürlich habe ich ein Überquell mit nach Ravensburg kutschiert.

Das ÜberQuell Supadupa IPA ist – tada – ein IPA. Das Design ist äußerst hübsch. Auf einem petrol-schwarzen Muster ist ein riesengroßes, neonrotes Ü zu sehen. Das Innere vom U hat dabei die Form einer Bierflasche. Auch im Glas ist es hübsch bernsteinfarben mit ausreichendem Schaum.

Der Geruch: wahnsinnig intensiv und hopfig, nach tropischer Frucht und Tannennadeln. Der erste Schluck ist dann schon sehr herb, aber nicht unangenehm. Von der Fruchtigkeit ist nicht viel übrig, ein gewisses Waldaroma dagegen schon. Im Nachgeschmack kommt eine harzige Malznote dazu. Außerdem bleibt diese erdige Bittere zurück im Mund, die ein gewisses Feuchtegefühl hinterlässt. Trotzdem der Herbe und den 6 Prozent Alkohol ist das Supadupa ziemlich süffig. Leider muss ich dennoch sagen: Das Ambiente im Hamburger Biergarten hat wohl doch einiges zum Wohlschmecken dieses Bieres beigetragen. Auf dem heimischen Balkon ist es immer noch gut, aber längst nicht mehr überragend.

Blutmond

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0:16 Uhr – So fruchtbar spektakulär war dieses Blutmond-Schauspiel über Ravensburg leider nicht. Klar, der Mond war rot – aber sonst? Es hat sich nicht wirklich was bewegt oder verändert und miniklein war er auch. Ich bin mir nicht sicher, ob mir das überhaupt aufgefallen wäre, wenn die Medien mich nicht vorbildlich informiert hätten. Was mir allerdings gut gefallen hat, war die Atmosphäre in der Stadt: Überall Leute in kleinen Gruppen, die sich möglichst unbeleuchtete Freiflächen mit Blick zum Himmel suchen. Egal ob auf einem Bänkchen, stehend oder auf einer Picknickdecke – alle haben innegehalten, geschwiegen und minutenlang ruhig in den Himmel geschaut. Das fand ich sehr angenehm.

Klar, dass das DIE Nacht war, um endlich das Vollmond Bier der Brauerei Zötler zu trinken. Die Flasche ist optisch äußerst gelungen, schon die Form der kleinen Bügelflasche an sich. Aber auch das runde Etikett, das einen Vollmond und davor die Schatten eines jaulenden Wolfes und des Grüntens zeigt, ist sehr gelungen. Das Bier selbst: Naja. Es ist klar in einem hellen Gold mit wenig Schaum und riecht recht süßlich. Der Geschmack ist extrem mild, mit keinerlei Spuren von Herbe. Es schmeckt süßlich-malzig, aber fast neutral und ist etwas lahm. Erst mit der Zeit spürt man im Nachgeschmack volles Bieraroma.

Das geht ja noch

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20:48 Uhr – Es sind diese Tragödien, die das Leben schreibt. Im Februar habe ich auf der Hochzeit in Texas das Blood & Honey von Revolver Bewing probiert und für stark aber trinkbar empfunden. Deshalb war ich sehr glücklich, als mir der Bräutigam kurz nach der Hochzeit sechs übrig gebliebene Flaschen vermacht hat. Fünf haben wir noch auf texanischem Boden getrunken, eine wollte ich für einen ganz speziellen Tag mit nach Deutschland nehmen.

Leider bin ich dumm.

Ich habe nicht bedacht, dass die Amerikaner beim Datum ja erst den Monat und dann den Tag schreiben. Das Bier läuft also nicht am 1. November ab, wie ich dachte. Es ist bereits am 11. Januar abgelaufen. Und damit übrigens auch gut zwei Wochen vor der Hochzeit, auf der es ausgeschenkt wurde. Jetzt bin ich doch ein bisschen traurig, werde aber trotzdem die Flasche öffnen.

Auf den ersten Blick sieht es ganz gut aus, zwar ohne Schaum, aber klar und goldgelb. Auf den zweiten Blick sieht man leider, dass es ein bisschen flockt. Und es riecht etwas sauer. Schmecken dagegen tut es gar nicht so schlecht. Nicht so schwer und intensiv nach Orange, wie ich es in Erinnerung hatte. Aber herb und vollmundig, wie ich es eigentlich mag. Wenn man den Geruch ausblendet und die Flocken als Naturtrübe abtut, kann ich keinen Mangel erkennen.

Vielleicht doch gar keine Tragödie. Ich trinke dann mal leer. Was für eine schöne Überraschung!

Adrazhofener Büble Bier: Hefeweizen

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20:15 Uhr – Anfang Juni hat mein Vater von mir ein selbstgebrautes Hefeweizen (Duden: das Weizenbier) zum Geburtstag geschenkt bekommen. Die Besonderheit ist, dass ich das Bier mit Hopfen aus dem elterlichen Garten und Wasser von Siebenbrünnen, einer Quelle im Leutkircher Stadtwald, gebraut habe. Natürlich habe ich schon das ein oder andere Gläschen davon probiert, bei hochsommerlichem Wetter scheint heute aber der richtige Moment, um das das Gebräu in aller Ruhe anzuschauen.

Im Weizenglas liegt das Adrazhofener Büble Bier Hefeweizen goldgelb mit viel festem Schaum, die Hefe sinkt langsam ab und trübt das Getränk. Durch meine rosarote Brauerbrille gesehen eine ziemlich perfekte Weizenoptik. Besonders stark riechen tut das Weizen nicht, leicht nach Hefe und mit einer fruchtig-säuerlichen Note  vielleicht.

Der Antrunk ist leicht wässrig, oder bei diesem Wetter: erfrischend. Wie schon beim Geruch treten neben den typischen Geschmack von Hefeweizen ein brotiges Hefearoma und eine leicht säuerliche Herbe ein. Mit steigender Temperatur wird das Aroma immer fruchtiger, natürlich ohne dabei zur Fruchtbombe zu werden.

Ich muss mich leider wieder selbst loben: Das vor mir stehende schmeckt wirklich wie ein Hefeweizen. Und ich, der ich normal kein Weizentrinker bin, glaube, dass es sogar ein ganz erträgliches Weizenerlebnis geworden ist. Die leichte Wässrigkeit kann man jetzt im Hochsommer ideal als spritzige Erfrischung und leichtes Biererlebnis abtun – schön.

Jetzt die schlechte Nachricht: Ich glaube, das war die letzte Flasche.

Wien bleibt Wien

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22:40 Uhr – Ich habe mich eigentlich auf ein Bier aus Wien gefreut, weil da „Vienna“ auf der Flasche steht und ich es auch in Wien gekauft habe. Bei genauer Betrachtung muss ich aber feststellen, dass das Schremser Vienna I.P. natürlich auch Schrems kommt, 130 Kilometer entfernt von Wien an der tschechischen Grenze. Es handelt sich entsprechend nur um ein Bier Wiener Art. Kein Grund enttäuscht zu sein, zumal der Name der Brauerei hervorragend ist: Erste Waldvierteler Dampf-, Koch- u. Maschinenbrauerei Karl Theodor Trojan in Schrems NÖ.

Auf der kleinen braunen Flasche klebt ein sehr gelbes Etikett, auf dem in drei Zeilen der lange Name der Brauerei und außerdem der Name des Bieres steht. Im Hintergrund ist flächig als eine Art Wasserzeichen sowas wie eine Maschine zu sehen. Ich tippe auf Dampf- oder Kochmaschine…

Das Schremser Vienna I.P. ist dunkelgold bis bernsteinfarben und hat einen feinporigen Schaum. Es riecht hopfig und etwas harzig, ganz leicht fruchtig. Der erste Schluck ist sehr herb, aber noch angenehm. Mit seiner ganz leichten Malzigkeit ist das Bier spritzig und erfrischend. Die errochenen Aromen nach Holz und Harz finden sich auch auf der Zunge wieder. Das Vollbier mit 4,8 Prozent Alkohol ist gewiss nichts besonders abgefahrenes, aber was ja vor allem wichtig ist: Es schmeckt ziemlich gut!